Varv – Transit
V
Off Records
Vorab Zeilen zum Album und zur Band aus Sicht des Labels Off Records: „Varv is a crossover project (contemporary jazz, electronic) formed by Andrea Cappi on keyboards and Francesco Mascolo on drums. Their music blends written material, improvisation, and sound manipulation. The name of the project evokes both the evocative and structural nature of their research: a path that unfolds through layers, overlapping different influences and languages until it forms a narrative that opens onto distant landscapes. In geology, a varve is an annual layer of sedimentary rock that records the passage of time and its transformations, like wrinkles on a face. In the same way, the duo’s music seeks to build itself through accumulation and mutation.“
Minimalistisch ist die Besetzung und daher sei vorab die Frage erlaubt, ob auch die Musik minimalistisch ausgeformt ist. Also hören wir mal in die Veröffentlichung rein, die mit dem Track „Bright“ beginnt. Ein satter Klangteppich und dazu dunkle Klangtropfen, die der Keyboarder aneinander setzt, so wie Jackson Pollock seine berühmten Drippings. Schlagwerkschläge werden gesetzt, zu den Modulationen des Klangteppichs. All das, was wir hören, könnten auch Samplings sein oder Synth-Klang. Doch der Blick aufs Line-up verrät uns, dass das nicht der Fall sein kann. Also was ist dann zu hören? Irgendwie scheint die Musik auch ein wenig New Age, oder? „Klangmeteoriten“
durchziehen die musikalischen Flächen, die das Duo uns präsentiert. Stoisch agiert der Drummer Schlag für Schlag, derweil Klänge oszillieren, die der Keyboarder verantwortet.
Doch was spielt er? Rhodes wahrscheinlich. Kristalline Klänge in Folge drängen an unser Ohr, die nicht einer Glasharfe entstammen, sondern auch dem Keyboard. „Wormhole“ lässt im Klangbild an den Klang eines Harmoniums denken. Zudem erleben wir Morseklänge und „Klanggeschiebe“. Orgel oder doch nicht? - das ist im Weiteren die Frage, wenn das Stück durchaus in Richtung Jazz Rock tendiert. Statt von jaulenden und „weinenden“ E-Gitarren erzeugt der Pianist gleichlautende bzw. artverwandte Klänge auf dem Rhodes, so hat es den Eindruck. Dumpfes Dum-Dum und darunter ein Klangteppich, der wie ein fliegender Teppich dahingleitet – das ist ein weiterer Höreindruck. Nach „Place to disgress“ folgt „Vice“. Und auch hier legt das Duo Klangebene über Klangebene, breitet Klangflächen aus, durchaus auch mit Sinn für Tieftönigkeit und Melodica-Adaptationen. Anleihen an Space Rock sind ebenso zu entdecken wie Sphärisches. Da wabern und vibrieren Klänge, da meint man, eine E-Gitarre zu vernehmen. Unterwasserwelten öffnen sich, so könnte man Angesichts der Klangvarianzen denken, die wir hören. Obendrein gibt es aber auch kaskadierende Klangfolgen des Keyboards zu hören. Ist da nicht auch irgendwie melodischer Hip-Hop und softer Techno mit im Spiel, inklusive Scatchings? „Drifter’s deals“ bildet dann den Abschluss eines Albums, das Klangsedimente präsentiert und sich wie bei diesem Titel in Richtung instrumentalem Rap und Ambient entwickelt.
Chillen ist bei der Musik keine Frage; Kontemplation ist auch impliziert, Meditation weniger!
© f. dupuis-panther 2026
https://www.off-recordlabel.blogspot.com/
Musicians
Andrea Cappi: Keyboards , compostions
Francesco Mascolo: Drums
Tracks
1: Bright
2: Wormhole
3: Place to digress
4: Vice
5: Arkose
6: Drifter’s deal















