No Pancake – Apollonia
N
Silver Set Records
Kurze Vorrede: Improvisierte Musik von Musikern, die in Großbritannien und in Kanada leben, erwartet uns mit diesem Album. Ausgiebig ist musikalisch das „English Breakfast“, das mehr als eine viertel Stunde dauert.
Konzentration ist vom Zuhörer gefordert, um alle Wendungen und „Irrungen“ nachzuvollziehen. Blecherner Trommelschlag, Klangrausch, Pfeifgeräusch, Quietschen, Schnurren, Huhuhu, Tickticktick, kurzer Klarinettenklang, Vogellaute, Wimmern, aufgeregtes Klarinettenspiel, dumpfe Trommelschläge, Explosives, Knarren und Knartzen, Dädaädäda, Vibrationen, schwingendes Holz – das sind alles Momente, die der Hörer beim Englischen Frühstück aufnehmen kann. Ein Furor gibt es zu Beginn nicht. Eher erleben wir, wie Klänge übereinander gesetzt werden, wie auf den Instrumenten Geräusche erzeugt werden. Nur selten ist mal etwas Melodisches wahrzunehmen. Schrille Töne führen schnell zu Tinnitus, der anhält. Rauschenden Wind vermeinen wir auszumachen. „Stolpernd“ ist das Trommelspiel angelegt. Wird nur das Mundstück der Klarinette eingesetzt, um all die hohen Töne zu erzeugen? Man muss es vermuten. Schwirrende Klarinettenklänge und einen „Katzengesang“ dürfen wir außerdem erleben, Synth-Frequenzen melden sich zum aufgeregt scheinenden Spiel des Klarinettisten . Ungestüm entwickelt sich das Stück, nimmt Fahrt auf, legt die Klänge dicht übereinander. Päpäpä und Lautähnliches hören wir in schneller Folge. Kleine, fein umrissene Klangmodule serviert der Klarinettist zum Frühstück. Mit dem Synth wird Fahrtwind simuliert, oder? Zum Frühstück, zum Englischen insbesondere, wird ein Allerlei der Klänge serviert, offen in der Struktur. Aber irgendwann finden die drei Musiker auch ein Ende beim Englischen Frühstück.
Mit Schlägeln, engl. „Mallets“, befassen sich die Musiker im Folgenden. Verzerrte Frequenzen, die man vom Kurzwellenradio kennt. Vibrationen und ein langer Ton, der sich verflüchtigt, sind Teil des „Arrangements“. Angerissene Gitarrensaiten sondern einen Klang ab. Toattoat macht es. Twischt oder Ähnliches hören wir zudem. Oszillierende Klänge vereinen sich mit einem wechselnden Trommelschlag und fiependen Klängen der Gitarre. Blblbl ist klanglich eine Beigabe des Gitarristen. Im Verlauf nimmt das Drumming zu. Zugleich röhrt die Gitarre. Das Synth ist gut dafür diverse Klangamplituden zu erzeugen. Gitarrengeheule nehmen wir außerdem wahr. Kurzwellige Amplituden und ein trockenes Klick-Klick sind weitere Elemente in dem Stück über Schlägel. Klack-Klack steht am Beginn von „A Current“. Klanghörspiel ist auch in diesem Stück das Thema. Es klingelt, und die Klarinette gleicht in ihrem Klang einer Nasen- bzw. Vogelpfeife. Wilde Klarinettensequenzen inklusive Wimmern und Klagen sind zu verzeichnen. Becken schwingen und schwirren. Trötentöne dringen an unsere Ohren. „Hau drauf“ ist das Motto des Drummers. Geschnalze ist auszumachen. Paukenschläge meint man zu hören. „Klarinettenkreischen“
gehört zum Repertoire und auch tanzende Bleche und deren Klang. Teilweise wird das Spiel des Klarinettisten hektisch begleitet von Klanggemisch, mit dem Synth erzeugt. Feste Strukturen bietet der Drummer. Gegen Ende sind dann auch mal leisere Klänge wahrzunehmen. Den Abschluss der vielfältigen Improvisationen findet sich in „Be Current“.
© ferdinand dupuis-panther 2026
Musicians
Phil Durrant – electronics
Mike Gennaro - drums, percussion
Alex Ward - clarinet & guitar
Tracks
1. English Breakfast 17:18
2. Mallets 21:06
3. A Current 13:50
4. Be Current 06:43
Recorded at the Vortex Jazz Club, London UK on November 11, 2025
















