Pauli Lyytinen – Rabbit Hole
P
Eclipse Music
Über das Album und das Trio, das dieses eingespielt hat, ist Folgendes zu lesen: „Rabbit Hole is an international trio led by saxophonist Pauli Lyytinen, bringing together the musical visions of three creative explorers. This electro-acoustic ensemble features Lyytinen on saxophone, EWI, drum machine, and live effects; Norwegian musician Andreas Løwe on processed piano and synthesizers; and Swiss drummer Julian Sartorius.“
Pauli Lyytinen stammt aus Kuopio und gewann den renommierten Emma-Preis. Der Saxofonist Lyytinen arbeitet vor allem im Bereich von Jazz sowie experimenteller und elektro-akustischer Musik und kann auf eine über 20-jährige Karriere zurückblicken. An seiner Seite hören wir den aus der Schweiz gebürtigen Perkussionisten und Drummer Julius Sartorius. Er ist auch auf einem Doppelalbum von Elifantree zu hören und verantwortet ein Klangprojekt, in dem die Hörer durch eine urbane Umgebung wandern. Sartorius begleitet die Zuhörer dabei mit Objekten, die er zufällig auf dem Weg findet und zum Klingen bringt. Schließlich ist auch der Osloer Pianist Andreas Vold Løwe Teil des Trios. Ihn kann man auch mit Splashgirl, Frida Ånnevik, Karl Seglem sowie seinem eigenen Ensemble namens Andreas Vold Løwe erleben.
„Hamani“ eröffnet das Album. Hört man da ein präpariertes Piano, das keinen ausladenden Klang entfaltet? Zudem scheinen auch Samples zum Stück zu gehören. Klangschwaden ziehen dahin. Wurlitzer oder was? Im Line-up finden wir dieses Instrument nicht. Wahrscheinlich handelt es sich schlicht um „elektronische Schnipsel“. „Snirkel“ dringt mit einem steten, monotonen Klopfen an unsere Ohren. Der Klang einer singenden Säge scheint Teil des Arrangement, mal abgesehen von den nachhaltig wirkenden Saxofonsequenzen. Blechrauschen ergießt sich im Klangraum; nach wie vor ist monotones Klopfen auszumachen. Bisweilen ergeht sich das Saxofon in eher lyrischen Passagen. Zugleich klingt es auch nach ein wenig Americana, oder? Nervöses Drumming mit Stakkatoimpetus ist Teil der Klangmischung.
Weiter geht es mit „Owls“ und einem opulenten Klangsample, das an Rhodes denken lässt. Geraschel nehmen wir wahr, derweil es einen aufflammenden und danach abfallenden Klangschwall zu erleben gilt. Aus dem Off entwickelt sich sonorer Saxofonklang. Suggeriert uns das Arrangement Weite? Man muss es annehmen. Zugleich mag der Hörer auch an die musikalische Untermalung von Polarlichtern in Grün- und Rotnuancen denken. An die lautlos dahingleitenden Eulen auf nächtlicher Mäusejagd wird man weniger erinnert. Klangwerk wird inszeniert, ähnlich wie ein Bildwerk, abstrakt-expressiv.
Verfremdete Posaune trifft auf nervöses Drumming und Saitenspiel – das macht „Mooncat“ aus. Das Saitenspiel ist unter Umständen das Spiel mit den präparierten Saiten des Pianos. Und zudem vernehmen wir ein Jaulen und Wimmern, das einer Wurlitzerorgel abgerungen wird. Nein, nicht wirklich. Das ist eher alles dem „elektronischen Schatzkästlein“ zu verdanken, Moog Synth und ähnlichen elektronischen Beigaben. Ob man bei der Musik des Trios von Ambient Music spricht, ist eine Frage der Perspektive. Experimentell ist die Musik auf alle Fälle. Hör-Spiel erleben wir, also das kreative Spiel mit Tönen, Nuancen und Färbungen. Das ist nichts für Die-Hard-Jazzer, aber für alle, die dem Bereich von Techno und Elektronika nicht abgeneigt sind.
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Musicians
Pauli Lyytinen – sax
Andreas Vold Løwe – piano
Julius Sartorius – drums
Tracks
1 Hanami 02:59
2 Snirkel 04:07
3 Owls 04:49
4 Reliever 04:04
5 Mankai 04:26
6 Mooncat
7 Barrelling 04:20
8 Gunslingerland 04:53
9 Yozakura 01:58
10 Track 04:24
Tracks 2, 4, 7, 8 & 10 composed by Andreas Løwe
Track 3 & 6 composed by Pauli Lyytinen
Tracks 1, 5 & 9 composed by Løwe, Lyytinen & Sartorius















