Matt Walsh Trio, After Church Club, Münster 15.2.2026




      




Das Matt Walsh und sein Blues & Boogie Trio stand auf der kleinen Bühne im Hot Jazz Club. Swing, Jazz, Blues und Boogie sorgten als Genre für die nachmittägliche Klangunterhaltung. Dabei wurde im Verlauf der Konzerts klar, dass es immer auf das Wie ankommt, wenn zum Beispiel Songs wie „Black Magic Woman“ auf dem Programm standen. In diesem Fall stand eben nicht Santana auf der Bühne, sondern Matt Walsh und bestimmte mit seinen Mitmusikern durch Altsaxofon und Keys die Melodielinien.


Und zum Stichwort „Blues“ als Kern des Programms im Hot Jazz Club stolperte ich über Muddy Waters, der wie folgt zu zitieren ist: „Der Blues ist die Wurzel, die anderen Musikrichtungen sind die Früchte. Es ist besser, die Wurzeln am Leben zu erhalten, denn das bedeutet bessere Früchte von nun an.“  Dieses Motto galt auch an diesem Nachmittag im Hot Jazz Club am Hafenweg 26 in Münster. Ja, wir hörten rollende Bässe, meinten Vorformen von Rock’n Roll zu erleben, lauschten dem Blues, zumeist sich auf Liebesgeschichten beziehend, dramatische und tragische. Der Mann aus Dublin, Matt Walsh, der seit Jahrzehnten in Münster zuhause ist, beherrschte den Blues und seine Tragik und teilweise Schwermütigkeit, ließ aber auch beschwingte Facetten aufblitzen.

      


Matt Walsh war nicht nur am Altsaxofon zu hören, sondern auch als Sänger mit leicht aufgerauter Stimme und ähnlich im Timbre wie Chris Rea. Zudem spielte er Mundharmonika jenseits von Sonny Terry und Country Blues. Hörte man dem Spiel intensiv zu, so vermeinte man stilistisch hier und da Toots Tielemans zu erleben. Schließlich war Matt Walsh auch als Perkussionist unterwegs und schlug in einem Stück das Tambourine wie eine irische Rahmentrommel.

Von „Summertime“ aus der Oper „Porgy and Bess“ (George Gershwin (Musik) und DuBose Heyward (Text), 1935) über „Ocean Breeze“ und dem schon oben erwähnten Song „Black Magic Women“,“Georgia on my Mind“ (1930 geschrieben von Hoagy Carmichael und Stuart Gorrell und „Further up the Road“ sowie „Same old Blues again“ (John Lee Hooker) bis hin zu „Checking Out“ – als „Rausschmeißer“ - nahm uns das Trio mit auf eine musikalische Reise durch Jahrzehnte von Blues und Boogie.

       


Bei „Summertime“ spielte Matt Walsh nicht nur Mundharmonika, sondern sang mit leicht rauer  Stimme: „Summertime, And the livin′ is easy / Fish are jumpin' / And the cotton is high …“. So drangen dann bildlich gesprochen sommerliche Sonnenstrahlen in den Hot Jazz Club.  Martin Spoerel an den Keys machte nicht nur in diesem Stück den Bass vergessen, sondern setzte auch wichtige Akzente. Sorgsames Besenspiel war die rhythmische Begleitung, dank an Ulli Dünnwald. Doch im Fokus stand Matt Walsh, der das Thema, der Gershwin-Komposition, gekonnt paraphrasierte.

       


Im nachfolgenden Stück schien der Pianist die treibende Kraft zu sein, die den rollenden Bass erklingen ließ. Derweil lauschten wir auch der Mundharmonika und der Blues-Stimme von Matt Walsh. Diskantes trug im weiteren Verlauf des Stücks der Mann am E-Piano bei. Es war wohl der „T-Bone Shuffle“, der zu hören war. Mit schnellem Boogie-Fluss und dem sonoren Klang des Altsaxofons sowie zwischen Ragtime und Boogie anzusiedelnder Rhythmik ging es weiter im Programm, ehe dann eine musikalische Einladung mit „Ocean Breeze“ erfolgte. Da waren Wellengänge zu vernehmen, sah man sich auf einer Insel in der Karibik mit Palmenstrand und goldgelbem Sandstrand. Auch vor Sonny Boy Williamson verneigten sich die Musiker. Jedenfalls musste man das annehmen, wenn Matt Walsh sang: „ … You know if you don′t help me darling / I'll have to find myself somebody else …“, so einigen Zeilen aus „Help Me“. Doch auf dem Programmzettel fand sich das Stück nicht, wohl getreu – Zwinker, Zwinker - dem Motto: Änderungen vorbehalten!

Dass Blues und Liebesgeschichten Hand in Hand gehen, unterstrich das Trio mit „I’m in Love  with you baby“. Bei den ersten Takten von „Black Magic Woman“ schien Sade gegenwärtig, ehe dann auch ohne Santanas Riffs die „magische schwarze Frau“ besungen wurde. Ursprünglich stammt der Titel von Fleetwood Mac, nur die Coverversion von Santana hat höheren Bekanntheitsgrad erlsangt. Der Jazzstandard „Georgia on my mind“ war außerdem Teil der nachmittäglichen musikalischen Exkursion. Das Trio um Matt Walsh ließ uns die Version von Ray Charles nebst Streichern und Background-Sängern vergessen. Wir hörten puren Blues mit feinen Kaskadierungen auf dem E-Piano, dank an Martin Spoerel.

    


Der Blues stand nachfolgend weiterhin im Fokus. Wir folgten  „Same old Blues again“ und hörten: „The sun gonna shine shine shine/on me on me one day/shine shine on me one day/ the wind gonna ride ride ride ride/ blow the blues away.“ Und so schien für die Anwesenden auch der Winterfrost ein wenig ausgeblendet. v Und zum Schluss wurde als Rausschmeißer nicht der Klassiker „Irene Goodnight …“ angestimmt, sondern „Checking Out“. Ein Konzert, dass von A bis Z überzeugte und die Hörer fesselte, war zu Ende. Hinaus ging es in das frostige Münster, wenigstens ohne Eisregen!

© text und fotos ferdinand dupuis-panther


https://www.hotjazzclub.de/events/kategorie/konzert/

Musicians
Matt Walsh, Sax, mouth harp, vocals
Martin Spoerel, E-Piano
Ulli Dünnwald, Drums

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