Markus Venehsalo & Mavon Safia – Introlation

Markus Venehsalo & Mavon Safia – Introlation

M

Eclipse Music

Mit dem Gastauftritt der Jazz-Fusion-Legende Frank Gambale (Chick Corea Elektric Band, Return to Forever) könnte man meinen, dass alles in den Schatten gestellt wird, was aktuell unter dem Stichwort Fusion subsumiert wird. Gewiss ein musikalischer Leckerbissen, den man mit Prog Rock charakterisieren kann, liegt mit dem Debütalbum von Markus Venehsalo & Mavon Safian gewiss vor. Dabei ist Gitarrenmusik mit Einflüssen aus Heavy Metal, Funk, Jazz Fusion und Progressive Rock zu hören.

Bandleader Markus Venehsalo und Schlagzeuger Jaakko Pöyhönen sind erfahrene Live- und Studiomusiker, zu deren Referenzen auch die mit einem Goldalbum ausgezeichnete Popsängerin Katri Ylander und die Folk-Progger Tatu ja Tutkimusmatkailijat gehören. Keyboarder Vili Itäpelto hat unter anderem bei der leider kurzlebigen Band Bodom After Midnight gespielt, die von dem verstorbenen finnischen „Metal-Gott“ Alexi Laiho angeführt wurde. Oliver Karttunen ist ein gefragter Bassist, unter anderem bei der Fusion-Gruppe Peela.

Hören wir mal im O-Ton Venehsalo: "Ich höre hauptsächlich Musik aus den Bereichen Blues, Rock, Fusion und Heavy Metal Shredding. Ein eigenes Album zu machen, war schon lange ein Traum von mir. Zu Beginn des Projekts habe ich beschlossen, dass wir keine Abstriche machen werden, und das haben wir auch nicht. Endlich sind meine eigenen Fähigkeiten auf einem Niveau, dass wir mit tollen Kollegen zu einem Ergebnis kommen, das mich zufrieden stellt.“

Anfänglich hat man bei „Introlation“ den Eindruck, es vermische sich hier Sphärisches mit Surf-Sound plus spanischen Gitarrenweisen, auch wenn man ab und an jaulende Gitarren hört und das Rockige im Schwall auf den Hörer einprasselt. Immer wieder kristallisieren stringente Gitarrenlinien aus dem Rockschwall. Na ja, ein Schelm, wer da hin und wieder auch an Deep Purple erinnert wird.  Orchestrale Gischt ist obendrein vorhanden bis zum letzten Takt, aber eben auch der Wohlklang von E-Gitarren abseits von Wimmern und Jaulen, von Delays und Distortion.

Mit „Autocorrect“ geht es weiter: Zwischen Hard Rock und Metal bewegt sich die Musik. Frei zirkulierende Saitenklänge schweben durch den Raum. Rockgeschwirr ist überaus mächtig, aber ist immer wieder auf ein Grundmuster zurückkehrend. Kristall-klare Saitenmuster werden zudem zelebriert. Und im Hintergrund erhebt sich ein Sphärenschwall, der im Off entschwindet, derweil sich die Gitarrenklänge lösen, loslösen, Bodenhaftung verlieren, dahingleiten.

