Distant Birds - VOL. 01 & 02
D
Earshift Music
"‘Distant Birds’ ist die hypnotische neue Zusammenarbeit zwischen Chris Abrahams (The Necks) und Dave Symes (Boy & Bear). Das Projekt, das aus tiefem musikalischem Vertrauen und gegenseitiger Neugier entstanden ist, durchstreift auf den Alben VOL. 01 & 02 dämmerige Klanglandschaften aus pulsierenden Grooves, stimmungsvollen Atmosphären und ausgedehnten Improvisationsformen. Die Musik, die Einflüsse aus Afrobeat, Soul und Dub-Reggae der 70er Jahre aufgreift, ist roh und dennoch komplex strukturiert – Moog-Synthesizer, Fender Rhodes und Hammond-Orgeln wirbeln über mitreißende Basslinien, während Saxophon- und Trompetenklänge Abrahams ausgedehnte Improvisationen untermalen und Evan Manells subtil driftende Drumsmuster zu hören sind.
Während Abrahams seine charakteristische Mischung aus Minimalismus, Ambient und melodischer Unruhe einbringt ..., verleiht Symes der Musik eine erdige, groovige Note, die auf seiner umfangreichen Erfahrung in der Pop-, Jazz- und Experimentalszene beruht. Mit Wurzeln in Bands wie Prop, Aronas und Boy & Bear und geprägt von seinen prägenden Jahren unter der Mentorschaft des verstorbenen Jackie Orszaczky ist Symes’ musikalische Ausrichtung sowohl geerdet als auch experimentierfreudig.“ Das sind die zugegeben für eine Review-Einleitung sehr umfängliche Zeilen des Labels zum Album!
„Drill“ heißt es zu Beginn. Wir erleben Sphärenschauer und Bläserwucht mit wiederkehrenden Melodielinien neben dem inszenierten Klangbett. Rhodesklänge dringen an unser Ohr. Ist da nicht eine Wurlitzer zu hören, ehe der Baritonsaxofonist interveniert? Dabei klingen die Bläserpassagen im Folgenden so, als wären Blood, Sweat & Tears im Geiste gegenwärtig, Die Musik schwingt im Trance. Wer sie hört, der schwingt mit, der verfällt in Jaktationen, bei denen der Oberkörper vor- und zurückschwingt. Aber eine Sufi-Zeremonie inszenieren die Musiker nicht.
Unablässig ist der Drummer am Werk. E-Bass oder was – das fragt man sich, wenn man die dunklen Klänge wahrnimmt, die sich gegenüber den an Space Rock angelehnten Passagen absetzen. Ausladende Klanglandschaften werden obendrein arrangiert. Im Dialog erleben wir den Bassisten und den Keyboarder, der Rhodes bzw. Fender Rhodes zu spielen scheint. 16 Minuten lang ist das erste Stück. Und da fragt man sich dann, ob es Zäsuren und Höhepunkte gibt oder ob nebelige Klangschwaden dahin schweben. Ja, es gibt die Zäsuren, dank an den Baritonsaxofonisten Matt Ottignon. Aus dem Klangeinerlei ragt auch Chris Abrahams heraus. Er bildet den Kontrapunkt zu den Nebelschwaden des Klangs, die wir erleben. Ambient ist auf alle Fälle mit im Spiel, auch wenn man Orgelklang hören kann, der an Jazz Rock andockt. Aber auch Techno- und House-Rhythmik durchziehen das Stück, das gut zu einer Rave-Party passt. Und harmonisch hören wir sogar ein Stückchen „Take Five“, dank an Matt Ottignon. Shake your body, move, move – das ist das Motto, das die Musiker realisieren. Mit „Sea Grass“ geht es weiter, mit Klaviersequenzen und „Orgelschleier“. Module werden angespielt und wiederholt. Trance wird angestrebt. Röhrend tritt der Baritonsaxofonist in Erscheinung. Und auch in diesem Stück fällt den beiden Bläsern die Rolle zu in die Klanglandschaft gleichsam musikalische Pflöcke zu setzen, die teilweise an eine Gruppe wie Osibisa erinnern, also an Afro-Music und Afro-Beat. Und wenn wir schon beim Thema sind, dann muss der Name Fela Kuti fallen, der ähnlich dichte Bläsersetzungen in seiner Musik einsetzte. Harmonie- und Melodie-Ähnlichkeiten zu „Drill“ scheinen nicht Zufall, sondern gewollt. Kristallines wird zelebriert. Dabei hat man das Bild vor Augen, wie die Seegraswiesen in der Meeresströmung hin und her wippen. Wie gesagt auch in diesem Stück scheint es Anlehnungen an die Brecker Brothers zu geben, auch wenn Michael Brecker Tenorsax und nicht Baritonsax wie Matt Ottignon spielte. Ohne Fragd ist auch Fusion ganz präsent.
Die Fortsetzung findet sich in „Spirit Level“. Klangflächen entwickeln sich aus der Raumtiefe. Finger tätscheln die Felle der Trommeln. Ein Reggae-Rhythmus wird angestimmt. Nein, Bob Marley erlebt keine Wiedergeburt, auch nicht Jimmy Cliff, aber Dub-Reggae ist schon angesagt. Chris Abrahams ist an der Hammond-Orgel zu hören, derweil die Bläser aufspielen und an „I shot the sheriff“ denken lassen, ohne dass musikalisch auf di8esen Song Bezug genommen wird, Schließlich endet die musikalische Erlebnisreise mit und ohne Spärenklängen mit dem Song „Drive“.
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BANDCAMP
Musicians
Chris Abrahams – keyboards
Dave Symes – bass
Evan Manell – drums
Ellen Kirkwood – trumpet
Matt Ottignon - baritone saxophone
Tracks
1. Drill
2. Sea Grass
3. Spirit Level
4. Driver
















