Cameron Undy - Ghost Frequency

Cameron Undy -  Ghost Frequency

C

Earshift Music

Vorliegend präsentiert uns Cameron Undy sein jüngstes Gitarrensoloalbum. Auf diesem ist unüberhörbar die Faszination des Gitarristen für die Rhythmen Afrikas zu spüren.  Zu hören sind elf Kompositionen Undys. Der Musiker selbst äußert sich zum Album wie folgt: „The Ghost Frequency project is born from my fascination with ancient rhythms of the African diaspora. The idea that these rhythms evolved over thousands of years through human dance, ceremony and ritual is such a powerful one. That the vast majority of this evolution has gone unrecorded and never to be heard again, yet enriches such a wide variety of contemporary music is somewhat mind-blowing! These rhythms are like ghostly artefacts, that when I ‘pick them up’ and ‘play’ them I can never be totally certain that I am ‘seeing’ them for what they are/were.“

Einen perlenden Klangfluss erleben wir beim Stück „Ghost“, teilweise mit metallischen Beifärbungen, was mit der Spiel- und Aufnahmetechnik zu tun hat. Durch den Klang von metallischem Geschaben wird der Höreindruck irritiert, auch der Klang graziler Klangbewegungen, die im Bild an eine Pirouette eines Dressurpferdes denken lässt. Ab und an meint man, für einen kurzen Moment den Klang einer Harfe wahrzunehmen, obgleich Undy allein akustische Gitarre spielt. Haben sich da nicht auch Dux und Comes ins Spiel eingeschlichen? Und am Ende gleicht das Gitarrenspiel bisweilen auch dem Klang der afrikanischen Daumenharfe. Nachfolgend erleben wir Undys akustischen Fußabdruck, heißt das Stück doch „Footprint“, auch als Zeichen zu begreifen, als Botschaft aus der Vergangenheit. Einen Ansatz von Flamenco vermeint man zu Beginn des Stücks ausmachen zu können. Zugleich fühlt man sich auch in die Welt eines Griot, eines westafrikanischen Erzählers, und von Ali Farka Touré entführt, also auf einer Klangreise durch Westafrika, durch Mali unterwegs zu sein. Wiederkehrende Klanggewebe werden geknüpft; der Faden einer akustischen Erzählung gesponnen. Und noch eine Bezugslinie zu afrikanischer Musik ist auszumachen, nämlich zur Musik des Oud- und Gimbri-Spielers Majid Bekkas.

Verlassen wir zumindest vom Titel des Stücks her den schwarzen Kontinent und bewegen uns musikalisch durch den „Orbit“. Wie stetig fallende Regentropfen, die in ein Blechfass, auf Wellblech und auf Holzbalken fallen, klingt das, was an unser Ohr dringt. Wellig sind die Klangformen ausgebildet, teilweise aber auch in Sprunghaftigkeit verfangen. Da scheint dann eine Kalimba auf eine Kora zu treffen, oder? Gewiss, nur eine akustische Gitarre ist das Instrument der Stunde, Das lässt sich augenscheinlich sehr variantenreich anspielen, auch in der Manier von klassischen Etüden, wie wir beim weiteren Zuhören feststellen können.

In ähnlicher Weise klassisch anmutend ist auch „Reflection“ gestaltet, ein überaus kurzes Stück. Bei diesem drängt sich im Übrigen der Eindruck auf, der Musiker würde zwischenzeitlich eine Baritongitarre zur Hand nehmen. Temporeich und mit feinem Picking kommt „Sand“ daher, so als wolle Undy musikalisch das Verwehen und Ablagern von Sand, von Dünensand, in angemessenen Klangformen umsetzen. Sind es gar die Tränen der Wüste – so wird bei den Tuareg die Sandsahara genannt -, die Undy „besingt“? Folksong oder was – das stellt sich als Frage bei den ersten Takten von „Jellyfish“. Sind wir dabei nicht wieder in Westafrika und lauschen den Geschichten eines Griot, eines Sängers und Dichters, dessen Rezitationen Ähnlichkeiten mit den Bänkel- und Moritatensängern aus unseren Breiten aufweist?????. Und irgendwie wird man auch an „Pata Pata“ und Miriam Makeba erinnert, insbesondere im Hinblick auf die Rhythmik des Stücks. „Shed“ rundet das Soloalbum schließlich ab.

© ferdinand dupuis-panther




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www.earshift.com
https://cameronundy.bandcamp.com
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