gesehen durch die Foto-Linse von Anne Panther und Ferdinand Dupuis-Panther

© ap
Neue Besetzung, gleicher Name: „Larus“, aber an der Seite der aus Mecklenburg-Vorpommern gebürtigen und in Zürich heimisch gewordenen Gitarristin gehören zum Trio die Westschweizer Bassistin Louise Knobil (Lausanne/Paris) und der Kölner Drummer Hendrik Eichler. In der Konzertankündigung lesen wir unter anderem: „Mareille Merck bedient sich Einflüssen aus Fingerstyle-Techniken, lässt ihre Herkunft in rockigen Gefilden durchscheinen und verwebt diese gitarristischen Nuancen geschickt mit klaren jazzigen Strukturen und einer einprägsamen Motivik.“

© ap
Marielle Merck startete die Band „Larus“ 2018. Der Bandname bezieht sich auf den Gattungsnamen für 24 mittelgroße bis sehr große Möwen-Arten. Die jahrelange Arbeit der Band, wenngleich nicht in aktueller Besetzung, resultierte in zwei Alben in Ko-Produktion mit Radio SRF 2 Kultur: «Fadenschlag» (2021) und «Stille Wasser» (2023). 2021 wurde LARUS für den ZKB Jazzpreis nominiert. Der Bandname „Larus“ verführt dazu, die Musik des Trios als solche zu umschreiben, die uns wie der Flug der Möwen über belebte Strände, weite Felder oder felsige Küsten sowie schäumende Meereswellen führt.

© ap
Gut besucht war die BLACK BOX an diesem Freitagabend. Ohne große Einführungsworte erklangen die Saitenklänge. Fein verwobene Klänge drangen an die Ohren der Anwesenden. Die Bassistin erkundete die Tiefen ihres Instruments, derweil der Schlagzeuger mit Besen Blech und Felle tätschelte. Die Schönheit der Melodie stand im Fokus und dafür sorgte auch die Gitarristin, bei deren Spiel wir meinten, sie würde den Flug der Möwen übers Meer begleiten so wie einst Fleetwood Mac den des Albatross. Nahtlos ging „A Walk Through Wonderland“ in den Track „Nebula“ über. Der Zuhörer hatte nicht den Eindruck, der Duktus wurde geändert. Nein im Gegenteil, das „lyrische Gewebe“, das die Gitarristin wirkte, setzte sich fort. Klangsphären wurden geschaffen. Zwiegespräche führten Bassistin und Gitarristin. War da nicht auch ein Klangteppich vorhanden, ein Sample, das eingespielt wurde? Über diesem breitet sich dann der „Saitennebel“ aus.

© ap
Hört man die Titelangabe „Boomerang“, so erwartet man rotierende Melodiemotive, oder? Zunächst einmal verließ das Trio die Lyrik der ersten Stücke. Sehr rockig war das Stück angelegt. Mächtig ins Zeug legte sich dafür der Schlagzeuger und auch die Gitarrist wusste nicht nur mit Slapping zu überzeugen. In der Tat hörte man „Klangschlingen“, die wiederkehrten und durchaus im Sinne eines Wurfholzes verstanden werden konnten. Bei „Kap Arkona“ waren Klangbögen vorhanden, die an sanfte Winde denken ließen. Die Gitarristin Mareille Merck schien einen Sehnsuchtsort klanglich vorzustellen. Sommerliche Regentropfen, Meeresrauschen und Himmelblau erschloss die Gitarristin den Zuhörern.

© ap (L) - fdp (R)
Zu „Camel“ erzählte uns Mareille Merck von ihrem Auftritt mit John McLaughlin und dem Riss einer Seite kurz vor ihrem angedachten Solo. All das geschah auf der Bühne des weltbekannten Jazzfestivals von Montreux. Doch es war alles nicht so dramatisch, hatte Mareille Merck doch eine zweite Gitarre dabei, die allerdings noch gestimmt werden musste. McLaughlin „rettete“ die Situation und übernahm das Solo. Mit frisch gestimmter E-Gitarre spielte Mareille Merck dann das zweite Solo. So haben Kompositionen auch ihre Geschichte. Rotzig-frech so kann man die Gitarrensequenzen bezeichnen, die den Song ausmachen. Dumpfes Bassschwingen war Teil der Klanginszenierung. Der Schlagwerker bearbeitete sein Drumset mit Wucht. Es klang so, als hätte Hendrik Eichler die klassische Symphonie mit dem Paukenschlag als Vorlage genutzt, jedenfalls vom Effekt her. Wach war jeder der Anwesenden nach den fulminanten Schlagwerkwirbeln.


© fdp
Nach einer Pause ging es mit dem Song „Solarplexus“ musikalisch weiter. Hörte man da nicht zu Beginn Flageolett? Wie ein Berserker bearbeitete Hendrik Eichler sein Schlagwerk und setzte den Duktus fort, den er auch bei „Camel“ gepflegt hatte. „Saitengetrommel“ drang an unser Ohr; der Bass schloss sich dem an. Crescendo gab es zu hören, vor allem lyrisches Spiel, aber eben auch rockige Spielansätze. Das Programm wurde unter anderem mit „Let Loose“ und „Fjord“ fortgesetzt.

