Alexey Kruglov & Krugly Band – Yardbird Suite

Alexey Kruglov & Krugly Band – Yardbird Suite

A

FancyMusic

Thelonious Monk, Charlie Parker, John Coltrane, Miles Davis – die Liste derer ist lang, die stilbildenden für den Jazz waren. Es kommt gewiss nicht von ungefähr, dass der russische Alt-Saxofonist Alexey Kruglov nunmehr eine Hommage an Parker vorlegt: „His work attracted me as soon as I picked up a saxophone and  started studying solos and analyzing scores of one of my favorite musicians. Even now, performing these wonderful pieces, I am fascinated by innovative ideas of one of the outstanding jazzmen of the 20th century.“ (A. Kruglov)

Erstmals vor 15 Jahren hat Kruglov mit der Krugly Band ein Programm mit Musik von Charlie Parker eingespielt. Nun liegt gleichsam als Ode an den Bebop zum 100. Geburtstag von Charlie Parker ein weiteres Album vor, das mit dem Pianisten Artyom Tretyakov, dem Bassisten Roman Plotnikov und dem Drummer Pavel Timofeev eingespielt wurde und sich auf einige „Leuchttürme“ im Werk von „Bird“ fokussiert.

„The structure of this music is a kind of suite. Each track has certain sound objects that we investigate. Every piece of the album has its own highlights and imaginative solutions. There are many links to Igor Stravinsky, who was Parker’s favorite composer. For example, “Yardbird Suite”, performed like a reflective ballad, contains a code that refers to Stravinsky: all “A” parts of the composition have a tonal center that fits into Stravinsky’s Petrushka chord“, so ist im Booklet zu lesen.

Aufgemacht wird das aktuelle Album mit „Anthropology“, gefolgt von „Now’s the Time“ und „Scrapple from the Apple / Ornithology“. „Parker’s Mood“ und „My Little Suede Shoes“ fehlen ebenso wenig wie „Segment“ und „Confirmation“. Das Saxofon ist bei „Anthropology“ in einem melodiösen Spiel gefangen, dass an den schwirrenden Flug von Kolibris denken lässt. Zugleich taucht man in ein swingendes Klanggeschehen ein, bestens für Lindy Hop geeignet. Auffallend sind die kristallinen Passagen, die der Pianist zum Besten gibt. Behutsam eingestreut sind die Wirbel des Drummers. Und dann erlebt man erneut den sonoren Gesang des Altsaxofons, von dem man generell annimmt, das es der menschlichen Stimme sehr nahe ist. Eher getragen und einer Ballade gleichend kommt „Now's the time“ daher, Im Fokus steht dabei neuerlich das Altsaxofon, das sdurchaus auch im lyrischen Linienspiel zu Hause ist. Perlend wie über Felsen rinnendes Wasser muten die Klangfolgen an, die der Pianist Artyom Tretyakov vorträgt. Akkordakzente setzt er nachfolgend unter die Saxofonpassagen. Auch dem Bassisten Roman Plotnikov wird Raum für ein Solo gegeben. Es gleicht in seinen Melodietexturen einem durch Laubkronen streifenden Wind. Schließlich nimmt uns Alexey Kruglov wieder an die Hand und begleitet uns zum Thema zurück, mit und ohne gestrichenen Bass und aufbrausendes Drumming.

„Scrapple from the Apple / Ornithology“ verbindet gleich zwei Parker-Kompositionen. Munter und losgelöst zeigt sich Alexey Kruglov in seinem sonoren Spiel, das nie überzogen auftritt. Und wieder spürt man den untergründigen Swing jenseits des klassischen Swing. Das Tempo ist durchaus flott. Dazu tragen auch die Klangverschleifungen bei, die uns der Saxofonist zu Gehör bringt. Kaskadierend agiert der Pianist an seinem Instrument mit den schwarzen und weißen Tasten. Im Hintergrund agieren derweil Bassist und Drummer. Nach und nach drängen sich beim Zuhören Bilder von einem Samstagabend in einem der Klubs in Downtown New York auf, in dem man sich mit Freunden in den 1950er Jahren traf, zum Schwätzchen und Cocktailtrinken. Die Musik spielte eine Nebenrolle im Hintergrund, ganz im Gegensatz zu heute, da in Jazz-Klubs eher konzentrierte Konzertatmosphäre herrscht. Mit leichten Blues-Anwandlungen versteht „Parker's Mood“ zu überzeugen. Ausschweifend zeigt sich der Altsaxofonist nur gelegentlich. Ansonsten ist er ganz im Blues gegründet, durchaus auch gurrend, schnurrend, surrend, schwirrend. In einen Dialog sind Pianist und Bassist verstrickt, eine Art Zwischenspiel, das, soweit es den Pianisten betrifft, auch kurze Ausflüge in Ragtime und Boogie unternimmt.

Schneller, schneller, schneller wird von den Musikern beim Vortrag von „My Little Suede Shoes“  signalisiert. Die Passagen des Altsaxofonisten scheinen sich zu überschlagen. Auch der Bassist ist sehr agil und lässt die sonst bei Bassisten übliche Behäbigkeit vergessen. Klangvolle Stromschnellen breitet der Pianist vor uns aus und der Drummer zeigt auch seine Schlagfertigkeit. „Yardbird Suite“ mutet zu Beginn sehr von klassischer Musik beeinflusst an. Ein langsam dahinfließender Klangstrom ergießt sich. Ruhe wird signalisiert. Man mag beim Hören auch an Winterruhe denken, wenn die Schneelast auf Straßen und Dächern liegt. Das Leben verliert unter dieser Last die Unruhe und Hektik. Sehr nachdrücklich bleibt auch das eingestreute Basssolo im Gedächtnis haften, gleichsam als ein Fixpunkt im Klangfluss. Im weiteren Verlauf erklingt dann das Hohelied des Altsaxofons, mit und ohne Schnalzen. Zum Schluss hören wir das tempogeladene „Confirmation“, erneut ein Stück, das nicht nur zum Wippen der Schuhspitzen einlädt.

© fdp


Informationen


Apple Music https://music.apple.com/ru/album/yardbird-suite/1528711926
Spotify https://open.spotify.com/album/4FCjLWQz2On8qU5hZpH98S
Bandcamp https://fancymusic.bandcamp.com/album/yardbird-suite
Fancymusic`s website  https://fancymusic.bandcamp.com/album/yardbird-suite

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