Manfred Paul Weinberger Nonet – Transformation

Manfred Paul Weinberger Nonet – Transformation

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ATS Records

O-Ton Manfred Paul Weinberger: „Für diese Produktion stellte ich eine Auswahl von Stücken unserer Mexico Tournee im November 2024 zusammen. Zwei jüngere Kompositionen, die ich nach dieser Tournee, inspiriert von dieser Reise, komponierte, verleihen vorliegender CD eine zusätzliche Facette. Kunst ist Ausdruck menschlichen Fühlens, Denkens und Handelns, und sie entsteht in einer vom Herzen geleiteten prozesshaften Auseinandersetzung. … Unserem menschlichen Ringen, unserem Empfinden, eine Form zu geben, um sich durch diese Arbeit mitzuteilen, ist ein Grundbedürfnis in uns. Die Suche nach dem künstlerischen Ausdruck kann also als Versuch gesehen werden, Erlebtes, pGefühltes und Reflektiertes durch den schöpferischen Akt zu transformieren. … Mit „Transformation“ veröffentliche ich vier „komponierte Interpretationen“, deren Ausgangspunkt Songs aus dem „Great American Songbook“ sind. … Es ist mir ein Bedürfnis, ausgesuchte Stücke dieses Repertoires zu würdigen und ihrem Wert auf meine Weise zu huldigen. Ein Stück dieser Produktion ist eine Komposition der jungen Pianistin und Komponistin Anna Maurer, das ich durch die Arbeit im Upper Austrian Jazz Orchestra kennen lernte. Drei Eigenkompositionen vervollständigen das Programm für diese CD.“

In den Arrangements auch des Eröffnungsstücks „T-Line to Braintrees“ scheint durchaus die Tradition der Big Band durch, obgleich wir es nicht mit einer Big Band zu tun haben. Und noch einen Unterschied gibt es: Die Solos sind weniger ritualisiert. Zu denken ist dabei an das Solo des Sopransaxofonisten Christian Maurer und weitere wie das des Gitarristen Karl Erlmoser in „Strongly as in the Evening Sunset“. Ja, es ist eben ein Nonett, das wir hören und keine Big Band, bei der in der Regel der erste Saxofonist ein Solo und dann der erste Posaunist anstimmt, gefolgt von einem Saxofonsatz oder dem Tutti der Band und so geht es durch die Bläsergruppen Schritt für Schritt. Im vorliegenden Fall des Nonetts jedoch werden derartige ritualisierte Festlegungen gebrochen, auch wenn im Tutti immer wieder das Thema angestimmt wird. Bei „Call for Blues“ muss man nicht unbedingt an einen traditionellen Blues denken, wenn man sich in das Stück vertieft. Wie in anderen Stücken vernehmen wir ein starkes Tutti der Bläser nebst dem Schlag auf die Kuhglocken durch den Drummer Ewald Zach. Auffallend ist die Verquickung der Bläser in diesem Stück. Ein Hinhörer ist das Solo des Tenorsaxofonisten, der sich mehr und mehr in einen Bluesmodus begibt. Genießen kann man auch die glasklaren Trompetenklänge von Manfred Paul Weinberger, der ein weiteres Solo im Stück hören lässt. Da werden dann Klanghöhen erreicht, ehe dann der Gitarrist in die Saiten greift und durchaus an die Legenden des Blues anschließt. Fein gewebt sind die musikalischen Linien, weniger grob und rau wie der Country Blues und eher ein bisschen an B.B. King erinnernd.

Mal nicht einer der Saxofonisten, die ja in vielerlei Hinsicht generell den Jazz bestimmen, sondern der Bassist Christian Wendt ist mit dem „Lullaby“ zu hören. Dabei hat man hier und da den Eindruck, man vernehme eine Baritongitarre. Anschließend begleitet uns die Trompete durch das Kinderlied. Allerdings kommt dabei die Vorstellung auf, es werde ein eher unbekanntes Weihnachtslied oder ein Choral angestimmt. Mit einem gewissen Pathos kommt das Posaunenspiel von Peter Nickel daher.

Angesichts des Titels „Solaralos“ erwartet man Latin Flair, aber statt dessen beharrt das Nonett in dem Duktus, den das Nonett auch in anderen Stücken pflegte. Herausragend muss man das Trompetensolo des Bandleaders nennen. Paukenwirbel sind in der Eröffnung von „Heaven of Lark“ zu vernehmen. Diese gehen in intensives Trommeln auf den übrigen Trommeln des klassischen Drumsets über. Doch eher abrupt endet das Solo und die von Bläsern dominierte Band ist zu hören, durchaus in getragenem Modus. Übrigens dieses Stück ist eine der oben angesprochenen Eigenkompositionen, die auf der CD veröffentlicht wurden. Und noch etwas ist zu erwähnen: das Solo des Baritonaxofonisten. Oder ist es etwa der Tenorsaxofonist, der sich auch auf die Baritonlage versteht?

Nein nicht „Take Five“, sondern die Dave Brubeck-Komposition „In Your Own Sweet Way“ hat das neunköpfige Ensemble eingespielt. Orchestral ist vielleicht die korrekte Charakterisierung des Arrangements, das wir hören. In diesem vernehmen wir unter anderem den solistischen Tastenfluss, den uns Helmar Hill beschert. Dieser wird anschließend von den Bläsern in Variation aufgenommen. Und auch der Posaunist schwingt sich, wenn auch mit „behäbigem Stimmfluss“ auf, einen Farbtupfer zum Stück hinzuzufügen. Mit Anna Maurers „Being Ali“ schließt das Album.

© ferdinand dupuis-panther


https://ats-records.de/

Lineup:
Manfred Paul Weinberger - trumpet, flugelhorn
Christian Maurer - soprano saxophone
Andreas Lachberger - tenor saxophone
Jürgen Haider - baritone saxophone
Peter Nickel - trombone
Kurt Erlmoser - guitar
Helmar Hill - piano
Christian Wendt - double bass
Ewald Zach - drums

Tracks
01. T-Line to Braintree
02. Strongly as in the Evening Sunset
03. Call for Blues
04. Lullaby
05. Solaralos
06. Heaven of Lark
07. In Your Own Sweet Way
08. Being Ali


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