daoud – ok
D
ACT
„With “ok”, his new album and ACT debut, French trumpeter ‘daoud’ offers a quiet manifesto - a record shaped by contrast and contradiction, by collapse and the stubborn act of beginning again. Built around the idea of accepting what cannot be changed. He explains: “The whole record is built around the concept of reluctant acceptance of things that you can’t control. All right, fuck it, fine, I guess.” The album explores failure, loss, repetition, and the soft absurdity of pretending everything’s fine. Across 14 tracks, daoud weaves tragedy and humor, chaos and tenderness, melody and noise into a rich and emotionally charged soundscape.“ Das sind Zeilen aus dem Pressetext zum Album.
Zu einem musikalischen Ausflug nach Dijon „verführt“ uns der Trompeter daoud mit seinen Mitmusikern zu Beginn des Albums. Dabei lässt uns der Bläseransatz nicht an eine verwinkelte Stadt der Gassen und lauschigen Plätze, sondern an Weite denken. Der Trompeter schwebt mit seinen Klangvibrationen über einem Klangteppich, den ihm seine Mitmusiker ausbreiten. Trommelwirbel vereinen sich mit Synthklangteppichen. Teilweise hat die Musik etwas von Smooth Jazz, ist orchestral mit dem Fokus auf daoud. Doch der Trompeter ist als Bläser nicht allein auf weiter Flur auch ein Posaunist namens corto.alto (?!) verbreitet sein dunkles Timbre. „la fièvre“ wird von treibenden Rhythmen und einer distinkten Basslinie definiert. Irgendwie hat man den Eindruck, Mardi gras werde zelebriert, auch und gerade von daoud und den Saxofonisten, die als Gäste in Erscheinung treten. Mit einem Hauch einer Ballade gepaart mit einem Stück Wagnerscher Dramatik überzeugt „l'oeil de jules“. Rhodes und Synthesizer sind maßgeblich an der Gestaltung der Klanglandschaft beteiligt. Beim Hören muss man dann wohl auch an Alan Parsons Project denken, oder?
„ame“ ist nicht allein von dem glasklaren Trompetenklang bestimmt, der daoud zu verdanken ist, sondern auch in diesem Stück vernehmen wir einen dichten Klangteppich. Synth oder Rhodes - das ist dabei die Frage. Oder sind es gar elektronische Samples, die zusammengefügt werden? Ein Stück Sphärenklang erleben wir obendrein. Zudem ist der Höreindruck der, als würde daoud mit seinen Musikern in einer riesigen Tropfsteinhöhle konzertieren. Mit Plink-Plonk des Pianos und jaulendem Gitarrenklang macht „3114“ nicht nur auf, sondern setzt dieses „Duett“ bis zum Schluss fort.
Wie die Ähren eines Kornfeldes im Wind, so muten die Trompetenklänge an, die wir in „everything but sex“ vernehmen. Und dann wird wieder das fein geknüpfte Klangnetz verspannt, dank an Synth und Rhodes, so der Höreindruck. Soul und Funk sind „soda“ beigemischt. Irgendwie scheint hier auch eine Nähe zu Randy Brecker aufzublitzen. Wie andere Stücke ist auch dieses recht kurz. Paraphrasierende Ausschweifungen sind daher nicht zu erwarten. Nach „plagiat“ und „l.p.a.m.“ lauschen wir dem Song „mathilda“. Entspannung ist das Stichwort, das zu diesem Stück passt und das gilt für eine Reihe von Stücken auf dem Album, auch für den Schlusstitel „loulou & the loulous“. Fazit: Vorgelegt wird ein Album, das rundgeschliffen ist. Es fehlen scharfe Ecken und Kanten, Überraschungen in den musikalischen Wendungen. Nun gut auch solche Alben haben ihre Berechtigung, oder?
© fdp 2025
Musicians
daoud trumpet, flugelhorn, synthesizers, ondes Martenot
Silvan Strauss drums, percussions
Louis Navarro double bass
Leo Colman synthesizers / piano / Fender Rhodes
Jules Minck synthesizers / electric bass / electric guitar
Quentin Braine additional percussions
Kuz additional keyboards / sound design / additional production
Special guests:
corto alto trombone
Mehdi Nassouli guembri
Charlie Burg tenor saxophone
Teis Semey electric guitar
Kuba Więcek alto saxophone
Julien Fillion tenor saxophone
Ludivine Issambourg flutes
Rosie Frater-Taylor vocals / electric guitar
Tracks
1 dijon
2 plato's twins
3 la fièvre
4 l'oeil de jules
5 ame
6 3114
7 le bâtard
8 everything but sex
9s oda
10 plagiat
11 l.p.a.m.
12 mathilde
13 ck
14 loulou & the loulous