Pop, verfremdete Klassik, moderne „Wassermusik“ oder doch nur brillanter Hard Rock, das fragt sich der Hörer bei „Made In Finland“. Gibt es da nicht auch musikalische Anlehnungen an Keith Emerson und The Nice bzw. Emerson, Lake & Palmer?  Zur Nähe zu Deep Purple fehlt eigentlich nur die Anwesenheit eines philharmonischen Orchesters mit Streichern. Übrigens, das Keyboard klingt beinahe wie eine Hammondorgel, gerade im zweiten Teil des Stücks, in dem sich auch die Anlehnung an Nice und Deep Purple deutlicher herausschälen lässt. Ob das intendiert war, muss offen bleiben. Bei der Einspielung von „Projekt 13“ hören wir an der Gitarre, den oben erwähnten Frank Gambale. Dessen Spiel gleicht dem Gestischen in der Malerei von Jackson Pollock und der Maler des Informel. Das Saitenspiel ist wild, zügellos, kommt aber weitgehend ohne elektronische Verfälschungen aus, sprich die E-Gitarre ist als solche präsent, auch mit Oberklang und rockiger Rotzigkeit. „Future“ changiert zwischen den Klängen von „The Ventures“ versetzt mit Surf-Sound und rockiger Klangmacht.  Man könnte bei dem Stück auch an die rockige Vertonung vom „Säbeltanz“ denken, oder? „Doorstep of the Rising Sun“ weicht insoweit von dem Rest des instrumental konzipierten Albums ab, als man hier auch Gesang hört und das Stück eher ein Stück Popmusik repräsentiert. Mit „Jazz Ballad“ schließt das gelungene Album, purer Instrumental-Fusion vom Feinsten, wenn man das in einer Formel zusammenfassen möchte.

© fdp2023


BANDCAMP
http://www.eclipse-music.net

Line-up

Markus Venehsalo: guitar
Jaakko Pöyhönen: drums
Oliver Karttunen: bass
Vili Itäpelto: keys

feat.
Frank Gambale: guitar
Mikko Kosonen: guitar

Tracks
1.  Introlation
2.  Autocorrect
3.  Made In Finland
4.  Projekt 13
5.  Future
6.  Doorstep of the Rising Sun
7.  Radioactive Diesel  
8.  Jazz Ballad 


In case you LIKE us, please click here:




Foto © Leentje Arnouts
"WAGON JAZZ"
cycle d’interviews réalisées
par Georges Tonla Briquet


our partners:

Clemens Communications


 


Silvère Mansis
(10.9.1944 - 22.4.2018)
foto © Dirck Brysse


Rik Bevernage
(19.4.1954 - 6.3.2018)
foto © Stefe Jiroflée


Philippe Schoonbrood
(24.5.1957-30.5.2020)
foto © Dominique Houcmant


Special thanks to our photographers:

Petra Beckers
Ron Beenen
Annie Boedt
Klaas Boelen
Henning Bolte

Serge Braem
Cedric Craps
Christian Deblanc
Philippe De Cleen
Paul De Cloedt
Cindy De Kuyper

Koen Deleu
Ferdinand Dupuis-Panther
Anne Fishburn
Federico Garcia
Robert Hansenne
Serge Heimlich
Dominique Houcmant
Stefe Jiroflée
Herman Klaassen
Philippe Klein

Jos L. Knaepen
Tom Leentjes
Hugo Lefèvre

Jacky Lepage
Olivier Lestoquoit
Eric Malfait
Simas Martinonis
Nina Contini Melis
Jean-Jacques Pussiau
Arnold Reyngoudt
Jean Schoubs
Willy Schuyten

Frank Tafuri
Jean-Pierre Tillaert
Tom Vanbesien
Jef Vandebroek
Geert Vandepoele
Guy Van de Poel
Cees van de Ven
Donata van de Ven
Harry van Kesteren
Geert Vanoverschelde
Roger Vantilt
Patrick Van Vlerken
Marie-Anne Ver Eecke
Karine Vergauwen
Frank Verlinden

Jan Vernieuwe
Anders Vranken
Didier Wagner


and to our writers:

Mischa Andriessen
Robin Arends
Marleen Arnouts
Werner Barth
José Bedeur
Henning Bolte
Erik Carrette
Danny De Bock
Denis Desassis
Pierre Dulieu
Ferdinand Dupuis-Panther
Federico Garcia
Paul Godderis
Stephen Godsall
Jean-Pierre Goffin
Claudy Jalet
Bernard Lefèvre
Mathilde Löffler
Claude Loxhay
Ieva Pakalniškytė
Etienne Payen
Jacques Prouvost
Yves « JB » Tassin
Herman te Loo
Eric Therer
Georges Tonla Briquet
Henri Vandenberghe
Iwein Van Malderen
Jan Van Stichel
Olivier Verhelst