Joan Wildman / Joe Fonda: Conversations

Joan Wildman / Joe Fonda: Conversations

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self production - order: joanwildman@abcglobal.net

Piano und Synthesizer treffen Flöte und Kontrabass – so könnte man das Zusammentreffen der beiden Musiker umschreiben. Dass dabei bisweilen auch der Eindruck entsteht, eine Sitar und ein Vibrafon seien mit im musikalischen Spiel, ist wohl dem Synthesizer geschuldet, den Joan Wildman spielt, über die auch das vorliegende Album bestellt werden kann.

Mit „Three O Two“ beginnt das tonale Gespräch, setzt sich mit „Bela“ fort, ehe dann der Titel „Conversation“ auf dem Programm steht. Wie „Mistakes“ musikalisch umgesetzt werden, erfahren wir beim weiteren Zuhören und begegnen dabei auch einem „Smooth Talker“. Mit „China“ endet das Album, das aus fünf Kompositionen von Wildman, einer gemeinsamen Komposition, nämlich „Conversation“, und vier Stücken von Joe Fonda besteht.

Also, Vorhang auf für „Three O Two“: Einen wahren Tastenregen lässt Joan Wildman auf uns niederprasseln. Man könnte sich auch trabende Pferde vorstellen, die die Pianistin mit ihrem Notenfluss eingefangen hat. Hopsende und springende Sequenzen treffen nachfolgend auf eine behäbige Basshand, die Joe Fonda verantwortet. Hier und da meint man, Zitate aus einem klassischen Repertoire zu hören. Béla Bartók kommt vielleicht dem einen oder anderen Zuhörer in den Sinn, wenn er Joan Wildmans Melodielinien folgt. Diese bewegen sich zwischen tonalen Rinnsalen und unaufhaltsamen Malströmen. Das Spiel der Pianistin ist prägnant und energetisch aufgeladen, derweil Joe Fonda mit stoischer Gelassenheit die Saiten seines Tieftöners zum Schwingen bringt, dabei durchaus in der Paraphrasierung dessen unterwegs, was Joan Wildman ihrem schwarz-weißen Tastenmöbel entlockt hat. Irgendwie ist man auf eine Entladung gespannt. Wird sie kommen? Oder wird der Klangfluss dahinströmen, ohne die Ufer zu fluten? Nein, alles bleibt in dem vorgezeichneten Flussbett bis zum Schluss.

Lauschen wir mal der „Conversation“ zwischen Joan Wildman und Joe Fonda: Oh, der Klang eines „Vibrafons“ dringt an unser Ohr. Schnell und quirlig sind die Passagen, die zu hören sind. Würde man einen Film mit einem Haken schlagenden Wildhasen auf die Leinwand bringen wollen und suche noch nach geeigneter Filmmusik, Wildman und Fonda liefern sie mit ihrem Song. Allerdings, man darf nicht überhören, was wirklich geschieht, ein Gespräch findet statt. Irgendwie scheint dabei der Bass ein wenig angefressen zu klingen. Unbeirrt im Redefluss ist hingegen das „Vibrafon“. Rechthaberisch klingt es bisweilen.

Dass Joe Fonda neben dem Kontrabass auch die Querflöte beherrscht, zeigt sich im weiteren Fortgang der vorgetragenen Komposition. Ein fein gestimmter Flötenklangteppich trifft dabei auf ein redundantes „Vibrafon“. Irgendwann zeigt sich die Flöte auch ein wenig störrisch und stur, abseits des sonst zu erwartenden sanften Klangs. Der rhythmische Schlag auf die „Klangstäbe“ wird immer mehr zu einem Mantra, drängt sich in den Vordergrund, derweil die Flöte beinahe ins Off abgeschoben wird.

Ein wenig mit Hall unterfüttert meldet sich Joe Fonda zu Beginn des Songs „Mistakes“ zu Wort. Tief schwingen die „metallenen“ Saiten. Hier und da vernimmt man ein Schnarren und ein langes Vibrieren, das einem Jaulen gleicht. Dann treten „Vibrafon“ und Piano in Erscheinung. Sehr getragen gestalten die beiden Musiker Fondas Komposition „Mistakes“. Stichworte wie Beschaulichkeit und Entspannung sind eher mit der Melodielinie zu assoziieren als „Fehler“. Anmutungen an einen Kanon begleiten uns im Weiteren. Danach wird es wieder ausgesprochen dialogisch – hier Bass und dort Piano/Synthesizer.

Sehr basslastig wird „Smooth Talker“ eröffnet. Irgendwie hat man die Vorahnung, es würde sich ein Blues daraus entwickeln oder aber eine Form von Ragtime. Doch weit gefehlt. Aus meiner Sicht hat die Komposition eher etwas von Thelonious Monk.

Mit „China“ (Joe Fonda) erklingt der letzte Titel des Albums „Conversations“: Eine rollende Basshand über die eine Melodielinie gewebt wird, so präsentiert uns das Duo Wildman/Fonda den Song. Dabei mischt Joan Wildman ganz wilde, bunt schillernde Hörfarben zusammen. Die ausdrucksstarken Passagen erscheinen wie die Farbspritzer, die Jackson Pollock auf die Leinwand platzierte oder wie die gestische Malerei des Informel. Melodische Schlieren ziehen am Ohr des Zuhörers vorbei, und Joe Fonda bringt sich nachdrücklich solistisch ein. Fonda zaubert ähnlich bewegte Farbmuster wie Joan Wildman aus seinem Tieftöner hervor. Manchmal lässt er die Saiten auch schnarren und auf den Korpus des Basses niedergehen. Schon beim Zuhören hat man den Eindruck eines sehr körperlichen Spiels. Der Tieftöner erscheint wie ein Agitator, der seine Slogans mit einpeitschender Stimme wieder und wieder auf die Masse einredet. Anschließend übernimmt Joan Wildman bis zum nahen Ende der Komposition das musikalische Zepter. Ein sehr gelungener, dynamischer Ausklang eines Duo-Albums!

Text © ferdinand dupuis-panther

Informationen

Joan Wildman & Joe Fonda
http://www.joefonda.com/joan-wildman-joe-fonda-conversations

Joe Fonda
Interview
http://www.jazzhalo.be/interviews/joe-fonda-interview-with-the-american-bass-player-and-member-of-the-nu-band/

Order
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