© fdp
Beim letzteren Stück fragte man sich vorab, ob Jan Gabareks Fjord Sound eine Rolle spielen würde. Ein wenig balladenhaft mutete an, was wir hörten. Weichzeichnungen des Gitarrenklangs nahmen uns mit zum Oslofjord, so eine aufkommende Idee beim Zuhören. Fähren zogen vorbei; Segler lagen im Wind, Kutter steuerten die Pier von Oslo an. Sanft war der Wellengang.

© ap
Eine Komposition, die tatsächlich im Winter entstanden ist, so Mareille Merck, ist „Winter in Munich“. Doch wer Schwere und getragene Melodieführung erwartet hatte, wurde eines Besseren belehrt. Man meinte, man sei wirklich im Frühsommer. Die Melodie war frisch und lebendig. Nein, mit dem Winter in München war noch nicht Schluss.. Es gab an diesem Abend noch eine Zugabe, ganz passend: „Guet Nacht“. Hinaus ging es in die laue Frühsommernacht nach einem Konzert, das ein opulenter Ohrenschmaus war.
Fotos und Text © Anne Panther/Ferdinand Dupuis-Panther

© ap
Besetzung
Mareille Merck – Gitarre
Louise Knobil – Bass
Hendrik Eichler – Schlagzeug
Tracklist
Set 1
A Walk Through Wonderland
Nebula
Boomerang
Kap Arkona
Konturen
Camel
Set 2
Solarplexus
Let Loose
Dont' Wake Me Up (oder: In The Right Place, solo)
Fjord
Hit The Mark
Winter In Munich
Zugabe: Guet Nacht
In case you LIKE us, please click here:




Luchthavenvervoer zonder stress
Hotel-Brasserie
Markt 2 - 8820 TORHOUT

Silvère Mansis
(10.9.1944 - 22.4.2018)
foto © Dirck Brysse

Rik Bevernage
(19.4.1954 - 6.3.2018)
foto © Stefe Jiroflée
Philippe Schoonbrood
(24.5.1957-30.5.2020)
foto © Dominique Houcmant

Claude Loxhay
(18.2.1947 – 2.11.2023)
foto © Marie Gilon

Pedro Soler
(8.6.1938 – 3.8.2024)
foto © Jacky Lepage

Sheila Jordan
(18.11.1928 – 11.8.2025)
foto © Jacky Lepage
Raúl Barboza
(22.5.1938 - 27.8.2025)
foto © Jacky Lepage
Special thanks to our photographers:
Petra Beckers
Ron Beenen
Annie Boedt
Klaas Boelen
Henning Bolte
Serge Braem
Cedric Craps
Luca A. d'Agostino
Christian Deblanc
Philippe De Cleen
Paul De Cloedt
Cindy De Kuyper
Koen Deleu
Ferdinand Dupuis-Panther
Palma Fiacco
Anne Fishburn
Federico Garcia
Jeroen Goddemaer
Robert Hansenne
Serge Heimlich
Dominique Houcmant
Stefe Jiroflée
Herman Klaassen
Philippe Klein
Jos L. Knaepen
Tom Leentjes
Hugo Lefèvre
Jacky Lepage
Olivier Lestoquoit
Eric Malfait
Simas Martinonis
Nina Contini Melis
Anne Panther
France Paquay
Francesca Patella
Quentin Perot
Jean-Jacques Pussiau
Arnold Reyngoudt
Jean Schoubs
Willy Schuyten
Frank Tafuri
Jean-Pierre Tillaert
Tom Vanbesien
Jef Vandebroek
Jean-Marie Vandelannoitte
Geert Vandepoele
Guy Van de Poel
Cees van de Ven
Donata van de Ven
Maurits van Hout
Harry van Kesteren
Geert Vanoverschelde
Roger Vantilt
Patrick Van Vlerken
Marie-Anne Ver Eecke
Karine Vergauwen
Frank Verlinden
Jan Vernieuwe
Anders Vranken
Didier Wagner
and to our writers:
Mischa Andriessen
Robin Arends
Marleen Arnouts
Werner Barth
José Bedeur
Henning Bolte
Paul Braem
Erik Carrette
Danny De Bock
Denis Desassis
Jean-Pierre Devresse
Pierre Dulieu
Ferdinand Dupuis-Panther
Federico Garcia
Paul Godderis
Stephen Godsall
Jean-Pierre Goffin
Claudy Jalet
Chris Joris
Bernard Lefèvre
Mathilde Löffler
Claude Loxhay
Ieva Pakalniškytė
Anne Panther
Etienne Payen
Quentin Perot
Jacques Prouvost
Jempi Samyn
Renato Sclaunich
Yves « JB » Tassin
Herman te Loo
Eric Therer
Georges Tonla Briquet
Henri Vandenberghe
Jean-Jacques Vandenbroucke
Peter Van De Vijvere
Iwein Van Malderen
Jan Van Stichel
Olivier Verhelst