Bassism Trio – Dreams Must Explain Themselves
B
AUT RECORDS
„BASSISM entspringt einer starken musikalischen Verbundenheit und dem Wunsch, die strukturellen und klanglichen Möglichkeiten einer unkonventionellen Besetzung ohne traditionelle harmonische Instrumente zu erkunden. Das Ergebnis ist ein dichter,... und sich ständig wandelnder Klang, in dem das Zusammenspiel der tiefen Register zu einem zentralen Element der musikalischen Konstruktion wird. De Fabritiis und Popolla, die auch zusammen in der Bläsersektion von Roots Magic spielen, bringen eine gemeinsame Vision in das Trio ein, die in der afroamerikanischen Tradition verwurzelt ist, und entwickeln gleichzeitig eine persönliche Sprache, die auf tiefem Zusammenspiel, Aufmerksamkeit für den Klang und Offenheit für radikale Improvisation basiert. Vervollständigt wird das Trio durch Ferdinando Faraò, einen Schlagzeuger mit langjähriger Karriere und Leiter des Artchipel-Orchesters, dessen Ansatz formales Bewusstsein und expressive Freiheit vereint. Ein besonderer Gesangsbeitrag von Naima Faraò ist auf dem Titelsong „Dreams Must Explain Themselves“ zu hören und verleiht der Klangwelt des Albums eine weitere Ebene.“ Diese Zeilen können wir zum aktuellen Album lesen, dank an das Label.
Mit „Dreams Must Explain Themselves“ macht das Album auf. Dabei ist die Lyrik beinahe simpel und wird ständig wiederholt: „Dreams Must Explain Themselves“. Das melodische Thema findet die Fortsetzung in der Dunkeltönigkeit des Baritonsaxofons, das Errico De Fabritiis zum Klingen bringt. Vokales erhebt sich, lyriklos aus der Tiefe des Raums. Ferdinando Faraò ist zu hören, ehe dann Saxofonvibrationen zu vernehmen sind, zudem auch Frequenzwellen und digitale Samples. Und dann hören wir erneut den Drummer und Naima Faraò formelhaft den Titel des Songs wiederholend. Das Zwischenspiel verdanken wir dem Saxofonisten, der uns in seinem Spiel ein wenig an Pharoah Sanders erinnert.
„Kesh Valley Part 1“ changiert zwischen Industrial Noise und Ambient, hören wir doch allerlei Klangfetzen, die so klingen, als hätte man Kurzwellenschnipsel aufgenommen, die nun abgespielt werden. Hier und da flackern Orgel- bzw. Harmoniumklänge auf. Ein Brummton wird lang gedehnt und bis zum Ende beibehalten. Weiter geht es mit „Hampstead Heath“ und einem Rhythmus, der an Mersyside Beat denken lässt. Doch der erste Eindruck wird durch das fragmentierende Saxofonspiel ad absurdum geführt. Im Weiteren hat man den Eindruck, der Klang des Altsaxofons imitiere einen Bläsersatz wie bei Chicago oder Blood, Sweat & Tears, aber nunnals Version 2.0. Auf jeden Fall wird diese Referenz alsbald durch Paraphrasierung des Baritonsaxofonisten in eine Richtung gedreht, die nichts mit Jazz Rock zu tun hat. Da weht dann der freie Geist des Jazz!
Musikalisch steigt dicker Klangnebel zu Beginn von „Foggy“ auf. Sonore Bassklarinettenklänge sind nachfolgend zu hören und dann meldet sich zudem das Altsaxofon, sodass zwischen zwei Holzbläsern eine Art „Kanon“ inszeniert wird bzw. der Saxofonist seine Phrasierungen zum Thema entwickelt. Im musikalischen Fortgang lichtet sich der Nebel, und man muss an erste Sonnenstrahlen, die sich ausbreiten, denken. Vom Genre her ist es bester Jazz Rock, den das Ensemble präsentiert. Nach „Kesh Valley part 2“ folgt schließlich der Schlusstrack namens „Shake“.
© Ferdinand Dupuis-Panther 2026
Musicians
Errico De Fabritiis: baritone sax, alto sax, kalimba
Alberto Popolla: bass clarinet, electric bass
Ferdinando Faraò: drums, vocals
Naima Faraò: vocals on Dreams Must Explain Themselves
TRACKLIST
01. Dreams Must Explain Themselves (AP)
02. Kesh Valley part (EDF)
03. Hampstead Heath (AP)
04. Foggy (AP)
05. Kesh Valley part 23.37 (EDF)
06. Shake (EDF)
















