About Aphrodite - Songs Without Words

About Aphrodite - Songs Without Words

A

Protomaterial Records

„About Aphrodite präsentieren „Songs Without Words“ – einen poetischen und mitreißenden globalen Soundtrack, der die Welt bereist, ohne einen Reisepass zu benötigen. Ausgehend von persischer Volksmusik, Jazz, Kammermusik, Synth-Pop und elektronischen Klängen schafft das Duo aus Gilda Razani und Hanzō Wanning etwas ganz Eigenes: ein Album, das die Grenzen zwischen Genres überschreitet.“ So liest man es im offiziellen Pressetext über das Album.

Aufgemacht wird das Album mit dem Track „Sartschubeh“; es ist das persische Wort für Kurkuma. Es ist in Persien eine Sitte Kurkuma auf dem Kopf eines Neugeborenen zu platzieren, denn die Pflanze soll Glück verheißen. Das zur Einstimmung auf die Musik, die kommt: Stimmen exotischer Vögel hören wir, so der Eindruck. Doch es ist der Klang eines Theremin. Das ist ein 1920 entwickeltes kontaktloses elektronisches Musikinstrument, das Leon Theremin entworfen hat. Gilda Razani spielt dieses Instrument, das uns „Dschungelklänge“ näherbringt, so der Höreindruck. Zudem scheint da auch noch Flötenklang und Perkussives beigemischt zu sein. Sphärische Klangbilder drängen sich beim weiteren Hören auf. Dabei erheben sich die Sphärenklänge über dem wechselhaften Tastenspiel von Hanzō Wanning. Dessen Klavierspiel paart sich Zug um Zug mit dem „Sopransaxofongesang“, dank an Gilda Razani. Wegeb der sich wiederholenden Klangmotive hat die Musik durchaus etwas Hypnotisches. Zugleich schwebt die Musik dahin, ist leicht, beinahe transparent. Gegen Ende des Stücks hören wir nochmals ein „Konzert der Vögel“, der exotischen Vögel wie Loris und Kakadus, so kann man es sich vorstellen. Synth-Klanglandschaft wird mit Tastenklang und einem steten Klack-Klack verwoben. Und dann hört man nochmals das Theremin gleichsam als Antipode des Tasteninstruments, wenn man so will. Doch der letzte Ton gehört dem Sopransaxofon, oder?

Nach dem ersten Stück hören wir „Loretta's Sinfonia“. Dabei handelt es sich wohl eher um eine Geschichte um Loretta, die Tänzerin und nicht um eine klassische Sinfonie. Die Melodie hat einen leicht orientalischen Einschlag mit „Saxofonrausch“ und Rasselklang sowie Sphärenmusik. An der Darbuka bzw. Rahmentrommel erlebt man Fetih Ak, am Klavier agiert der Pianist so, als wolle er musikalische Stromschnellen inszenieren. Exotischer Klang ist dem Theremin zu verdanken. Es vereint sich harmonisch mit dem Tastenspiel. Lauscht man diesem, so kann man die Drehungen einer Tänzerin erleben. Kraftvoll und grazil zugleich sind die Bewegungen. Und dazu vernehmen wir den Klang des Theremin, erlesene elektronische Musik, die so klingt als würde man Wurlitzer Piano und Fender Rhodes verschmelzen.

Wir hören im nächsten Stück aufkommenden Wind und diskantes Tastenspiel. Zugleich haben wir den Höreindruck, eine orientalische Flöte oder eine Zurna sei zu hören. Doch es ist die Saxofonistin Gilda Razani, die uns mit ihrem Sopransaxofon diesen Höreindruck vermittelt. In „Newrusi Cats“ geht es um das persische Neujahrsfest am 20. März. Ausgelassenheit, wenn auch nicht gerade überbordend, erleben wir musikalisch. Und auch das Theremin ist erneut zu hören. Der Klang hat etwas von Space Rock und elektronischer Musik wie bei Mike Oldfield, oder? Eher erdig und mit Bodenhaftung erscheint das Klavierspiel. Klangwolken lässt Gilda Razani hören, wenn sie ihren Holzbläser erklingen lässt. Von Schwere ist nichts zu merken. Das Motto ist: Das Leben ist schön. Genießt es.

Nach „Taraneh“ wird die „Heroine of the Night“ besungen. Intensiv sind die Klavierpassagen, die mit starker Rhythmik aufwarten. Wie eine Singstimme klingt dazu das Theremin, das sich in hohes Sopran steigert. Eine gewisse orchestrale Brillanz wohnt dem Stück inne, sodass der Rezensent hier und da auch an Alan Parsons Projekt denken musste. Und am Ende realisiert sich musikalisch ein Traum: „Reverie“.

© ferdinand dupuis-panther 2026


Info
https://aboutaphrodite.de

Musicians
Gilda Razani - theremin, soprano saxophone
Hanzō Wanning — piano, synthesizers
Fethi Ak — guest percussion

Tracks
01 Sartschubeh
02 Loretta's Sinfonia
03 Newrusi Cats
04 Taraneh
05 Heroine of the Night
06 Reverie


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