Black Box Münster 17.5.2026
Das Soziokulturelle Zentrum Cuba und auch die Black Box feiern in diesem Jahr ein Jubiläum.

Seit seiner Eröffnung im Februar 1986 vereint es soziale, kulturelle und politische Initiativen unter einem Dach, um Themen wie Menschenrechte, Gleichstellung und Nachhaltigkeit zu fördern. Mithin besteht das Zentrum nunmehr 40 Jahre. Die Black Box mit ihren Reihen Soundtrips, Stage of Limits und Jazz Today ist ein wesentlicher Teil des Cuba. Übrigens, der Name war bewusst gewählt und auch ein wenig Provokation. Zugleich aber verbirgt sich dahinter ein Akronym für Cultur- und Begegnungszentrum Achtermannstraße. Ohne Unterstützung durch Dritte wäre das vielfältige Programm des Cuba nicht möglich. So wurde das Sonntagskonzert mit LDL von Pro Helvetia unterstützt.
Die Black Box, die dieses Mal eine Black and White Box war, hatte ein Trio zu Gast, das sich der freien Improvisation verschrieben hat. Das Trio besteht aus Urs Leimgruber, Ursprünglich gehörte auch der Bassist Barre Phillips zum Ensemble. Von diesem Ursprungsquartett konnte man lesen, dass freie Improvisation bis ins fast Unhörbare ausgelotet wurde. Pirmin Bossart schrieb in JazzNMore: „Ohne den frei swingenden Zen-Bass von Phillips wird die Musik noch entrückter, vergeistigter, andererseits auch klarer und ungemein transparent. Die drei Musiker bewegen sich konzentriert und wagemutig wie die tollkühnsten Freikletterer in der Wand und legen Routen zurück, die in keiner App verzeichnet sind.“

Übrigens, der Bandname LDL nimmt einfach die Anfangsbuchstaben der Nachnamen der Musiker auf, ist also nicht etwa eine neue synthetische Droge, die als Name herhalten musste. Ob das Trio LDL allerdings süchtig macht, dass mussten die Zuhörer in der Black Box für sich entscheiden. Zumindest erforderte das Konzert hohe Konzentration und die Bereitschaft, sich auch auf „musikalische Abwege“ einzulassen. Melodisches stand nicht im Fokus. Eher kann man schon von Klangprovokationen sprechen. Wer dem Konzert am Sonntagabend folgte – gespielt wurde ein langes Set –, der hatte überdies den Eindruck, dass nicht nur das Bild der Freikletterer für LDL passend ist, sondern auch das von Hochseilartisten, die Höhen nicht scheuen. Die Fallhöhen, vor allem die, die der Saxofonist Urs Leimgruber vorgab, waren wirklich beeindruckend.

Thomas Lehn stammt aus Fröndenberg/Ruhr. Er studierte Tonmeister an der Hochschule für Musik Detmold und von 1980 bis 1987 Klassik- und Jazz-Klavier an der Hochschule für Musik Köln. Über die Jahre entwickelte er eine eigenwillige elektronische Musiksprache. Wer ihm beim Spiel am analogen Synth zuschaut, der meint gar in den Körperbewegungen, die zu sehen sind, eine Art Dirigieren auszumachen. Knöpfe wurden im Konzert gedreht, mal nach links, mal nach rechts. Gab es da nicht auch ein Pad, das zudem zum Einsatz kam, um zum Beispiel Kirchenglocken und kristalline Klangstäbe nebst diversen Klangtropfen zu inszenieren?

Jacques Demierre stammt aus Genf und ist ein Schweizer Improvisationsmusiker, Pianist und Komponist. Nach seinen Studien an der Universität Genf, am Conservatoire Populaire und am Konservatorium Genf entdeckte er für sich den Avantgarde Rock und der Improvisation. Das Manipulieren der Saiten im Korpus des Flügels gehörte im Konzert ebenso zu seiner Spielweise wie der Einsatz von Handkanten auf den Tasten. Sein Spiel ließ klanglich an Unwetter denken, an die Gewalt eines Sturms, an das Rasen eines Taifuns. Da gab es keinen Raum für feine Tastenkaskaden. Kraftvoll war sein Spiel. Dabei hatte man den Eindruck, dass Demierre auch eigene Wege erkundete, sich in einer anderen Umlaufbahn als seine Mitmusiker bewegte. Bisweilen zerfiel das Trio eben in seine Teile. Was für den Pianisten galt, traf auch für den Mann am analogen Synth und für den Dritten im Bunde den Sopransaxofonisten Urs Leimgruber zu.

Urs Leimgruber stammt aus Luzern. Welchem musikalischen Spektrum der Sopransaxofonist zuzuordnen ist, zeigt sein musikalisches Engagement in der Vergangenheit: 1972 gründete er mit dem Gitarristen Christy Doran, dem Schlagzeuger Fredy Studer und dem Kontrabassisten Bobby Burri das Luzerner Rockjazz-Quartett OM, das fast ein Jahrzehnt lang mit «Electricjazz-Freemusic» erfolgreich in der Schweiz und in Deutschland auf Tour war. Anschließend spielte er bis 1987 im Quartett Reflexionen mit Don Friedman, Burri und Joël Allouche und bis 1989 im Duo mit John Wolf Brennan. Mit Joëlle Léandre am Kontrabass, Marilyn Crispell am Klavier und Fritz Hauser am Schlagzeug bildet er das Quartett Noir. So liest man es bei Wikipedia über Urs Leimgruber.

Im Konzert erlebten wir Leimgruber wie einen einsamen Türmer, der seinem Sopransaxofon nicht nur Töne entlockte, sondern auch die Klappen bediente und damit Klang erzeugte. Obgleich das Saxofon mit Dämpfer gespielt wurde, war das Gebläse laut, durchdringend und hochtönig. Ohrenschmaus gab es nicht, sondern eher feinste Klangätzungen. Noch am ehesten hatte der Berichterstatter den Eindruck, dass der Mann am Synth auf den Saxofonisten Bezug nahm, teilweise aber auch ganz unabhängig Klanglandschaften schuf.

Das Konzert hatte Höhepunkte, sorgte für Wirbel und Verwirbelungen in der Black Box. Kurze Pausen und das Besinnen, ehe es weiterging, gab es auch. Die Improvisationen waren also kein Kontinuum, sondern Ansätze wurden verfolgt und abgeschlossen, ganz am Schluss mit dem Tönen von einer Kirchturmuhr, oder?
© fotos und text ferdinand dupuis-panther
https://cuba-muenster.de/kultur/musik/
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