Jared Hall – Hometown

Jared Hall – Hometown

J

Origin Records

Zum Album lesen wir: „With HOMETOWN, trumpeter and composer Jared Hall brings listeners into a musically rich reflection on place, purpose, and artistic growth. Born in Spokane and seasoned by vibrant creative communities from Bloomington to Miami and Seattle, Hall returns to his roots with a lyrical voice shaped by decades of performance and collaboration. Here, he celebrates the grounding power of family, shared history, and the joy of reconnecting with the people and experiences that shaped him.“

Jared Halls Quintett besteht aus dem Saxofonisten Troy Roberts, dem Pianisten Ben Markley, dem Bassisten Michael Glynn und Drummer Kyle Swan.

Der Titelsong „Hometown“ eröffnet das Album. Zu einem distinkten Piano-Setting, das an Funk denken lässt, erheben sich dann die beiden Bläser mit voller Kraft und Elan. Solistisches vernehmen wir im weiteren Verlauf. Wellige Linien bläst der Trompeter in seinem Solo. In ähnlichem Duktus ist nachfolgend der Saxofonist zu hören, sonor und die Klangbreite seines Tenorsaxofons ausreizend. Dazu vernimmt man ein Plong-Plong des Pianisten als Begleitnote, ehe sich die beiden Bläser zum Schluss wieder im Thema vereinen. Weiter geht es mit „Step by Step“: Temporeich und bewegt im Duktus kommt das Stück daher. Gewiss hat der Trompeter das „Sagen“, aber … . Teilweise agiert Jared Hall lyrisch und mit Swing. Wohlklang und das Melodische sind ihm ein Anliegen. Für die rhythmischen Unterfütterungen sorgen Pianist und Drummer. Teilweise hat man als Hörer den Eindruck, man erlebe musikalisch ein Gemälde impressionistischer Frühlingslandschaft, ob von Pissarro oder Cezanne. Der Pianist spielt so auf, als würde er einen Bachlauf in Akkorden nachzeichnen. Aufgeweckt agiert der Saxofonist, der allerdings im Gegensatz zu dem notorischen Marktgeschrei eines Saxofons auf dieses verzichtet und eher Weichzeichnungen abliefert. Ein musikalischer Leckerbissen ist das Duett der beiden Bläser, das einen wesentlichen Teil des Stücks ausmacht.

Von Bobby Hutcherson stammt „Little B’s Poem“, das Jared Hall und seine Mitmusiker interpretieren. Ballade oder Broadway -Song - das fragt man sich beim Zuhören. Oh, da tritt auch mal der Bassist in den Vordergrund und spielt ein Solo, begleitet vom Pianisten und Drummer. Nachhaltig ist der Klang des Kontrabasses jedoch nicht, schon gar nicht, wenn man an die Präsenz der Bläser denkt. Klangwolke schmiegt sich an Klangwolke, auch dank an Jared Hall und sein überzeugendes Trompetenspiel. Solistisch sorgt Hall obendrein für einen Ohrenschmaus.

Weiter geht es mit „Echoes and Origins“ und auch in diesem Stück liegt der Fokus auf dem Trompeter, der die Linien der Melodie zeichnet. Nicht minder von Bedeutung ist das Tastenspiel des Pianisten in seinen Phrasierungen, die an Meeresgrollen und Wellengang denken lassen. Die Bläser sind es, die die Färbungen des Stücks definieren und auch die Echos gestalten. Gegen Ende des Stücks zeigt sich auch die Gestaltungskraft des Schlagzeugers, der Raum zur freien Entfaltung erhält. Nach „ Family Groove“ folgt Monks Komposition „Ask Me Now“: Wer das Original kennt, dem wird schnell klar, das sich Jared Hall und seine Mitmusiker durchaus werkgetreu verhalten. Allerdings muss man anmerken, dass bei Monk das Piano die tragende Rolle spielt und nicht etwa ein Bläser. Man lausche dazu mal der ersten Einspielung vom 23. Juli 1951!
Temporeich geht es im Stück „Room 111“ zur Sache. Zugleich hat man beim Hören den Eindruck, der Jazz der 1950er und 1960er Jahre erlebe seine Auferstehung. Mit einer Wiederholung bzw. Variation von „Hometown“ schließt das sehr gelungene Album, das ganz im Geist von Post-Bop und Modern Jazz daherkommt.

© fdp 2026

 

https://originarts.com/

Musicians
Jared Hall trumpet
Troy Roberts tenor saxophone
Ben Markley piano
Michael Glynn bass
Kyle Swan drums

Tracks
1 Hometown 6:41
2 Step by Step 5:18
3 Little B’s Poem 5:09
4 Echoes and Origins 5:23
5 Family Groove 5:26
6 Ask Me Now 6:11
7 Room 111 6:39
8 Hometown (Reprise) 8:11

All music composed by Jared Hall, Jared Hall Music (ASCAP), except:
(3) Bobby Hutcherson, (6) Thelonious Monk


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