Tret Trio – Crow Jam
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JazzSick Records
TRET TRIO ist Teil der britischen und mitteleuropäischen Jazz-Szene. Die Konstellation des Trio ist ungewöhnlich, bestehend aus einem Saxofonisten (Rob Hall) und zwei Harmonieinstrumentalisten - Gitarre (Philipp van Endert) und Wurlitzer E-Piano (Tobias Weindorf). Es ist noch ein relativ junges Trio, das 2023 gegründet wurde. Mit „Crow Jam“ liegt das Debütalbum des Trios vor, teilweise mit Live-Mitschnitten wie „Heligan´s Hooligan“.
Mit einer sakralen Anmutung eröffnet das Album, wenn wir „Epitaph“ hören. Nein, das Trio bemüht nun keinen Kirchenposaunenchor, sondern belässt es bei dem Dreigespann. Die Setzung des Saxofonisten allerdings erinnert beinahe an einen Psalm, der in einem gotischen Gewölbe erklingt. Im Fokus steht übrigens bei „Epitaph“ der Saxofonist, der wohl ein Altsaxofon spielt. Dezenter Begleiter ist der am Wurzlitzer-Piano sitzende Pianist. Sobald dieser seine Solopartie spielt, ändert sich der Charakter des Stücks. An Pianojazz der 70er Jahre ist zu denken. Rauschende Kaskaden des Klangs dringen an unser Ohr, ehe danach der Saxofonist das melodische Zepter schwingt.
Wie auch in den anderen Stücken des Albums hat der Saxofonist einen ganz wesentlichen Anteil an „Ramdom Waltz“. Angesichts des zu hörenden „Klangfächers“, den wir erleben, ist esnaheliegend, an Rob Hall am Alt- oder Sopransaxofon zu denken. Er nimmt uns mit mit melodischen Linien und Schummerungen wie in einer Gouache. Im Solo ist zudem Tobias Weindorf an der Wurlitzer zu hören, die wie eine Mischung aus Fender Rhodes und Hammond A100 sowie E-Piano klingt. Der Pianist lässt das perlende Spiel sprudeln. Und dann erhebt der Saxofonist erneut seine Stimme mit dem Thema, das schließlich ausklingt.
„Crow Jam“ folgt auf das Eröffnungsstück und ist Titelgeber fürs Album: Gitarrencrescendo und diskantes Tastenspiel vereinen sich zu Beginn des Stücks. Hören wir danach den Saxofonisten mit einem Sopransaxofon? Man muss es angesichts der Tonhöhen annehmen. Wie kleine Kleckse des Klangs mutet an, was wir hören. Am Wurlitzer-Piano agiert Tobias Weindorf mit allerlei Tasteneskapaden ohne Basssetzungen. Die Klänge scheinen irgendwohin zu enteilen. Hingegen sorgt Rob Hall für ein festes Klanggerüst, in dem er gleichsam herumklettert und selbst für die höchsten Töne sorgt.
Hm, was hören wir denn bei „Heligan´s Hooligan“? Ein wenig Cannonball Adderley reloaded und Jazz Rock im Nachgang von Joe Zawinul, so könnte man formulieren, um die Musik einzuordnen. Übrigens, der Gedanke an Zawinul drängt sich insbesondere bei dem Solo von Tobias Weindorf auf.
Nachfolgend spielt der Gitarrist solistisch auf und paraphrasiert das Thema, das zuvor Saxofonist und Pianist gespielt haben. Bei dieser Passage ist dann nichts mehr von Cannonball Adderley zu spüren. Das kommt erst wieder mit dem Eintritt des Gebläses ins musikalische Programm auf.
Die ersten Takte von „Landing Grounds“ muten wie ein guter Rocktitel an, dank an den Pianisten. Der Saxofonist jedoch gestaltet das Stück durch seinen Klangbeitrag mehr und mehr mit Jazznoten. Im weiteren ist es erneut der Pianist an seiner Wurlitzer, der uns an Bands wie Emerson, Lake & Palmer denken lässt. Jazz Rock vom Feinsten stellt er vor. Weichzeichnungen sind es die Rob Hall nachfolgend beisteuert. Philipp van Endert jedoch bringt uns mit seiner wimmernden und jaulenden Gitarre zurück in die Welt von Rock sowie von Jimi Hendrix, so ließe es sich formulieren. Und in den rockigen Modus verfällt auch der Pianist, ehe zum Schluss das Tutti zu erleben ist. Am Ende der aktuellen Einspielung heißt es „About turn“. Dabei liegt der Fokus auf einer Jazzausformung mit Bezügen zum Jazz der späten 1950er und frühen 1960er Jahren. FAZIT: Hörenswert!
© ferdinand dupuis-panther, 2026
Musicians
Rob Hall – sax
Tobias Weindorf – piano
Philipp van Endert – guitar
Tracks
01 Epitaph
02 Crow Jam
03 Ali
04 Heligan´s Hooligan (live)
05 Random Waltz
06 Landing Grounds
07 About turn
















