Tommaso Starace Organ Trio - Live at The Beawer Inn

Tommaso Starace Organ Trio - Live at The Beawer Inn

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Dodicilune

“I have had the pleasure of playing with Martin and Pip as an Organ Trio for the past three years. I knew Pip from my early days when I used to be invited to perform at the St Ives Jazz Club and to play with the house band. I have always admired the gusto he puts into his drumming and the sound he gets out of his kit. And to make things even better and easier, he's such a gentleman and so easy to work with! I first met Martin a couple of years ago when I was looking into touring with an Organ Trio. Needless to say I was immediately transported by his hard, swinging playing and sensitive comping, plus of course, just as with Pip, by his kindness and gentleness. During these three years we have played together in many Jazz clubs and conducted several workshops throughout Cornwall and Devon, so that we now know each other musically to the point of experiencing quite a few "magic moments” during our performances. This recording came about accidentally as Peter Hames, the concert organiser, wanted to keep a record of the evening. The event at the Beaver Inn was packed with a lively audience that gave us the right energy and positive vibe to deliver a performance full of adrenaline and musical adventure. …” (Tommaso Starace) Dieser sehr lange O-Ton mag als Einführung für die Besprechung des aktuellen Albums genügen.

Nein, die Leitstimme in diesem Trio ist, jedenfalls in „We See“, nicht die Orgel, sondern das Altsaxofon. Der Saxofonist Tommaso Starace lebt sich ganz und gar in Paraphrasierungen des Themas aus. Der Organist Martin Jenkins ist eher verhalten im Hintergrund wahrzunehmen. Ausgelassen agiert der Saxofonist, zelebriert Umspielungen, ehe dann ein Solo des Organisten ansteht. Wie der Saxofonist versucht auch der Organist dem Bebop von Monk nahe zu kommen, ohne eine reine Werkkopie abzuliefern. Hier und da scheint in der Interpretation von Monk durch Jenkins Blues durch. Steter Schlagwerknebel wird versprüht; viel Beckenspiel ist zu vernehmen. Immer wieder taucht der Schlagzeuger Pip Harbon auf, gibt ein Intermezzo zum Besten. Und am Ende ist es der Saxofonist, der erneut das Thema vorstellt. Weiter geht es mit Sérgio Mendes „Groovy Samba“. Die musikalischen Linien bestimmt dabei der beschwingt aufgelegte Saxofonist. Der Organist hält sich weniger am Thema fest, das der Saxofonist vorgestellt hat, sondern verführt durch sein ausgefeiltes Spiel von Variationen. Dabei lässt er sein Instrument auch in den Tieftönen vibrieren. Sonor und eher sanft gestimmt kommt der Saxofonist daher, wenn er den Hammondspieler ablöst und uns den Sambarhythmus beibringt. Doch darauf beschränkt er sich nicht, sondern wandelt in seinen wellig erscheinenden Tonfolgen auch in die Höhen, die man mit einem Altsaxofon erzeugen kann. Pip Harbon darf sich in diesem Stück auch als Künstler mit den Trommelstöcken zeigen. Wir hören ihn in einem langen Solo, ehe dann der Saxofonist uns erneut das Thema von „Groovy Samba“ vorstellt.

Das Trio hat auch jeweils ein Stück von Cedar Walton und Benny Golson aufgenommen, die sich im Duktus wenig von den zuvor besprochenen Stücken unterscheiden. Auch die Rollenzuweisung ist ähnlich. Der Saxofonist ist der dominierende Musiker, obgleich doch ein Organ Trio live zu hören ist!

„Misty“ (Erroll Garner) ist eine Ballade und entstand angeblich auf einem Flug von San Francisco über Denver nach Chicago angesichts eines beeindruckenden Regenbogens und feiner Regenvorhänge, die vorüberzogen. Wir hören nun, was das Trio aus dem 1954 entstandenen Jazzstandard macht: Getragen sind die Saxofonklänge. Schlagwerkrauschen vernehmen wir ebenso wie die zarten Orgelklänge, die dahinschweben. Doch das Saxofon ist beherrschend in den Klangfärbungen. Besingt der Saxofonist gar die Regenvorhänge mit Regenbogen? Oder ist es der Organist, der für die Regenvorhänge zuständig ist? Lang gezogen sind die Orgelklänge, die wir beim Solo des Hammondorgel-Spielers hören. Ja, tatsächlich hat das Spiel teilweise etwas von Regentropfen, die niedergehen, oder strichweisem Regen. Gewischte Felle klingen als Beigabe. Danach ist wieder sonores Saxofonspiel zu erleben, das so klingt, als ob der Regen und der Regenbogen als faszinierende Momente vorbei sind und Sonnenstrahlen begrüßt werden. Im Weiteren scheint das Saxofon uns klanglich ein Tänzchen im Sonnenschein zu bescheren, so ein etwaiges Bild zum Gehörten. Und ja, in diesem Stück ist der Ausklang mit „Saxofonkapriolen“
bereichert.

Der Calypso „Fungii Mama“ (Blue Mitchell) steht auch auf dem Programm. Im Original lebt das Stück von dem Wechselspiel der Bläser. Im Jahr 1964 spielten der Bassist Gene Taylor, der Drummer Aloysius Foster, der Pianist Chick Corea, Saxofonist Junior Cook und der Trompeter Blue Mitchell das Stück ein. Und wie klingt ein Calypso mit nur einem Bläser? Hören wir mal rein: Keine Frage der Saxofonist führt uns in den Calypso ein, ehe dann der Organist das Thema aufgreift und recht temporeich agiert, auch in den Variationen, die zu hören sind. Bei der Rückkehr des Saxofonisten in das Arrangement steht das freie Spiel mit Phrasierungen im Fokus. Der Calypso in seinem typischen Rhythmusbild ist nur zu erahnen. Selten genug erlebt man heute ein Schlagwerk-Solo, In dieser Live-Aufnahme hört man ein solches Solo jedoch. Man rate mal, wer dann in „Fungii Mama“ das letzte Wort hat? Na klar, der Saxofonist!

Zum Abschluss hören wir „Voyage“ (Kenny Barron). Fazit: Das Album erscheint wie die Hommage an die Granden des Jazz. Allerdings dürfte der eine oder andere Eigenkompositionen vermissen, die den Geist von Monk, Mitchell und Garner atmen könnten.

© f. dupuis-panther 2026


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Musicians
Tommaso Starace, alto saxophone
Martin Jenkins, hammond organ
Pip Harbon, drums

Tracks
1) Introduction
2) We See
3) Groovy Samba
4) Firm Roots
5) Stablemates
6) Misty
7) Fungii Mama
8) Voyage

• COMPOSITIONS BY
Compositions by Thelonious Monk (2), Sérgio Mendes (3), Cedar Walton (4), Benny Golson (5)
Erroll Garner (6), Blue Mitchell (7), Kenny Barron (8)


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