Alban Darche & Dandy Dandie – Helios Y Selene

Alban Darche & Dandy Dandie – Helios Y Selene

A

Yolk Music

„Helios y Selene“, ist das zweite Album des Quartetts Dandy Dandie um den Tenorsaxofonisten Alban Darche. Das Quartett setzt seine Suche nach einer einzigartigen Lyrik fort, an der Schnittstelle zwischen Kammermusik, impressionistischem Jazz und zeitloser musikalischer Poesie, im vorliegenden Falle der Sonne und dem Mond gewidmet. „Das Quartett webt eine Musik aus zarten Kontrasten, in der Pausen ebenso wichtig sind wie Harmonien, in der das Sonnenlicht dieselben Geheimnisse offenbart wie nächtliche Träumereien. Chloé Cailletons klare und gefühlvolle Stimme verwebt sich mit Geoffroy Tamisiers poetischen Linien, der holzigen Tiefe von Alban Darches Tenor und den subtilen und raffinierten Klangfarben von Nathalie Darche.“ So lesen wir in einem Text von Yolk Music zum Album.

Mit dem Stück „Nathalie“ macht das Album auf. Ein wiederkehrendes „Fragment“, das die Pianistin Nathalie Darche spielt, liegt unter dem melodischen Gebläseklang und dem Stimmbeitrag von Chloé Cailleton. Übrigens, Nathalie Darche gehört obendrein der sprichwörtlich letzte Ton des Stücks. Ein Zwiegespräch zwischen dem Saxofonisten Alban Darche und dem Trompeter Geoffroy Tamisier sind kennzeichnend für „Tourment et accalmie“. Zudem ist auch die Vokalistin an der Gestaltung beteiligt, die unter anderem Phrasierungen des Saxofonisten stimmlich aufgreift. Vom Charakter her hat das Stück schon schwermütige Momente, insbesondere wenn man den Linien folgt, die die Pianistin spielt. Aufgeweckt und fernab von Schwermut agieren die beiden Bläser. Eine wichtige Färbung des Stücks ist der Vokalistin zu verdanken, die im Sopran agiert.

Nun folgt ein Stück, das „Louise“ gewidmet ist, ohne dass wir erfahren, wer diese Person ist. Das Stück unterscheidet sich nur wenig von dem zuvor gehörten. Die Pianistin scheint ähnlich wie ein Schlagzeuger als Taktgeberin zu agieren. Der Stimmbeitrag der Vokalistin ist der Schmelz des Stückes. Sanft ist das Saxofongebläse mit Melodielinien, die an kabbeliges Wasser denken lassen oder an säuselnde Winde. Im weiteren Verlauf wird das Stück mit Tempo angereichert, ohne allerdings in „Klang-Galopp“ auszuarten. Durch den Beitrag der Vokalistin bekommt das Stück die Gestalt eines rund geschliffenen Handschmeichlers, um es bildhaft zu formulieren.

Nach „3 octobre jour de l’immortelle“ folgt „Concerto en sol, II adagio assai“ und damit ein Stück, das dem Albumtitel gerecht wird. Der eine oder andere mag beim Spiel der Pianistin an das bekannte Abendlied „Der Mond ist aufgegangen“ denken, zumindest bezüglich des Charakters. Durchaus mit romantischem Einschlag kommt das Stück daher, das die Pianistin über weite Strecken des Stücks solistisch vorträgt. Nachfolgend nimmt der Saxofonist die Klavierpassagen auf und variiert sie. Konzertant gestaltet sich dann das übrige Stück, wenn Pianistin und Saxofonist es gemeinsam thematisieren. Dabei sind getragene Passagen nicht zu überhören, auch wenn der Trompeter seine Stimme erhebt.

„Gothique, fier et sombre“ und „23 septembre“ heißen die anschließend eingespielten Album-Titel. Danach hören wir „24 septembre (Pour Anna et Jelo)“ und hätten gerne gewusst, was es mit dem Datum auf sich hat. Hochzeitsdatum, Jubiläum oder was? Und wer sind eigentlich Anna und Jelo? Doch das müssten wir Alban Darche fragen. In der „Handreichung“ von Yolk Music findet sich darüber nichts. Die „Sternenfrauen“ werden außerdem auf dem Album besungen, siehe „Le sourire des femmes étoiles“, und außerdem wird ein „Präludium für die alte Welt“ zum besten gegeben. Danach heißt es dann: „Quelque chose du vieux monde“ (dt. Etwas aus der alten Welt). Das Stück hat durchaus etwas von einer Ballade. Ähnlich wie in anderen Stücken übernimmt die Pianistin die Rolle des im Ensemble nicht vorhandenen Drummers und Bassisten; sprich sie setzt die rhythmischen Akzente und lässt auch der Basshand freien Lauf. „Sirenengleich“ ist der Gesang, sonor die Saxofonstimme, die wir vernehmen. Sehr gelungen ist der Dialog zwischen Saxofon und Trompete. Abschließend noch ein Wort zu „La face cachée de la lune“ (dt. Die dunkle Seite des Mondes“): Die Eröffnung liegt in den Händen der Pianistin, die neoromantische Musik aufblitzen lässt. Auch eine gewisse Schwere ist mit dem Spiel verbunden. Diese setzt sich fort, wenn der Saxofonist zu hören ist. Für einen „vokalen Klangteppich“ sorgt die Sängerin. Auch dieses Stück ist wie andere des Albums sehr konzertant ausgerichtet, verzichtet auf Ecken und Kanten des Gegenwartsjazz, sondern bevorzugt das „Organische Klangfefüge“, so wie es Arp und Brancusi einst in der modernen Kunst taten.

© f. dupuis-panther 2026


YOLK RECORDS

Musicians
ALBAN DARCHE : TENOR SAXOPHONE
NATHALIE DARCHE : PIANO
CHLOÉ CAILLETON : VOICE
GEOFFROY TAMISIER : TRUMPET
+ JEAN-LOUIS POMMIER : TROMBONE ON TRACKS 7, 8 ET 14

Tracklist
1. Nathalie 3:16
2. Tourment et accalmie 4:59
3. Louise 4:32
4. 3 octobre jour de l’immortelle 3:39
5. Concerto en sol, II adagio assai 9:44
6. Gothique, fier et sombre 1:58
7. 23 septembre 1:10
8. 24 septembre (Pour Anna et Jelo) 3:52
9. Le sourire des femmes étoiles 4:30
10. Prélude à quelque chose du vieux monde 1:46
11. Quelque chose du vieux monde 4:43
12. Océan des tempêtes 2:11
13. La face cachée de la lune 5:12
14. Denis

All compositions by Alban Darche Except 5 by Maurice Ravel and 9. by Geoffroy Tamisier


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