Rastko Obradovic - Mandala

Rastko Obradovic -  Mandala

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A.MA Records A.MA Edizioni

Was nun vorliegt, ist Rastko Obradovics Debüt-LP „Mandala“.

Zu hören sind Rastko Obradovic am Tenorsaxophon, Vladann Veljkovic am Klavier und Bass-Synthesizer, Gitarrist Alexandar Petrovic und Schlagzeuger Nikola Banovic. Acht Titel sind vom Bandleader komponiert worden. Dieser ist erster Altsaxophonist der renommierten und angesehenen Serbian Radio & Television Big Band und hat in der Vergangenheit mit Musikern wie Dhafer Youssef, Arkady Shilkloper, Bojan Z, Vasil Hadzimanov, Nenad Vasilic und Sudeshna Bhattacharya zusammengearbeitet.

Bezogen auf die musikalischen Einflüsse auf das Quartett, die von modernem amerikanischen Sound über europäischen Jazz und Balkan-Folklore bis hin zu indischer und europäischer Klassik reichen, ist der Albumtitel „Mandala“ als musikalische Metapher für einen kulturellen Schmelztiegel anzusehen. Im eigentlichen Sinne ist Mandala (Sanskrit: „Kreis“) ein geometrisches Muster, das sich um einen Mittelpunkt anordnet und im Hinduismus und Buddhismus als spirituelles Symbol des Kosmos dient.

Mit „Kanda“ eröffnet das aus Serbien stammende 4tet das Album: "Kanda" hat je nach Sprache und Kontext unterschiedliche Bedeutungen: Im Sanskrit bedeutet es oft "Kapitel" oder "Abschnitt" (z.B. im Ramayana) oder "Knolle/Wurzel" (wie bei der Elefantenfuß-Yamswurzel). Nach einem sehr bewegten Beginn – bestritten durch das Quartett – folgt dann das Herunterbrechen in einzelne Stimmen, so des Tenorsaxofons, das sehr vollmundig und teilweise röhrend zu vernehmen ist. Im Hintergrund erklingen zart die Saiten, die Aleksandar Petrovic zupft. Doch die dominante Klangfarbe ist ohne Frage dem Tenorsaxofonisten geschuldet, der „Klangwirbel“ an „Klangwirbel“ setzt.

Danach gibt er Raum für den Pianisten, der stufige Klangkaskaden hören lässt, verbunden mit einem perlenden Klangrinnsal hier und da. Einen klassischen Bass hören wir als Begleitung nicht, aber ein Bass-Synth. Und am Ende erhebt erneut der Saxofonist seine dominierende Stimme. Nachfolgend erleben wir „Nemir“. Sollte der Titel aus dem Serbischen stammen, so ist die Übersetzung “Unruhe", "Ruhelosigkeit" oder "Besorgnis". Ähnlich wie im ersten Stück gelingt es dem Quartett, sich nicht als monolithischen Block dazustellen, sondern als ein Ensemble aus Einzelstimmen. Man genieße in diesem Stück das ausgedehnte Solo des Pianisten, der mit schnellen Läufen brilliert. Eine besondere Klangfarbe entfaltet der Gitarrist, der allerdings im Schatten des Saxofonisten steht, der halt Wortgewalt hat und in seinem unruhigen, nervösen, aufgewühlten Spiel durchaus dem oben genannten Titel musikalisch gerecht wird.

Von „Prisoner And The Soldier“ hören wir gleich zwei Teile: Der erste Teil macht mit basslastigem, getragenen Klavierspiel auf, in das sich der Saxofonist mit sonoren Klänge in gemäßigtem Tempo einmischt. Episch könnte man als Charakteristikum für das Stück wählen. Der zweite Teil macht mit einem kurzen Drumming-Solo auf. Aber dann ist es der Bandleader und Saxofonist der zu hören ist, abgelöst vom Gitarristen und dem Mann am Bass-Synth. Letzteres klingt eher wie ein Rhodes in seinen Bassnuancen. Der Gitarrist zeigt sich in aller Spielfreude und ganz im Nachgang zu den Granden der Jazzgitarre. Man glaubt, es werde auf dem Saiteninstrument eine klangliche Himmelsleiter inszeniert. Fein gegliedert ist das Spiel und ein Ohrenschmaus. Dazu gibt es ein kurzes Getrommel mit „Beckenverstäubung“.

Mit Ticke-Tocke-Tocke-Tick in kurzen Takten beginnt „Benjamin's Blues“, ehe dann der rau säuselnde Klang des Saxofons an unser Ohr dringt. Die obige genannten Schlagwerkmotive sind eine Weile präsent, ehe dann der Gitarrist mit seinen Klangziselierungen unsere Aufmerksamkeit gewinnt. Doch dies ist nur ein kurzes Intermezzo, denn dann ist der Saxofonist erneut zur Stelle. Abwechslungen in der solistischen Präsenz ist in diesem Stück angesagt, sodass auf den Pianisten und Saxofonisten der Gitarrist folgt. Doch die Klangkraft wird vom Saxofonisten ausgeübt, der auch diesem Stück seinen „Klangstempel“ aufdrückt.  Und zum Schluss des Albums geht es um „Nachmittag“ („Afternoon“).

© fdp 2025


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Musiker
Rastko Obradovic Tenor Saxophone
Vladan Veljkovic Piano / Bass Synt
Aleksandar Petrovic Guitar
Nikola Banovic Drums

Tracks
Kanda
Nemir
Prisoner And The Soldier (Part 1)
Prisoner And The Soldier (Part 2)
Rumunjesku
Benjamin's Blues
What If
Afternoon


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