Hermine Deurloo (with Rembrandt Frerichs) – Living Here

Hermine Deurloo (with Rembrandt Frerichs) – Living Here

H

ZenneZ Records

Über die niederländische Mundharmonikaspielerin Hermine Deurloo lesen wir: “Hermine Deurloo plays the chromatic harmonica with the effortless fluency of a saxophonist and is a creative and melodic musician. It is obvious that she ranks among the top jazz harmonica players of this decade.” (Scott Yanow, LA Jazz Scene).

Hermine Deurloo studierte Saxophone am Konservatorium in Amsterdam lernte autodidaktisch auch das Spiel auf der Harmonika. In ihrer musikalischen Karriere spielte sie gemeinsam mit  Tony Scherr, Han Bennink, Willem Breuker Kollektief, The Schonberg Ensemble, Candy Dulfer und dem  Metropole Orchestra. Zudem unterrichtet sich am Konservatorium in Rotterdam.

Für das aktuelle Album umgab sich die Mundharmonikaspielerin mit dem Cellisten Jörg Brinkmann, dem Drummer Jim Black und dem Pianisten  Rembrandt Frerichs. Hermine Deurloo äußert sich mit folgenden Worten zu ihren Mitspielern: “Rembrandt’s  compositions are very melodic. His way of playing is transparent but also adventurous. This album has a lyrical character. To provide a counterweight to the melodic voices, I have chosen cello instead of bass. Jörg Brinkmann is obviously a master. Jim Black is one of the best drummers in the New York jazz scene and has a narrative way of playing. In the studio, we had an  instant click with each other. On the album there is also an element of instant composing, some pieces developed from ideas and sketches that were created there. "

Jörg Brinkmann eröffnet auf dem Cello „A Long Story Short“ und füllt einen Raum mit viel Nachhall. Anschließend hören wir auch den Pianisten mit fließendem Tastenspiel. Stellenweise hat man den Eindruck, Jörg Brinkmann schließe  an die Sternstunden von Fusion an, als auch Geiger wie Jean-Luc Ponty und Didier Lockwood auf den Bühnen der Welt präsent waren. Überstrahlt wird jedoch all dieser Klang durch das Spiel der Harmonika, dank an Hermine Deurloo. Dabei ist nicht von der Hand zu weisen, dass eine Harmonika durchaus auch in den Klangsphären eines Akkordeons unterwegs sein kann. Unterdessen rinnt und sprudelt es im Hintergrund, vernehmen wir das bewegte, perlende Pianospiel von Rembrandt Frerichs, mit dem das Stück dann auch ausklingt.

Sehr stark rhythmisch durchwirkt ist „Samba de um Breque“, derweil wir dem hellen Klang der Harmonika folgen. Sambaschwünge und Glitzerkostüme wie beim Karneval in Rio sind darin eingeschlossen. Und während wir zuhören, erinnern wir uns an das Latin Fever, das uns der Grande der Mundharmonika, Toots Thielemans, einst jenseits von Bluesette beschert hat. Sehr ausgereift ist das eingebundene Pianosolo. Dabei gibt es eine durchaus wahrnehmbare Basshand, über der sich ein Melodielauf legt. „Sonzinho“ atmet ein wenig die Schwere eines Fados und zugleich eines französischen Chansons, wie sie Jacques Brel zu seinen Lebzeiten sang. Dabei ist es vor allem der Cellist, der für das Melancholische und Nachdenkliche sorgt. So muss man dann zwischendrin wohl nicht zu Unrecht auch an „Ne me quittez pas“ denken, auch wenn Hermine Deurloo für klangliche Farbaufhellungen sorgt. Das Nachdenkliche hinterlässt beim Hören jedoch nachdrücklich Spuren.

In „Sketch on November“ erleben wir eine Klangcollage, bei der die Harmonika aus dem Hintergrund, wenn nicht gar aus dem Off zu hören ist. Der Schlagzeuger drängt sich derweil durch hartes Drumming und kurzes Blechschwirren auf. Repetitiv ist das, was der Pianist zur Collage beiträgt. Perkussives, das nach Kettenschlägen klingt, und kristalline Tastenklänge sind zudem auszumachen, Doch diese Klangeindrücke vergehen allmählich, nachdem zuvor ein grandioses Furioso durch die Musiker entwickelt wurde.

Zartes Zupfen der Cellosaiten wird bei „Living There“ von kurz wechselnden Umspielungen des Pianisten und langen Linien der Harmonikaspielerin begleitet. So hat man den Eindruck, es kreuzen sich nach und nach flache und lange Wellen des Klangs. Funk und Blues, so der Eindruck, gehen bei „Monkey“ ein symbiotisches Verhältnis ein. Auch Rockverwandtes scheint im Spiel von Hermine Deurloo durch, oder? Ab und an fühlt man sich bei Hören – man beachte die Klavierpassagen - an Les McCann erinnert. „Walking Home“ bildet im Übrigen einen gelungenen Abschluss des Albums.

© ferdinand dupuis-panther




Infos

http://www.herminedeurloo.com/

Tracks

1 A Long Story Short
2 Samba de um Breque
3 Sonzinho
4 Sketch on November
5 Achiltibuie
6 Living Here
7 Monkey
8 Self Portrait
9 Zombi Zua
10 Zamurka
11 Walking Home


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