Carl Clements and the Real Jazz Trio – Retrospective

Carl Clements and the Real Jazz Trio – Retrospective

C

Greydisc

„Carl Clements is a world-class saxophonist, flutist, and composer who has performed extensively in the US, Europe, Asia, the Middle East, and South and Southeast Asia. … Though strongly rooted in jazz saxophone, he has frequently visited India to learn the intricacies of the North Indian bansuri flute and has intensively studied various musics of Latin America and around the world.

This diversity of influences is evident on his most recent jazz quartet album Retrospective, on which he plays tenor and soprano saxophones as well as bansuri. As with his previous critically acclaimed jazz quartet album A Different Light (see Review in the annex) Carl’s nine original compositions blend and flow through various genres, drawing on elements of swing, Latin jazz, and North Indian classical music, among other inspirations, to create a synthesis that is uniquely his own.“ So lesen wir es im Pressetext, der die Herausgabe des Albums begleitet.

Zum Auftakt des Albums hören wir „One for Joe“, eine Verneigung vor dem bekannten Jazzsaxofonisten Joe Henderson. Prägend sind die Saxofon-Passagen und eine Melange zwischen Saxofon und Piano. Zugleich umhüllt uns beim Hören des Stück ein wenig Swing, aber auch Temporeichtum. Bei den Bläserpassagen hat man durchaus das Bild vor Augen, eine Person würde hastig über eine Treppenflucht laufen. Man könnte sogar an Kinder denken, die mit kleinen Sprüngen gleich mehrere Stufen überwinden. Neben Carl Clements hat Jean-Yves Jung seine solistischen Momente. Da erlebt man Tastenkaskaden, die das oben angeführte Bild unterstreichen.

Bei “Mobius” drängt sich auf, an die Möbius-Schleife zu denken, oder? Und wenn diese Annahme zutreffen sollte, dann fragt man sich, wie wohl eine zweidimensionale Fläche, welche nicht orientierbar ist und aus nur einer Kante und Seite besteht, wohl musikalisch umzusetzen ist. Erneut ist es der Saxofonist, der durchaus tonangebend ist, sonor und mit feinen Sequenzen, die an eine Gouache denken lassen; also doch nicht eine Referenz an August Ferdinand Möbius. Fein ist das Sopransaxofon unterwegs, erkundet klangliche Höhen. Perlend ist das Klavierspiel zu charakterisieren. Es erscheint wie das Band einer Sportgymnastin, das in der Luft dank geschickter Bewegungen in Schlaufen und Schleifen fällt. Ohne Frage ist wie im ersten Stück das Wechselspiel von Saxofonisten und Pianisten das Auffälligste in diesem zweiten Stück des Albums. „Almodóvar” lautet ein weiteres Stück. Es scheint im Titel ein Fingerzeig auf den spanischen Filmregisseur und Drehbuchautor gleichen Namens. Carl Clements lässt die fragil erscheinende Bansuri-Flöte in einer melancholischen Melodie erklingen und der Drummer Jens Biehl ist an der Udu zu hören. Inspiriert erscheint der Titel von einer Bolero-Rhythmik. Jedenfalls strahlt der Titel ein gewisses Latin Flair aus. Raum gibt es bei diesem Titel auch für das zarte Bass-Saiten-Gezupfe von Johannes Schaedlich. Nein, ein lateinamerikanisches Feuerwerk wird nicht abgebrannt. Eher muss man an lyrisch-melancholischen Jazz denken, der von Baden Powell, Hermeto Pascoal oder Egberto Gismonti stammt. „Processions“ entführt uns erneut in die Welt von brasilianischem Jazz gepaart mit nordindischem Flair, dank an Carl Clements’ Spiel auf der Bansuri. Voller Dynamik kommt das Stück daher. Und wenn dann der Drummer noch zu seinen Sticks greift, dann meint man die Salsa-Party werde eingeläutet. Doch weder Salsa noch Samba oder Bolero hören wir. Dennoch meint man, man sei zwischen Rio und Manaus unterwegs, oder?
“Remnants,” ermöglicht es dem Zuhörer die Solos des Pianisten, Saxofonisten und des Bassisten in vollen Zügen zu genießen. “A Change of Rhythm” ist erneut von Carl Clements Sopransaxofon-Klang bestimmt. Obendrein meint man gar, ein wenig Bop werde zelebriert. “Kadam” rundet schließlich das sehr gelungene Album ab.

© ferdinand dupuis-panther


MUSICIANS
Carl Clements - saxophones & flutes
Jean-Yves Jung – piano
Johannes Schaedlich – bass
Jens Biehl - drums

TRACK LISTING
1. One for Joe 4:57
2. Mobius 8:22
3. Almodovar 7:44
4. Procession 5:19
5. Remnants 7:44
6. Selene in Repose 9:53
7. A Change of Rhythm 5:40
8. Retrospect 8:54
9. Kadam 4:19

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