Pete Malinverni Plays Leonard Bernstein - On the Town

Pete Malinverni Plays Leonard Bernstein - On the Town

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Planet Arts Recordings

Der in New York beheimatete Pianist widmet sich im vorliegenden Album mit seinem Trio der Musik von Leonard Bernstein, Komponist wie auch Dirigent und gewiss jedermann durch „West Side Story“ ein Begriff. Das Album wurde sicherlich auch durch die Begegnung Malinvernis mit Bernstein befruchtet und umfasst neben einer Original-Komposition von Malinverni zum Abschluss neun Kompositionen von Bernstein, darunter auch sogenannte Ohrwürmer wie „I feel pretty“.

Die Begegnung zwischen Peter Malinverni und dem legendären Komponisten Leonard Bernstein liest sich im englischen Pressetext wie folgt: „One night the swanky nightspot was chosen as the site of the opening night cast party for Franco Zeffirelli’s production of “Tosca” at the Metropolitan Opera. As Malinverni played through a selection of arias at the piano, Bernstein walked in, and the young pianist immediately launched into the composer’s “Lucky To Be Me.” Bernstein recognized the homage and, following a trip detour to the men’s room (where a friend of Malinverni’s broke the protocols of polite society and touted the pianist’s virtues), proceeded to spend a considerable portion of the  evening hanging around the piano.“ Die Faszination des New Yorker Pianisten für Bernstein bündelt sich in nachstehenden Zeilen: “His public image was of a guy who knew his stuff and was super passionate about it. But I found out that night  that as passionate as he seemed, he was even more so. When I saw him in the flesh, it was electric. His head poked through the clouds, and the piano somehow seemed a more exalted place then and thereafter.”

Für die Einspielung des Albums hat der Pianist den Bassisten Ugonna Okegwo und Drummer Jeff Hamilton für sein Trio ausgewählt. Die Drei präsentieren nicht nur “New York New York“ und „Lonely Town“ als Referenz an New York City, sondern auch andere Kompositionen aus z. B. dem Musical “West Side Story”. Lässt sich angesichts des Duktus, den Malinverni pflegt, eigentlich davon sprechen, dass bei ihm Evans, Peterson und Garner in einer gewissen Melange durchscheinen? Ohne Frage, die weitgehend in den 1950er Jahren entstandenen Kompositionen, die wir auf dem aktuellen Album hören, haben Swing im übertragenen Sinne. Hier und da scheint Bebop durchzuschimmern, oder? Und noch etwas ist stilistisch auffällig: die Kaskadierungen im Spiel des Pianisten, der im Fokus steht. Schade, denn seine Begleiter hätte man gerne auch exponierter erlebt, oder?

„Aus dem ersten Musical des us-amerikanischen Komponisten Bernstein stammt „New York, New York“ (aus „On the Town“). Damit wird das vorliegende Album eröffnet. Urbane Unrast scheint sich im Stück widerzuspiegeln. Irgendwie hat man, lauscht man dem Pianisten, das Bild von Stop-and-Go zur Rush Hour im Kopf. Zudem drängen sich Bilder aus dem Film „Crocodile Dundee in New York“ auf, von Menschenmassen, die sich auf den Gehwegen und in der Metro drängen. Zum dynamischen Tastenspiel vernimmt man das auffällige Besenspiel des Drummers, der ab und an auch die Bleche zum Schwirren bringt. Derweil fängt der Bassist die schweren, in den Straßenschluchten widerhallenden Schritte der nach Hause Eilenden ein, oder? „Lucky to be me“ , gleichfalls wie „New York, New York“ aus dem ersten Musical-Werk Bernsteins, wird vom Trio um den Pianisten Malinverni auch auf dem Album vorgestellt. Sehr akzentuiert und ohne ausuferndes Aquarellieren ist das Spiel von Malinverni angelegt. Beschwingt ist der Tonus des Stücks. Hier und da scheinen sich die Harmonien durchaus an „On the sunny side of the street“ anzulehnen, oder?

Ein romantisches Schwelgen ist in „Somewhere“ zu entdecken, wohl wissend, dass die Zeiten des Entstehens derartiger Musical-Songs nicht gerade sogenannte Goldene Zeiten waren. Im Gegenteil, in den USA herrschte Rassentrennung und eine Form der Apartheid, die man lange Zeit zumeist Südafrika zugeschrieben hat. So konnte man von dem eigenen ausgeprägten Rassismus ablenken, vom Antikommunismus und dem Kalten Krieg, der in den 1950er Jahren virulent war, obendrein. Beim Hören des Stücks scheint man mit der Distanz zur Entstehungszeit in einen beschwingten glücklichen Alltag eingebunden zu sein. Mit einem veritablen Drumming inklusive „Paukenschlägen“ beginnt „Cool“ als Teil des 1957 erschienenen Musicals „West Side Story“. Lauscht man den Piano-Klängen und deren Sprunghaftigkeit fühlt man sich ein wenig an eine Plink-Plonk-Monk-Attitüde erinnert. Zugleich wird man vom Trio in die nächtliche Großstadt mitgenommen, bewegt sich im Schatten der Hochhäuser, taucht in das Dunkel der einen oder anderen Spelunke ein. Man ist dabei überaus zielorientiert und mit Selbstbewusstsein unterwegs, so könnte man den Tastenfluss interpretieren. Dieser ist durchaus Blues affin, oder? Wie auch der Anfang so gehört auch das Ende in dem Stück allein dem Drummer Jeff Hamilton. Das Bluesaffine scheint auch in „Simple Song“ durch, wenn man nicht gar eine Funknote herausfiltern kann.

Auch „I feel pretty“ ist im Musical „West Side Story“ zu hören. Auch wenn das Trio auf den Gesang verzichtet, so ist dieser Song doch recht süßlich-schnulzig. Ohne Frage ist die Melodie des Songs einprägsam, kann leicht mitgesummt werden und besitzt einen hohen Wiedererkennungswert. Schließlich noch ein Wort zu „It’s love“ aus „Wonderful Town“. In diesem scheint angesichts der Spielweise von Malinverni Erroll Garner im Geiste präsent zu sein.

© ferdinand dupuis-panther


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