N∆BOU – Indigo
N
EDITION RECORDS
„Indigo, the third quartet album from Belgian trombonist and composer Nabou Claerhout, marks a striking new phase in her creative evolution. Following Hubert (2019) and You Know (2021), Nabou Claerhout presents a refreshed NΔBOU line-up with Trui Amerlinck (double bass), Gijs Idema (electric guitar) and Daniel Jonkers (drums). The album explores change, renewal and shifting human connections, building on the strong foundations NΔBOU has established in Belgium and the Netherlands while signaling Claerhout’s growing international reach. It is an album of metamorphosis: new collaborators, new perspectives, and deeply personal compositions transformed into music that feels raw yet refined, intimate yet powerful.“ (zit n. der Homepage von Edition Records!)
Nun ja, die Posaune ist nun nicht gerade das „Standardinstrument“ des Jazz. Das ist ohne Frage das Saxofon. Nabou Claerbout aus Antwerpen reiht sich ein als eine der Gegenwartsstimmen auf dem Blechbläser, der eher nach Euphonium und Tuba klingt, mit dunklem Timbre, erdig, umbragefärbt. Die Posaunistin gehört zur Riege der Posaunisten der Jazzgeschichte, die durchaus Stil prägend waren: J.J. Johnson, Curtis Fuller, Nils Landgren und Shannon Barnett sowie Albert Mangelsdorff. Doch Nabous Stimme ist eigenständig, fernab vom Funk eines Nils Landgren beispielsweise.
Getragen-lyrisch kommt das Stück „Consent (for Stijn)“ daher. Auffallend ist dabei, dass auch der Gitarrist Gijs Idema zarte Klangspuren setzt, die im Vergleich zum „Baritonklang“ der Posaune fragil erscheinen. Hervorzuheben ist außerdem, dass Nabou zwar im Fokus des musikalischen Klangbouquets steht, aber eben nicht alleine agiert und ihre Mitmusiker zu Beiwerk herabstuft. Man achte mal auf die teilweise monotone Bassbegleitung in „Parallellepipedum“. Dazu füllt Nabou mit ihrem satten Instrumentenklang den Raum, teilweise auch mit temporeichen Passagen, die der Gitarrist in einem Solo aufnimmt. Getragen und mit einer gewissen Form von Schwermut kommt „Flux Bloom“ daher. Zugleich meint man, dass die Posaunistin eine ausgedehnte Hochfläche mit Tundra-Vegetation vor unseren Augen auf die musikalische Leinwand bringt.
Gleich drei „Varianten“ eines Echos erleben wir auf dem Album: „Echo I“, „Echo II“ und Echo III“. Klang und Widerhall, das vernehmen wir bei „Echo I“. Wiederholung von Mustern sind deutlich zu erkennen. In „Echo II“ wird in einer Art Skizze fortgesetzt, was in „Echo I“ angelegt ist. Allerdings entwickelt die Posaunistin zudem dahinziehende Klangnebel über einem monoton anmutendes Klangbild. Eher an Alphorn oder Nebelhorn muss man denken, lauscht man „Echo III“. Hört man da nicht auch schreiende Möwen? Auch Meeresrauschen scheint präsent zu sein, oder?
Der verlorenen Seele, „Lost Soul“ widmet sich die Antwerpener Posaunistin gleichfalls auf dem Album. Man könnte übrigens beim Hören des Stücks an ein Lamento denken. Sehr hörenswert ist das Spiel des Gitarristen, das allerdings in Teilen von dem vollen Posaunenklang überlagert wird. Noch ein Wort zu „Johanna“ mit einer gewissen Anmutung von Pop- und Rockmusik, insbesondere angesichts der Bass-Setzungen und des Drummings. Und auch die Posaunistin findet sich durchaus im oben beschriebenen Genre ein. Da scheinen Chicago oder Blood, Sweat & Tears nicht weit entfernt zu sein, oder? Mit „Ruin & Redemption“ beschließt das Quartett um Nabou Claebout das vorliegende Album.
© ferdinand dupuis-panther 2026
BANDCAMP
EDITION RECORDS
Musicians
Nabou Claerhout - Trombone
Gijs Idema - Guitar
Trui Amerlinck - Double bass
Daniel Jonkers - Drums















