Jelle van Giel Group - The Journey

Jelle van Giel Group - The Journey

J

Hevhetia

Nein, wir hören kein Trio, auch kein Quintett, sondern gleich ein Septett, das dank der starken Bläserformation mit dem Tenorsaxofonisten Bart Borremans, dem Altsaxofonisten Tom Bourgeois und dem Trompeter Carlo Nardozza für eine Fülle von Klangfarben sorgt. Jelle van Giel ist am Schlagwerk zu hören, im Kern hintergründig agierend, Janos Bruneel am Kontrabass, Tim Finoulst an der Gitarre und am Piano Bram Weijters vervollständigen die Band: Gemeinsam unternehmen sie eine Reise, die mit dem Titel des Albums beginnt, aber auch mit einem Kinderlied für Nelle, der Tochter des Bandleaders, angereichert ist. Wir besuchen akustisch die „Hidden City“, gehen auf Fang nach dem akustischen „Bonito“ und dann geht es auch ab nach Hause: „Heading Home“.

Angesichts des Covers des Albums hätte man gewiss Songs über Berge, Bergseen und Fjorde, also alpine Abventeuer, erwartet, denn das suggeriert m. E. die künstlerisch gestaltete CD-Hülle. Doch darauf hebt Jelle van Giel in seinen Kompositionen offensichtlich nicht ab.


Machen wir uns also  mit Jelle van Giel und seinen Mitmusikern auf die musikalische Reise: „The Journey“. Geprägt wird diese akustische Reise durch das perlende Klavierspiel von Bram Weijters und starke Bläserinterventionen. Tim Finoulst sorgt an der Gitarre für sommerliche Farben. Diese werden im Anschluss von den Bläsern mit allerlei Schattierungen und Schummerungen versehen, von Pistaziengrün bis hin zu Azur. Noch ein wenig Tintenblau gefällig? Ja, dafür sorgt dann Carlo Nardozza, während die beiden Saxofonisten sich als akustische Luministen erweisen. Hört man da nicht auch einen ratternden Zug, der durch die Landschaft braust, wenn Jelle van Giel seine Sticks auf hart gespannte Felle sausen lässt? In Mauve und Ocker schwelgt nachfolgend Carlo Nardozza in seinem Solo. So entsteht dank einer bunten akustischen Palette eine Sommerreise mit mediterranem Flair. Zu diesem gehören auch einige rote Tupfer, für die schließlich Tim Finoulst sorgt.

Sommerlich-beschwingt geht es auch in „Just A Little Waltz“ zu. Hervorstechend ist anfänglich der Gitarrenklang von Tim Finoulst. Abgelöst wird dieser durch säuselnd-sanfte Saxofonpassagen, die wie ein lauer Sommerwind anmuten. Stimmgewaltig zeigen sich im Nachgang die vereinten Bläser, während Jelle van Giel als Bandleader im Hintergrund mit tätschelnden Schlägen auf Felle und Becken begleitend wahrzunehmen ist. Ob man sich ein tanzendes Paar zur Musik vorstellt oder aber eher an eine Ausfahrt in einem Cabriolet denkt, bleibt dem einzelnen Hörer überlassen. Auch Janos Bruneel am Kontrabass darf sich in diesem Stück solistisch vorstellen und zeigt, dass der eher „phlegmatische Kontrabass“ durchaus auch in Bewegung geraten kann. Kurze Momente von Big-Band-Anmutungen mischen sich mit virtuosen Gitarrenarabesken, sodass insgesamt ein vielschichtiges Klangbild entsteht.

Jelle van Giel, der Vater einer kleinen Tochter ist, hat es sich nicht nehmen lassen, für diese ein Schlaflied („Lullaby for Nelle“) zu schreiben. Fein ziseliert ist die melodische Linie, die in den Händen des Pianisten Bram Weijters und des Gitarristen Tim Finoulst liegt. Ist da nicht auch ein Glockenspiel zu hören?
Auf der akustischen Reise nehmen uns die Musiker auch in die „Verbotene Stadt“ mit. Um welche es sich handelt, also zum Beispiel um das kaiserliche Peking, wissen wir allerdings nicht. Eher steht der Songtitel wohl für das Unerwartete. Nach einer Einleitung, die ein wenig nach „Broadway-Revue“ klingt, ist es an Bram Weijters die lyrischen Töne anzustimmen, dabei nicht die Basshand vergessend. Man kann beim Zuhören den Eindruck gewinnen, jemand würde auf leisen Sohlen verbotenes Terrain erobern. Nach und nach drängen der Bassist und der Gitarrist nach vorne, ehe dann der Altsaxofonist Tom Bourgeois und Carlo Nardozza mit gedämpfter Trompete die Dramaturgie kurzzeitig bestimmen. Weiter geht es auf der musikalischen Entdeckungstour mit einem feinen Basssolo, ehe dann ein „Duett“ von Gitarre und Tenorsaxofon (?) wahrzunehmen ist.

Schließlich heißt es dann „Heading Home“. Dabei scheint die Komposition das Klangbild bekannter amerikanischer Big Bands aufzunehmen und Tim Finoulst in seinem Spiel an Atilla Zoller anzuknüpfen. Die Heimreise ist dabei eine Reise mit Siebenmeilenstiefeln, vergegenwärtigt man sich das Tempo des Abschlussstücks des Albums.

© ferdinand dupuis-panther

Informationen

Label
Hevhetia
http://hevhetia.sk

Musiker
Jelle van Giel Group
https://www.jellevangiel.be/


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