Ariel Bart – Documentaries

Ariel Bart – Documentaries

A

Ropeadope Records

Ariel Bart begann chromatische Mundharmonika zu spielen, als sie sieben Jahre alt war. Über die Jahre hatte sie Auftritte unter anderem mit William Parker, Andrew Cyrille, Steve Swell, Achinoam Noa Nini, Miki Gavrielov, Davis D’aor. In Bezug zum jüngsten Album – das Album trägt den Titel  “Documentaries” - führte die aus Israel gebürtige Mundharmonikaspielerin aus :  “I constantly live between light and dark moments in my personal life, and I believe that’s true for most people. Trying to navigate between these two, I wrote these new compositions which reflect the conflict between what we represent outside and how other people see us, and the way we really feel inside but can't find a way to speak that. You never know what really happens in the hearts of the people you are surrounded by”.

Wer dieses Album hört, kann nicht umhin, an das französische Chanson zu denken, an Barbara, an die Greco, an Brel und andere. Der Musik wohnt dabei durchaus etwas von Liebe und Leidenschaft, die Leiden schafft inne. Sie ist bisweilen getragen, wird bestimmt von dem Klang der Mundharmonika, die hier und da an ein Akkordeon erinnert, wenn auch ohne dessen lang gezogene Tonsilben. Der „alte Mann aus der Brüsseler Hoogstraat“, Toots Thielemans, hat die Mundharmonika einst für den Jazz hoffähig gemacht. Ariel Bart hingegen erweitert durch ihr Ensemble die Klangnuancen, nimmt Kammermusikalisches mit Cello und Bass wie in „Nine Souls“ auf. Mittelalterliche Musik scheint ab und an auch in ihren Kompositionen auf. Stimmungsvoll und melodiös ist das, was wir hören. Gelegentlich ist durchaus auch von Melancholie und Elegie die Rede.

Die musikalische Reise ist auch eine Wanderung über weite Hochflächen wie in „Between Light and Shadow“, dem ersten Track des Albums. Dabei vermeint man dichte Wolkenbänder am Himmel zu sehen, den steten Wind rauschen zu hören und sich gen Horizont aufzumachen. Wetterleuchten und Gewitterankündigungen sind auch vernehmbar, vor allem zu Beginn, wenn dramatische Tonsilben des Pianos ans Ohr dringen, begleitet von intensiven Trommelverwirbelungen. Spärliche Sonnenstrahlen durchdringen die Wolken, so jedenfalls ein weiteres mögliches Bild, das vor allem zum eingeschobenen „Duett“ von Trompeter und Mundharmonikaspielerin passt. Elegisches gibt in Zwischenspielen der Pianist zum Besten. Getragen ist der Duktus. Bezogen darauf meint man, Sibelius und Grieg seien im Geiste Paten der Musik., die zu hören ist.

Weiter geht es in ähnlichem Duktus wie zu Beginn mit „Six Souls Left“. Was kann man sich als Bild vorstellen, wenn man dem Klang von Mundharmonika und Piano folgt. High Noon? Sommerliche Schwere und Schwüle? Mediterranes Licht so gleißend wie auf den Gemälden von Paul Signac, vielleicht. Überhaupt hat man eher das Bild vom Leben im Süden vor Augen. Die Straße und die schmalen Gassen sind das Wohnzimmer, sind Orte der Begegnung. Und zu den Sequenzen des Pianisten meint man, hopsende Kinder vor Augen zu haben. Die Grundaussage lautet: Das Leben ist schön. Losgelöst und fern von Bodenhaftung sind die Linien, denen Ariel Bart und Eden Giat folgen. Alles scheint im Fluss, stetig und ungezwungen.

Mit einer sanften Trompeteneröffnung beginnt „Alice, Pray Away“. Die Töne scheinen dabei zu schweben, scheinen wie eine sich auflösende Nebelwand. Begleitet wird Itamar Borochov von einem kaskadierenden Pianospiel, dank an Eden Giat. Schwermut bündelt sich in „Teardrop“. Man hat den Eindruck, man lausche einem Klagelied, auch wenn Ariel Bart für expressive Klangfarben sorgt. Doch das restliche Ensemble scheint eher dem Wehmütigen verpflichtet. Ein Streicher vereint sich mit dem Pianisten, der weiche Linien spielt und die Dunkelheit des Klangs aufhellt, so geschieht es zu Beginn in „Time is Blind“. Und sobald Ariel Bart ihre Stimme erhebt, ist wieder der Brückenschlag zum Chanson, zum Geschichtenerzählen vorhanden. Sehr fein ausdifferenziert ist in diesem Track das, was uns der Bläser des Ensembles zu Gehör bringt. Das hat durchaus Anlehnungen an klassische Musik, an barocke Linien. Mit „Ending“ wird das Album dann abgerundet, fürwahr ein Ohrenschmaus besonderer Güte.

© fdp2022




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Line-up

Ariel Bart Harmonica
Itamar Borochov Trumpet
Mayu Shviro Cello
Eden Giat Piano
David Michaeli double bass
Amir Bar Akiva drums

Tracklisting

1. Between Light and Shadow (P.1) 04:39
2. Six Souls Left 05:05
3. The Lonely Man of Faith 07:35
4. Alison, Pray Away 01:40
5. Teardrop 03:25
6. Nine Souls 06:08
7. Between Light and Shadow (P.2) 04:25
8. Time is Blind 05:35
9. Ending 03:10

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