Julien Tassin - Pictures From Home

Julien Tassin - Pictures From Home

J

self production

Über das Projekt schreibt der belgische Gitarrist Julien Tassin: „During the lockdown, I wrote and record many solo songs at home. I would like to share them in an original way. That’s why I asked different artists (film makers, drawers, photographers, …) to create images around a tune that I sent them. I gave nor explanation nor direction. I just wanted them to give their interpretation of the music, the mood and interact with me as a musician could do. I released a video every two  weeks. In the end, an album with all the songs will be released digitally (28th of August).“ So ist das Projekt gleichsam ein multimediales. Tassin schafft mit dem vorliegenden Projekt keine geschlossene Struktur, auch keine gebündelte Erzählstruktur, sondern reflektiert in unterschiedlicher Weise seinen Gemütszustand während des Lockdown. Manchmal war er besser drauf und guter Dinge – das spiegelt „Suave/Alegria“ wider -, manchmal war er aber auch eher melancholisch gestimmt, was sich in der Musik von „Plume“ und „Father's Spleen“ niederschlägt. Neben Baritongitarre und akustischer Gitarre kam auch eine Kalimba, ein sogenanntes Lamellophon, zum Einsatz. Zudem wurde die Musik mit Effekten angereichert und verfremdet.

Bei „Suave/ Algeria“ reizt Tassin das Klangspektrum seines Saiteninstruments voll aus, einschließlich Flageolett. Die zu hörenden Sequenzen gleichen Meereswellen, die langsam und sacht auf einen sandigen Küstensaum treffen und dort auslaufen und sich anschließend zurückziehen. Zugleich drängt sich ein anderes Bild auch auf: hopsende und springende Kinder auf einer sattgrünen Wildblumenwiese mit roten, blauen, gelben Blütenpunkten. Nahtlos geht das erste Stück in das zweite namens „Winter Sleep“ über. Vom Charakter her erinnert es an ein Kinderlied und weniger an ein Winterlied. Die melodischen Linien haben nichts von Winterstarre oder Schneeflockengestöber, sondern eher von einem schmalen Wasserfall, der sich in die Tiefe ergießt, unablässig Tag für Tag. Kommen wir zu „Father's Spleen“: Durchaus rockig geht Tassin zu Werke. Er scheint R&B teilweise ebenso wie Hard Rock aufzugreifen.  Das ist nicht überdreht oder ungezügelt explosiv, aber im Gegensatz zu den zuvor eingespielten Stücken durchaus eine Duktus- und Klangabweichung. Da sind Deep Purple, The Who und Allman Brothers mit im Spiel. Ähnliches gilt für die Komposition „Ancestors“ (dt. Ahnen). Klangvolle Dominosteine hört man in Rockmustern fallen; Wirbel werden bewegt, um Töne zu verzerren. Thematische Wiederkehr ist angesagt, sodass die Wiedererkennung der Klangmodule einfach ist. Soll das heißen, dass sich in einer Ahnenkette vieles wiederholt?

Zu Träumereien lädt uns Tassin bei „Petit Rêve“ (dt. kleiner Traum) ein: Hören wir da nicht ein Vibrafon zu Beginn? Sind es nicht fließende Tonfolgen, die wie Wassertropfen anmuten, die auf den Boden treffen? Über dieses Klangbett eines Lamellophons – das spielt Tassin und nicht etwa Vibrafon - setzt Tassin seine hochfrequenten Linien. Anschließend vernimmt man eher Liedhaftes, denkt an Bänkelgesang und Singer/Songwriter. Die Gitarrenpassagen sind ganz und gar auf einen Erzählduktus eingestellt. Bisweilen meint man , Seifenblase zu sehen, die sich verflüchtigen. Alles scheint temporär; der Traum erweist sich als vergehender Traum. Jimi Hendrix scheint seine Erfahrungen an Tassin für „Observance“ (dt. Beachtung, Einhaltung) weitergeben zu haben. Was Tassin uns hören lässt, ist eigenständig. Es ist aber eben auch an „Purple Haze“ und „Voodoo Child“ sowie die auf dem Woodstock Festival gespielte und verfremdete amerikanische Nationalhymne angelehnt, oder? Und mit dieser Rockexkursion ist der produktive Prozess Tassins in Zeiten des Lockdown beendet.

© fdp


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www.julien-tassin.com
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