Axel Fischbacher Trio feat. Tamara Lukasheva & Ohad Talmor – normal II
A
JazzSick Records
Zum vorliegenden Album lesen wir u.a.: „Mit „normal II“ stellt das Axel Fischbacher Trio sein neues Album vor und führt eine Arbeit fort, die seit vielen Jahren von Austausch, Offenheit und gemeinsamer musikalischer Praxis geprägt ist. Im Zentrum steht das Trio mit Axel Fischbacher an der Gitarre, Nico Brandenburg am Bass und Tim Dudek am Schlagzeug. ... Die Musik entsteht im Zusammenspiel, im direkten Reagieren aufeinander, im Wechsel zwischen klaren Strukturen und freien Passagen. Für „normal II“ hat Axel Fischbacher neue Stücke geschrieben. Mit der Sängerin Tamara Lukasheva und dem Saxophonisten Ohad Talmor erweitert sich das Trio um zwei weitere Stimmen.“
Übrigens ist es kein Zufall, dass das Cover das Peace-Symbol von 1969 ist. Das ist nicht als Rückwärtsgewandheit zu verstehen, sondern als Erinnerung. Frieden ist eine aktuell Idee und ein Zustand, auch wenn er meist fragil ist. Doch ohne Frage, um Frieden muss es gehen auf diesem Planeten. Das sehen hoffentlich nicht nur die Musiker so!
Mit „Headroom Baby“ und der stimmlichen Einlage von Tamara Lukasheva eröffnet das Album. Lauscht man dem Gesang, dann hat man bisweilen den Eindruck, man höre ein Altsaxofon oder eine Posaune. Die Stimme der Vokalistin ist somit ein gleichberechtigtes Instrument wie Gitarre und Saxofon. Nach beschwingten Passagen, die uns der Gitarrist beschert, erleben wir ausgelassen dahin driftende Klänge, die der Saxofonist vorträgt. Im Hintergrund gibt es heftiges Schlagwerkgestäube und dann ist es an der Sängerin erneut die Themazeilen anzustimmen. Begleitet wird die Sängerin in kurzen Passagen vom Saxofonisten, ansonsten ist das Vokale das bestimmende Klangmoment. „Fritz Tanzt“ scheint von Samba, Swing und Soul reloaded bestimmt. Man lausche mal auf Axel Fischbacher und dessen frisches Saitenspiel. Im Hintergrund vernimmt man als Begleitung die Gesangsstimme und ein eindringliches Tack-Tack. Hinzuzufügen ist, dass das Vokale im Weiteren durchaus dominiert und zwischen Swing und Latin Flair changiert. Ein besonderer Hinhörer sind die Schlusssequenzen des Stücks mit sonorem Saxofonspiel und kurzen Gitarrensetzungen.
Nach „Adam S Parrot Cake“ mit einer Note von Revue-Jazz, Swing und Big-Band-Anmutungen folgt „Rich Fine Girl“. Wird da anfänglich der Amboss gehauen? Man meint es, wenn der Schlagwerker den Takt formt. Zudem ist der Bassist zu vernehmen, ehe der Gitarrist mit rhythmischen Elementen aufwartet. Das Melodische als Thema wird dem Saxofonisten und der Vokalistin überlassen. Das Solo des Basses nimmt Anlehnungen an das zuvor Gehörte und moduliert es ausgiebig. Der Song wird auch durch die Gitarrenpassagen geprägt. Dabei lässt Axel Fischbacher seine Gitarre auch jaulen und wimmern. So entsteht eher der Eindruck von ein bisschen RnB, oder? Und auch Anlehnungen an Rock‘n Roll mag man aus dem Spiel des Gitarristen heraushören. Weich und sanft ist hingegen das Saxofongebläse. Es sind dezente Klangsetzungen, die Saxofonisten sonst nur selten an den Tag legen.
Ballade oder nicht – das fragt man sich bei „Barefoot Girl Dancing in the Moonlight“. Es ist ein Stück, in dem die Stimme von Tamara Lukasheva eine zentrale Rolle spielt. Sie ist Teil des instrumentalen Arrangements wie auch in Songs zuvor. Ein besonderer Hörgenuss ist das Spiel des Saxofonisten. Da schmilzt Ton für Ton dahin.
Zum Abschluss hören wir „Normal“ und nochmals die Stimmvirtuosität von Tamara Lukasheva, mal abgesehen von dem umtriebigen Gitarrenspiel von Axel Fischbacher.
© ferdinand dupuis-panther 2026
Musicians
Axel Fischbacher – git
Nico Brandenburg – bass
Tim Dudek - drums
Tamara Lukasheva – voc
Ohad Talmor – sax
Tracks
Headroom Baby
Fritz Tanzt
Adam S Parrot Cake
Rich Fine Girl
Barefoot Girl Dancing in the Moonlight
Normal
















