Max Kochetov Quartet - Foolin’ Myself
M
AMA Records & Edizioni
„With all compositions by Max Kochetov and featuring his sublime Soprano sax stylings the quartet also features Pianist Katerina Kochetova, whose innovative “Beyond Motion” was released by A.MA in 2024, Hugo Lof on Double Bass and the exciting new talent of drummer Milos Grbatinic. The core four of the Quartet are then joined by guest artists on each track to make up the 4 members and these include Trombonist Samuel Blaser, Fabrizio Bosso on Trumpet, Alex Sipiagin on Flugelhorn and Ivan Radiovejic (whose 2022 album “In Plain View” was also released on A.MA) on Trumpet. Foolin' Myself is a tracklist of stories and Max credits all of the above for helping him to tell those stories authentically.
The music of “Foolin’ Myself” truly encapsulate Max's ethos of striving towards the modern whilst simultaneously going to his Jazz roots to find answers in music inspired by his daily interactions with the world.“ Das sind einige Zeilen, die wir im Kontext des Erscheinens es Albums lesen.
Vorab scheint jedoch ein Anmerkung wichtig: Der Saxofonist Max Kochetov stammt aus einem Land, das von der Armee seines Nachbarn, nämlich von Russland, angegriffen wurde. Und das begann bereits mit der Annexion der Krim, die von der Weltöffentlichkeit einfach hingenommen wurde. Und auch der jetzige Krieg mit dem Ziel der russischen Einverleibung von ukrainischem Staatsgebiet scheint nicht überall auf dieser Welt im Fokus zu stehen. Und in solchen unsteten und unsicheren Seiten noch überaus ansprechende Musik zu schaffen, ist eine besondere Leistung. Neben Musikern aus Serbien findet sich auf dem Album auch die Stimme des Schweizer Posaunisten Samuel Blaser, wie bereits in der Einleitung aufgeführt. Zudem hören wir den ursprünglich aus Russland stammenden Alex Sipiagin am Flügelhorn und den italienischen Trompeter Fabrizio Bosso. So tritt ein wahrhaft die nationalen Grenzen überschreitendes Ensemble in Erscheinung und trotzt dem Zeitgeist nationaler Borniertheit. Was ist auch anderes von Jazzmusikern zu erwarten?
Die Musik atmet den Geist von Bop, Modern Jazz und Cool Jazz, verneigt sich von den Granden wie Parker, Miles, Coltrane und anderen. Wir hören Musik der Gegenwart, die auf dem Jazz der Vergangenheit fußt. Das Klangspektrum ist sehr stark von den Bläsern bestimmt. Musikalischer Hochgenuss ist zum Beispiel im Stück „Mood“ das Trompetenspiel von Ivan Radivojevic gefolgt von dem schwungvoll und energiegeladenem Klavierspiel von Katarina Kochetova. Nicht vergessen werden darf, das brillante Zusammenspiel der übrigen Bläser.
Max Kochetov stimmt uns mit seinem Sopransaxofon in „Silence“ auf ein wenig „nordische Melancholie“ ein. Beim Hören meint man gar, man lausche einem Lament. Getragen sind die Sequenzen des Saxofonisten, teilweise durch die Pianistin „kommentiert“. Diese entführt uns weg von der Schwere und Nachdenklichkeit, lässt uns an Losgelöstheit und Freude, an Winterende und Frühlingsanfang denken. Schwelgerisch mit „hellen Klangpastellfarben“ ist „R.Dance“ ausgeformt. Man achte besonders auf die solistische Einlage von Fabrizio Bosso. Er lässt eine „klangliche Springflut“ vor unserem geistigen Auge entstehen, auf die der Sopransaxofonist nachfolgend phrasierend eingeht. Reizvoll sind im weiteren Duos der Bläser, aber auch das Solo des Bassisten, der die Erdtöne ins Stück einbringt.
Samuel Blaser – er ist zudem in dem Stück „Kirioki“ eine prägende Klangfarbe - hören wir außerdem in dem Stück „Terminal 3“. Auffallend ist bei diesem Stück die Rhythmussetzung. Sie scheint wie von einem Metronom definiert zu sein, stetig mit Tick-Tack. Blaser muss im Übrigen als Gegenspieler zu Max Kochetov angesehen werden. Blaser agiert jedoch nicht gar so „überschäumend“ wie der Sopransaxofonist, kümmert sich eher um ausgewogenen Liniendesoigns. Und auch in diesem Stück meldet sich der Bassist mit seiner Stimme zur Wort, allerdings „bedrängt“ von Schlagwerk und Piano, die ihren Klangraum fordern und ihn schließlich komplett übernehmen. „Fusion Flow“ gehört zu den eher kontemplativ ausgelegten Stücken. Zeitweilig fragil und mit Transparenz erklingt das Sopransaxofon, das eine Melange mit den anderen Bläsern eingeht, aber auch immer wieder eigene Wege sucht. „Outro“ bildet den Schlussakkord des sehr gelungenen Albums, das Hörfreude bereitet!
© fdp 2026
Musicians
Max Kochetov Soprano Saxophone
Katarina Kochetova Piano
Hugo Lof Double Bass
Milos Grbatinic Drums
Fabrizio Bosso Trumpet (Tracks 2,8)
Ivan Radivojevic Trumpet (Track 6)
Alex Sipiagin Flugelhorn (Tracks 3,5)
Samuel Blaser Trombone (Tracks 4,9)
Tracks
Intro
Tetra
Fusion Flow
Kirioki
Sun
Mood
Silence
R.Dance
Terminal 3
Outro
All songs composed by Max Kochetov















