Matteo Addabbo Organ Trio – La danza dei cervellirotti
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DODICILUNE
„La danza dei cervelli rotti” ist das jüngste Album des aus Siena gebürtigen Pianisten, Organisten und Komponisten Matteo Addabbo, der sein Orgeltrio anführt. In diesem sind der Gitarrist Andrea Mucciarelli und der Drummer Andrea Beninati die Mitmusiker.
Details erfährt man aus dem O-Ton von Addabbo: „“La danza dei cervelli rotti” marks a real milestone in the journey of our Organ Trio, reaching its third album to coincide with its fifteenth anniversary. The most significant aspect emerging from this latest album is undoubtedly the ‘trio sound’ which, over all these years, we have sought with respect and intellectual honesty and which, over time, we have gradually achieved in our own way, developing a deep rapport based on listening to one another. For this reason, we chose to record the new album with all three of us playing in the same room, ‘the old-fashioned way’, without the use of acoustic partitions or soundproof booths, so that we could fully experience the musical event just as it happens on stage during a concert. The album’s title is, first and foremost, autobiographical and self-deprecating, but it also aims to describe the complexity of the current global landscape, in which it seems that many have lost their minds… indeed, a dance of broken minds. Fortunately, music, as is often the case, acts as a panacea for all ills and can foster positivity even in the worst of situations, reminding us that a solution is always possible.“
„Brain Upgrade“ lautet der Eröffnungstitel. Dabei ist auffallend, dass es ein sehr sensibles Miteinander von Gitarrist und Organist gibt. Sicher der Gitarrist ist der, der die Melodie zuerst setzt, ehe dann der Organist in die Tasten greifen und die „Melodievorgabe“ variiert. Derweil ist der Gitarrist mit Klangsetzung ein steter Begleiter im Hintergrund. Folgt man dem Organisten, so hat man den Eindruck, er habe uns auf einen Fliegenden Teppich eingeladen, die Welt von oben zu betrachten. Wir reisen obendrein in musikalische Welten, die der Gitarrist im nachfolgenden Solo aufnimmt. „Perlende Saitenklänge“ sind zu vernehmen. Und dann, ja dann nimmt der Organist die musikalische Regie erneut in seine Hand. Es ist also ein sehr bedachtsames Wechselspiel zwischen dem Organisten und Gitarristen auszumachen, ohne dass einer der beiden dominiert.
„Hamburger vs Kebab“ heißt es nachfolgend: Dabei zeigt sich im Spiel des Trios eine gewisse Hinwendung zum Funk mitsamt einem melodisch verspielten Ansatz, Das betrifft in erster Linien den Organisten, der sich im Diskant melodisch ergeht. „Stakkato“-Linien zeichnet er, so könnte man formulieren. Weichzeichnungen finden sich im Spiel des Gitarristen. Bei ihm hat man den der Eindruck aufkeimen, er fange einen dahin fließenden Fluss in entsprechenden Melodielinien ein. Wie bereits im ersten Stück erleben wir auch in der Frage „Hamburger gegen Kebab“ ein gekonntes Wechselspiel zwischen Organisten und Gitarristen.
Nach dem mit ruhigen welligen Melodielinien daherkommenden „Spy Movie“ folgt danach das Titelstück „La Danza Dei Cervelli Rotti“ ( dt.„Der Tanz der kaputten Gehirne“). Rhythmische Fragmentierungen stehen am Anfang, ehe man dann das melodische Wabern der Hammondorgel vernimmt. Teilweise gedämpft sind die Klänge, langsam das Tempo. Aber wir vernehmen auch „Ätzendes“ und „Aufgekratztes“ mit ein wenig Blues-Einschlag. Sehr hörenswert ist das Gitarren-Solo mit sehr feinem Linienspiel.
Es folgen „Dançando Falando“ mit flottem Tempo sowie einer Hammond-Orgel, die zeitweilig auch in den „Chanson-Modus“ verfällt, und das balladenhafte, getragene „A Little Ballad For Joey“. Mit “Pour Michel“ geht es weiter: Auch in diesem Stück hat man den Eindruck der balladenhaften Erzählung, bei der die Verquickung von den Stimmen des Organisten und des Gitarristen eine wesentliche Rolle spielen.
„Fuga A Due Voci“ (dt. „Fuge für zwei Stimmen“) lässt aus dem Titel auf zwei Stimmen schließen. Und das meint nicht das wirblige Schlagwerk und das gesetzte Orgelspiel. Und ja im Laufe des Stücks vernimmt man die zweite Stimme, die Gitarre, die in einer anderen Lage als die Orgel zu vernehmen ist. Nachhaltig ist der Klang der Orgel in diesem Stück, zunächst. Doch dann schweben die Saiten-Klänge mit leichtem Hall dahin. Nicht lange muss der Zuhörer auf die Antwort des Organisten warten, der in seinem Spiel durchaus melodisch losgelöst und wild erscheint. Einen Berserker an den Tasten und Fußpedalen erleben wir allerdings nicht.
Trommelwirbel vernehmen wir zu Beginn von „African Revenge“. Dabei scheinen die Trommelstöcke auf den Toms zu tanzen und auch die Basstrommel gelegentlich aktiv zu sein. Nach diesem Vorspiel hören wir den Organisten. Er erscheint wie ein Stadtrufer, der die neusten Nachrichten verbreitet. Nimmt der Gitarrist sein Spiel auf, dann denken wir zugleich an die Rhythmen Westafrikas. Diese werden allerdings durch den dahin wabernden Orgelklang verwischt. Im Gegensatz zu anderen Stücken des Albums erleben wir ein starkes rhythmisches Durchwirken, dank an den Gitarristen. Das Solo des Gitarristen hat so gar nichts von Westafrika, sondern erscheint wie eine Fingerübung. Gegen Ende können wir uns nochmals am satten Orgelklang erfreuen. Der Schlusspunkt des Albums lautet „My Ideal Doctor“. Bass oder was – das fragt man sich zu Beginn. Ja, der Organist bzw. Gitarrist hält eine „Basslinie“ über der ein feiner „Klangregen“ niedergeht. Ansätze von Blues sind in diesem Stück gewiss auch auszumachen. Man fragt sich nur, ob der ideale Arzt auch wirklich gefunden wurde.
© ferdinand dupuis-panther 2026
Musicians
Matteo Addabbo, Hammond organ
Andrea Mucciarelli, guitars
Andrea Beninati, drums
TRACKLIST
1) Brain Upgrade
2) Hamburger vs Kebab
3) Spy Movie
4) La Danza Dei Cervelli Rotti
5) Dançando Falando
6) A Little Ballad For Joey
7) Pour Michel
8) Fuga A Due Voci
9) African Revenge
10) My Ideal Doctor
All compositions by Matteo Addabbo
















