Laerte Iandoli - Introspection

Laerte Iandoli -  Introspection

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Dodicilune

Nunmehr liegt die neuste CD des Pianisten und Komponisten Laerte Iandoli vor. Zu seinem Quartett gehören der Saxofonist Giuseppe Capriello, der Bassist Lorenzo Paoletta und der Drummer Antonio Fusco.

In den Liner Notes ist Nachstehendes zu lesen: „A group of excellent musicians, led by Laerte, a musician gifted with technique and creativity, due mainly to his talent. If it is true that everyone plays what they are, Laerte, while maintaining his ever-exuberant character, demonstrates through his compositions that he has achieved a musical maturity that starts from a respect for tradition, too often forgotten. Together with Giuseppe Capriello on saxophone, Lorenzo Paoletta on bass and co-composer, and Antonio Fusco on drums, all talented but rigorous musicians, the result is lively, contemporary music that is a pleasure to listen to.” (Danilo Rea)

Mit einem musikalischen Strauß roter Rosen empfängt uns das Quartett zu Beginn des Albums. „Red Roses“ lautet der Titel, der durch seine feine und brillante Saxofon-Setzung, ebenso besticht wie durch die leicht beschwingten Tastenklänge. So verbreitet sich bildlich gesprochen ein musikalischer Rosenduft, der zugleich an Frühling denken lässt. Leichtigkeit strahlt der Track aus, vor allem wenn man den Kaskaden lauscht, die der Pianist anstimmt. Sonor und ein wenig aufgeraut kommt der Saxofonist mit seinem Holzbläser daher und spielt tanzbare Weisen. Weiter geht es mit „Dark Soul“. Beim Lesen des Titels fragt man sich, ob es nun auch Soulmusik im klassischen Sinne zu hören gibt. Um es klar zu sagen: „Nein“. Statt dessen lauschen wir einer Art Ballade mit hellem „Saxofongesang“ und starken Rhythmusinterventionen des Drummers, mit und ohne Beckenrauschen. Bassist und Pianist vereinen sich nachfolgend zu einem Zwiegespräch. Perlende Klangtropfen treffen dabei auf einen E-Bass, der in allerlei Tiefen vibriert. Der Saxofonist, so hat man im Weiteren den Eindruck, spielt wohl auf einem Sopransaxofon. Das klingt ein bisschen nach Windgesäusel, nach lauem Sommerwind. Beim Hören kann man gut die Alltagssorgen vergessen. Zartfarbene Klangnuancen sind auszumachen. „Waltz for Grisù“ ist stilistisch gewiss mit den zuvor genannten Stücken zu vergleichen, eher lyrisch ausgeformt und fernab jeder Melancholie oder von Blues. Klangfärbungen werden übrigens vom Pianisten ebenso bestimmt wie vom Saxofonisten. Das Tastenspiel gleicht dabei im Bild gesprochen einer Perlenkette, nur statt Perlen werden eben Akkorde „aufgefädelt“.

„Introspection“ ist auch angesagt, also „Selbstbeobachtung“. Getragenes dringt ans unser Ohr. Das hat durchaus etwas von der Schwere, die wir aus Werken nordischer Komponisten wie Sibelius kennen. Der solistisch agierende Pianist nimmt uns in diesem Stück an die Hand, setzt Klangfleck an Klangfleck, dabei auch die Bass-Hand zum Einsatz bringend. Aufgelockert und von Frühlingsfarben definiert ist das Stück „Memories“ mit gekonnten Klangschleifen, für die der Pianist, aber vor allem der Saxofonist verantwortlich ist. Sensibles Beckenspiel begleitet den Pianisten. Brummig agiert der E-Bassist im Hintergrund. Irgendwie erscheint er als Fremdkörper in einer Musik, die man als Post-Bop kennzeichnen könnte. Über „Palindrome“ äußert sich das Quartet auch. Was bedeutet Palindrom? Es ist eine sinnvolle Folge von Buchstaben, Wörtern oder Versen, die vorwärts wie rückwärts gelesen Sinn ergeben. Konzertant-gestisch eröffnet der Pianist das Stück. Dabei und auch beim Spiel des Saxofonisten – Alt- oder Tenorsaxofon ? - kommen Gedanken an die sogenannte Blaue Stunde auf. Der oben genannte Begriff des Titels drängt sich klanglich nicht auf, oder? Mit sehr mäßigem Tempo agieren die Musiker. Oha, da ist der E-Bassist auch mal solistisch zu hören. Auffallend, dass neben dem gezupften Saitenklang auch immer andere Tonlagen mitzuschwingen scheinen. Übrigens, auch an Nachtschwärmer in der Großstadt muss man denken und sieht angesichts der getragenen Musik, langsam durch die Nacht Schlendernde und am Horizont geht zugleich zaghaft die Sonne auf. Und worin besteht nun eigentlich in der Musik das Palindrome? Den Abschluss des Albums bildet „Dark Soul (Alternate Take)“, also durchaus eine gelungene Abrundung im besten Sinne.

© ferdinand dupuis-panther 2026




DODICILUNE

Musicians
Laerte Iandoli, pianoforte
Giuseppe Capriello, tenor/soprano saxophones
Lorenzo Paoletta, electric/acoustic bass
Antonio Fusco, drums

Tracks
1) Red Roses
2) Dark Soul
3) Waltz for Grisù
4) D.O.C.
5) Introspection
6) Memories
7) Palindrome
8) Dark Soul (Alternate Take)
All compositions by Laerte Iandoli except 6, 7 by Lorenzo Paoletta


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