Alister Spence – Always Ever

Alister Spence – Always Ever

A

Alister Spence Music

Vorab eine kurze Zusammenfassung zum jüngsten Album des australischen Pianisten Alister Spence: „The title of Always Ever, the absorbing new album from Australian pianist and composer Alister Spence, suggests a wellspring of sound and inspiration that gazes beyond the present moment into the infinite. An ambitious, singular and deeply personal collection of inventions and experiments, the album ventures further down the path on which the pianist embarked with his acclaimed 2020 album Whirlpool, which All About Jazz hailed as “a good place to hear [Spence’s] uncommon imagination at work.” 

Und nachfolgend noch ein O-Ton des australischen Musikers, der in unseren Breiten kaum oder gar nicht bekannt ist, auch wenn er mit dem Drummer von der bei uns bekannten Band The Necks, Tony Buck, zusammengearbeitet hat: “Over time the playing of the piano for me has expanded to encompass the whole piano, more than just playing the keys. I'm interested in contingency. I'm interested in accidents and what they cause to happen in the music, and I deliberately try to create those accidents for myself.”

„Mystic“ steht am Beginn des Albums. Und was hören wir? Ein präpariertes Klavier, das wie ein Marimbafon klingt? Auf alle Fälle vernehmen wir gedämpfte Töne, die Tropfen gleichen. Werden da nicht auch elektronisch initiierte Samples eingespielt? Bisweilen meint man gar ein Balafon zu hören, so jedenfalls der durch Spence initiierte Klang. Erst mit dem zweiten Stück des Albums nehmen wir den Tastenrausch wahr, der uns von Spence präsentiert wird. Bei „Determination“ ist alles im Fluss bis hin zu einem klanglichen Malstrom. In diesem Duktus gestaltet der Pianist sein Werk. Bei „Play of Light“ blitzen Lichter auf, Neonlichter der Reklame in den urbanen Stadtzentren. Temporeich gestaltet Spence sein „Lichtspiel“. Man könnte gar meinen, man erlebe auch einen klanglichen Funkenflug oder gar ein buntes Feuerwerk. Klanggetöse hören wir auch jenseits der zuvor beschriebenen Bilder.

„Distant Cousins“ konzentriert sich zu Beginn auf feine Perkussion, ein Rasseln und Blechklang. Dann allerdings erhebt sich die Tastenstimme, dabei sich so anhörend, als wäre der Pianist auf der Suche nach Klanglinien und -schraffuren. Im Weiteren lässt das Gehörte an Springfluten denken und an sprudelnde Quellgebiete. Doch was meint Spence mit den fernen Cousins? Stürmisch und ungestüm kommt „Afternoon at Rancom Street“ daher. Wer niederländische Gemälde von Schiffsbrüchen und – strandungen kennt, der mag in der Musik, die Spence vorträgt, eine Entsprechung finden. Drama pur erleben wir ohne Frage.

„Rain Phase“ ist ein weiteres Stück auf dem Album, bei dem das Perkussive und Klanginszenierung jenseits des Tastenspiels im Vordergrund steht. Doch gemach, im Verlauf des Stücks steht das Klavier im Fokus, aufbrausend, ungehemmt, temporeich, einer musikalischen Windhose ähnlich.
Hören wir intensiv zu, so kann man die Vorstellung eines Querfeldein- oder Hindernisrennens entwickeln. Atemberaubend ist teilweise das Spieltempo und unerwartet der perkussive Ausgang.

Nach Stücken wie „Semi-Formal Garden“, „Tonal Dance“ mit dem rhythmischen Klang von Klangschalen, so der erste Höreindruck, und „Halo“ folgt „Sparkler“ (dt Wunderkerze). Hören wir da nicht angerissene Klavier- bzw. Flügelsaiten sowie einzelne Tastenklänge, die zufällig ausgewählt wurden? So ist der Eindruck. Das Knistern einer abbrennenden Wunderkerze hören wir nicht oder doch? „Searchlight“ (dt. Suchscheinwerfer) eröffnet mit einem Tinnitusklang, wie auch immer der erzeugt wurde. Sind da nicht auch Streicher auszumachen? Oder ist das lediglich ein gestrichener wiederkehrender Basston, zu dem die Tasten im Diskant angeschlagen werden?
Als Schlusspunkt der 15 eingespielten Stücke hören wir „Talking Slowly with Lorikeets“. Lorikeets sind im Übrigen australische Papageien, dt. Loris. Warum man mit denen allerdings langsam sprechen sollte, könnte uns nur Alister Spence verraten.

© Ferdinand Dupuis-Panther 2026


Info

https://www.alisterspence.com
https://alisterspence.bandcamp.com

Tracks
1.Mystic 04:26
2.Determination 02:33
3.Play of Light 05:17
4.Distant Cousins
5.Afternoon at Rancom Street
6.Begin from the Middle
7.Rain Phase
8.Semi-Formal Garden
9.Tonal Dance
10.Halo
11.Sparkler
12.Searchlight
13.Top Spinner
14.Random Access Counterpoint
15.Talking Slowly with Lorikeets
16.Scrape Rattle Strike


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