BÄÄN - Club Set III
B
W.E.R.F. Records
BÄÄN ist ein belgisches Instrumental-Duo, bestehend aus Pascal N. Paulus (keyboards) und Jean-Philippe De Gheest (drums). Das Duo verbindet Ambient, Psychedelic Rock, Jazz und Rock zu einem musikalischen Gewand, in das man sich kleiden kann, um dann in verschiedene Universen zu driften. Im aktuellen Fall vertrauen die beiden Musiker voll und ganz auf die Diversität von Synth-Klängen.
Aus dem Album-Titel kann man entnehmen, dass das Duo bereits zuvor zwei Alben veröffentlicht hat, die auch Club Set heißen. Nunmehr liegt also die dritte „Variation“ vor. „Purple“ ist der erste Track des jüngsten Albums. Aus dem Off entwickeln sich Klangvibrationen, die an Intensität zunehmen. Man mag das Gehörte mit einer Nebelwand beschreiben, die sich lüftet. Verhalten ist das Drumming, das wohl an einer Drum Machine entwickelt wurde. Nach Waldhorn reloaded und elektronisch verfremdet klingt das, was sich im Hintergrund entwickelt, derweil sich rhythmische Strukturen entfalten. Wie der Schlagrhythmus einer Eisenbahn, die über alte Schweller rast, klingt das Spiel des Drummers De Geest.
Beinahe Hypnotisch mutet die übrige Musik an. Und auch der wiederkehrende Rhythmus verführt zu Jaktationen wie wir sie aus den Sufi-Zeremonien kennen. Doch wir hören keine Sufi-Musik und sind auch nicht in Konya, sondern in Westeuropa mit den eigenen „Gesetzen“ von Ambient. Dabei geht es um die Entwicklung von Klanglandschaften, erzeugt durch Synthklänge, die sich wellenförmig ausbreiten und kaum Klangspitzen aufweisen. Nur das kurzgetacktete Drumming reißt uns ab und an aus dem „Trance“. Ansonsten kann man sich fallen lassen, kann man Tagträumen nachgehen und an vorbeiziehende Schäfchenwolken denken, wenn man der Musik folgt.
Club-Musik ist es gewiss, auch anzusiedeln zwischen Rave und Goa, abgesehen von den oben zu lesenden Beschreibungen. Man kann sich die Musik auch als Begleitung einer sogenannten Love Parade in urbanem Umfeld vorstellen. An „Purpur“, so der Tracktitel, dürften die wenigsten Zuhörer denken, insbesondere dann nicht, wenn der Klangschwall sich hebt und senkt, es zeitweilig brodelt, rauscht, ein Malstrom sich entwickelt oder starke Winde wehen.
„Blue Green“ ist der zweite und letzte Track auf dem Album. Augenscheinlich haben die beiden Musiker eine starke Affinität zu Farben. Synästhesie bezeichnet unter anderem das Phänomen der Verbindung zwischen verschiedenen Tönen zu entsprechenden Farben. Ob das bei den beiden Musikern eine Rolle spielt?
Slapping einer Drum Machine steht am Anfang. Daneben hören wir eine Melodielinie im Auf und Ab, ehe nur noch ein Klang verbleibt und das Rhythmische die Oberhand gewinnt. Doch danach setzt wieder der Synth-Klang ein, mit steten Wiederholungen von Klangmodulen. Würde man die Musik in einem Graphen darstellen, so würde man flache Amplituden zeichnen. Trotz des steten Rhythmus kann man nicht von Techno reden, sondern muss von Ambient sprechen. Dabei tendiert die Musik stellenweise zu Meditativem. Entspannung ist angesagt für diejenigen, die sich in die Musik vertiefen. Wer Tai-Chi betreibt, könnte die Musik nutzen, um den Bewegungsfluss zu unterstützen, oder? Für die Musik jedoch gilt: Alles fließt. Und in diesen Fluss kann der Hörer eintauchen und sich treiben lassen
© Ferdinand Dupuis-Panther 2026
Musicians:
Pascal N. Paulus: synthesizer
Jean-Philippe De Gheest: drum machine & synthesizer
















