Philipp Schiepek/Lorenz Widauer 4tet – Bangers and Ballads
P
Wooden Waggon Records
„Nach einem ersten musikalischen Kennenlernen bei den Salzburger Festspielen im Sommer 2021 und dem Erkennen dieser Gemeinsamkeiten“, so lesen wir im Pressetext, „war schnell die Idee für ein gemeinsames Projekt entstanden.“ Bangers and Ballads ist das Resultat, dass nun vorliegt. Auf dem Album hören wir den Gitarristen Philipp Schiepek und den Trompeter Lorenz Widauer. Zudem sind an dem vorliegenden Album der brasilianische Schlagzeuger Matheus Jardim und der aus Rumänien stammende Bassist Michael Acker beteiligt.
Über den Bandleader des Quartetts lesen wir Folgendes: „Der Gitarrist und Komponist Philipp Schiepek verfolgt mit seinen Kompositionen und seinem Spiel konsequent die Entwicklung einer eigenen, individuellen Klangsprache, die er in zahlreichen Jazzprojekten sowie als Solokünstler realisiert. Mit seinen Projekten ist er auf renommierten Festivals und Bühnen wie dem Jazzfest Berlin, dem Deutschen Jazzfestival Frankfurt und der Unterfahrt, München zu hören und wird regelmäßig von ARD-Sendern und ARTE ausgestrahlt. Schiepek ist unterdessen Professor für Jazz-Gitarre an der Hochschule für Musik und Theater München.“
Des weiteren dürfen wir den Trompeter Lorenz Widauer, geboren in Salzburg, vorstellen: Er verbindet klassische, zeitgenössische und improvisierte Elemente zu einem eigenständigen künstlerischen Ausdruck. Er arbeitete u.a. mit Ensembles wie Orjazztra Vienna, Shake Stew sowie seinem eigenen Projekt Chez Fría. Er war im Übrigen Solotrompeter bei den Salzburger Festspielen und gilt laut ORF als eines der herausragendsten Talente der österreichischen Musikszene. Matheus Jardim wurde in Joao Pessoa, Brasilien, geboren. Bereits mit zehn Jahren begann er mit dem Schlagzeugspiel. 2013 zog es ihn nach Graz, Österreich, um Schlagwerk an der Grazer Universität, kurz KUG, zu studieren. Seit mehr als zehn Jahren lebt Matheus nunmehr in Wien. Er hat unter anderem mit folgenden Musikern zusammengearbeit: Raul de Souza (BR), Gerald Preinfalk (AT), Liz Rosa (BR) Michael Pipoquinha (BR), Joel Ross Quartet (US), Alegre Correa (BR), Emily Braden (US), Gabriel Grossi (BR), Georg Vogel (AT), Misha Piatigorsky (US), David Helbock "Austrian Syndicate". Michael Acker ist ein in Rumänien geborener Bassist. Nach seinem Studium an der renommierten National University of Music in Bukarest etablierte er sich als einer der führenden Bassisten des Landes. Ackers Spielstil ist geprägt von einer faszinierenden Mischung aus Jazz, Funk und Afrobeat.
Nach der Vorstellung der Band wenden wir uns der Musik des Albums zu: Aufmacher ist „Serendipity“. Eine „tonale Himmelsleiter“ breitet die Band aus, angeführt von den Saitenklängen, die von den Trompetenklängen ergänzt werden. Teilweise scheint der Gitarrist Philipp Schiepeck kleine Klangmuster vorzutragen. In diese stimmt der Trompeter ein, um dann zu einem Solo auszuholen, ausschweifend, aber stets auf die Klangmuster zurückgreifend, die wir zu Beginn von Philipp Schiepek zu hören bekamen. Feines Saitengespinst ist im Weiteren zu vernehmen, allerdings überlagert von dichtem Schlagwerkrauschen und den dahin schwebenden Trompetenklängen, die in Sopranhöhen unterwegs sind. Der Gitarrist scheint zudem an der rhythmischen Rahmung des Stücks interessiert, nicht nur der Schlagwerker.
Weiter geht es mit „Rail“ und einer Intro, die in den Händen des Schlagwerkers und des Trompeters liegt. Dabei ist es ders Schlagwerker, der uns glauben macht, ein D-Zug rattere über ausgefahrene Gleise und Schweller. Der Trompeter hat wohl eher die Rolle, die vorbei ziehende Landschaft zu beschreiben, durch die wir reisen, oder? Durchaus Getragenes dringt nach und nach an unser Ohr. Ist Philipp Schiepek dabei unsere Reiseimpression zu ergänzen, durch eine Fahrt mit einem ICE, der über die Gleise huscht? Doch stimmt das? Na ja, man denkt wohl eher bei seinem klassischen Jazzgitarrenspiel an einen Nostalgiezug, den wir besteigen. Man denke an den „Rheingold“ zum Beispiel. Mit aller tonalen Klarheit ist der Trompeter unterwegs, der in diesem Stück ein wenig abseits zu stehen scheint.; nichts destotrotz ist sein Solo ein akustischer Genuss. Nach „The One“ mit dichtem Trompetengebläse und „einsamen“ Saitenlinien und „Detective“ hören wir ein Stück namens „Rebecca“. Wer ist wohl damit gemeint? Das wissen nur die Mitglieder der Band. Mit „No 14“ wird das hörenswerte Album geschlossen.
© ferdinand dupuis-panther 2026
Musicians
Lorenz Widauer - trumpet
Philipp Schiepek - guitar
Michael Acker - bass
Matheus Jardim - drums
Tracks
1. Serendipity 04:41
2. Rail 06:56
3. The One 04:02
4. Detective 03:41
5. Rebecca 03:32
6. Bologna 07:40
7. Prelude 03:29
8. Too many Questions 04:38
9. No. 14 05:57
















