Purple Bluze - Hey Y’ All

Purple Bluze - Hey Y’ All

P

ATS Records

„Charakteristisch für das Ensemble ist der riffdominierte Gitarrenstil, der durch markante, energiegeladene Soli ergänzt wird und dem Powertrio – erweitert durch ausdrucksstarke Percussion – seinen unverwechselbaren Klang verleiht. Das klassische Line-up aus E-Gitarre, Bass und Schlagzeug wird dabei durch treibende Percussion-Elemente bereichert, die dem Gesamtklang zusätzliche Tiefe, Rhythmusvielfalt und eine neue dynamische Dimension geben.“ So charakterisiert das Label die Band und deren vorliegende Platte!

Blues nicht so sehr wie der des Gitarristen B.B.King, sondern eher wie der von Van Morrisson ist das, was die Mannen um Harald Federer zum Besten geben. Dazu gehören wie in „Why“ auch Gesang-Zeilen wie „Money makes the world go round“. Dabei rezitiert Harald Federer eher den Text. Zugleich ist gleich beim ersten Stück deutlich, dass auch Funk ein wesentlicher Bestandteil der Musik ist. Dass wimmernder Gitarrenklang wie bei Clapton und Co dazu gehört, ist keine Frage. „My Brain“ ist das nächste Stück auf dem Album. „I Wish to deal with my ego“ bleibt als Zeile durchaus im Gedächtnis, ehe dann das Wimmern der Gitarre im Fokus steht. „I just believe there is just black and white“ ist eine weitere Verszeile, die beim Stück „My Brain“ zum Besten gegeben wird. Dass dem doch nicht so ist, liegt auf der Hand.

Canned Heat revisited oder was? Das ist die Frage bei „Crown Jewels“, oder? Zumindest der Beginn des Stücks zeigt m. E. eine Nähe zu Canned Heat. Dass der Blues auch immer wieder im Text sexuelle Anspielungen aufweist und auch das überaus schwierige Verhältnis von Männern und Frauen besingt, wird uns auch von Harald Federer präsentiert: „You are the kind of trouble I am looking for“ singt er unter anderem. Und dann folgt eine Instrumentalpassage mit Rockabilly-Anlehungen, oder?

Nicht nur Eric Burdon and The Animals und Bob Dylan besangen einst „The House of the Rising Sun“, sondern der Song ist auch auf „Purple Bluze“ zu finden. Doch eine Kopie oder ein Cover ist es nicht, was wir hören. Stimmlich setzt sich Harald Federer deutlich von dem bluesig-röhrenden Eric Burdon ab. Sanfte Orgelklänge können wir aktuell auf „Purple Bluze“ auch hören und zudem feines Gitarrenspiel zum ausgefeilten Tastenklang, oder?

„Please Don't Stop“ und „My Life Is No Less Than a Breath“ sind weitere Blues-Stücke, die die Band präsentiert. Dass Blues auch etwas mit der Schwere des Alltags und Herausforderungen zu tun hat, verdeutlicht ein Titel wie „Tears I Cry“ mit „Einblendungen“ von nachhaltigem Wau-Wau-Gitarrenklang, so könnte man formulieren. Hörenswert ist vor allem die Saxofon-Sequenz, die dem Stück noch eine besondere Färbung gibt. Nachfolgend geht es um die Gottesanbeterin, die nach dem Geschlechtsakt das Männchen verspeist. Also folgen wir mal der musikalischen Umsetzung in „The Mantis“. Eher getragen kommt dieses Blues-Stück daher, in dem u.a. dem vergehenden Geruch des Parfüms der Geliebten nachgetrauert wird. Diese wird dann im Folgenden mit einer Mantis verglichen, die nur den Tod des Geliebten im Sinn hat. Und danach folgt eine instrumentale Passage mit Rhodes oder Mellotron oder Wurlitzer. Das sind nur Annahmen, denn im Line-up fehlen entsprechende Angaben.

„To Chase Away These Blues“ ist auch ein Blues, wenn man den Blues hat, also in tiefer Depression oder in Schwierigkeiten steckt. Auch Verlassenwerden führt zu Blues, sodass Harald Federer den Blues zu vertreiben sucht. Schließich gibt es noch zwei Blues-Stücke, die Jan und Johanna gewidmet sind. Doch Näheres erfahren wir nicht : Allerdings, Ohren auf bei „Johanna“, denn wir hören einen wahrhaften Dudelsack zu Beginn. Folk Music liegt auch im Weiteren in der Luft sowie ein Hauch Dire Straits!

© ferdinand dupuis-panther 2026



ATS-RECORDS

Lineup:
Harald Federer - Gitarre, Gesang, Komposition & Arrangement
Pucher Wolfgang - Bass
Pischel Christian - Schlagzeug
Holzer Claudia – Percussion

Tracklisting
01. Why (4:05)
02. My Brain (3:19)
03. Crown Jewels (4:41)
04. Here I Am (3:28)
05. The House of the Rising Sun (5:05)
06. Please Don't Stop (4:46)
07. My Life Is No Less Than a Breath (3:57)
08. Tears I Cry (5:35)
09. The Mantis (5:15)
10. To Chase Away These Blues (4:56)
11. Not Called Jan (6:51)
12. Johanna (4:07)


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