Spotlights CITADELIC FESTIVAL 2022

Edition 15, Gent 25. bis 29. Mai 2022






Fünf Tage, 50 Konzerte, gratis, musikalische Abenteuer, Improvisation und Jazz, Speis und Trank im Park – das war das Motto des Festivals. Bei teilweise fröstelnden Temperaturen fand das Festival, das sich im Kern mit improvisierter Musik befasste, im Citadelpark unweit des SMAK in Gent statt. Der Bogen der Formationen, die zu hören waren, teilweise auch mit rein elektronischen Klangverwehungen, spannte sich von dem belgo-französischen Quartett Four Circles über Peter Jacquemyn Quartet zum belgo-niederländischen Ensemble Spinifex. Zu hören waren Trios mit Gesang und Akkordeon wie Erem, aber auch Soloperformances wie die von Stann. Aus UK kam der Saxofonist Trevor Watts mit seinem Trio und auch der Pianist Alexander Hawkins war in einer Trio-Formation zu erleben. Pop und Rock vermischt mit Jazz, das bot die Antwerpener Band Hamster Axis of the One-Click Panther. Schließlich sei noch auf ein Konzert zur Ehren von Kurt Weill verwiesen. Dieses Projekt wäre ohne die Jazzwerkstatt Improvisers Special Collective – unter anderem mit dem deutschen Bass- und Altsaxofonisten Jan Klare – nicht denkbar.

Im Nachstehenden werden einige Spotlights auf ausgewählte Konzerte gerichtet. Und gleich zu Beginn liegt der Fokus auf Four Circles. Ehe allerdings die strahlenden Scheinwerfer auf die Musiker gerichtet werden, noch der Hinweis, dass ohne Rogé von elNegocito das Festival in dieser „Nach-Corona-Zeit“ nicht zustande gekommen wäre. Auch für Speis und Trank war gesorgt, dank an das Küchen- und Serviceteam und an Augusto Pirodda, der das Piano auf Zeit mit der Kochschürze tauschte.



Spotlight 1: Four Circles
May 25th, 12H-14H


Schon der Name des Quartetts lässt Raum für Assoziationen: Kreissegmente, Schnittmengen, konzentrische Kreise, vier Kreise, kreiseln, kreisend, Kreisverkehr … . Und auch an Pi sowie an den Begriff Rotation ist zu denken, ob das das Ensemble intendiert hat oder nicht. Die Vier Kreise bestehen aus dem in Sudfrankreich beheimateten Tenorsaxofonisten Philippe Lemoine, der seit Jahrzehnten in Belgien lebenden französischen Altsaxofonistin Audrey Lauro, dem aus Frankreich stammenden Cellisten Emmanuel Cremer und dem Brüsseler Schlagzeuger Nicolas Chkifi.

Und was erlebten die Zuhörer nun? Unisono, Solo, Duo – das Quartett war kein konsolidierter Koloss, der nur in Viererstärke zu erleben war, sondern die einzelnen Segmente des Quartetts wurden als solche aus der Gesamtheit herausgestellt. Es gab Zwiegespräche zwischen Alt- und Tenorsaxofon. Im Solo wurde das Cello gestrichen und gezupft. Als besinge sie die sich am Himmel aufbauschenden Wolken, klang das was Audrey Lauro zu Gehör brachte.


Schleifen und Schlangenlinien sowie Gesten des Informel war das, was Philippe Lemoine als Segment des Vortrags beifügte. Auch das belgische Wetter wurde beschworen, musikalisch wie auch in einem Wortbeitrag des Cellisten Emmanuel Cremer. Als die Saxofonisten zum Unisono bliesen, hatte man das Bild von Schiffen im dichten Nebel vor Augen, die sich mit Schiffssirenen gegenseitig warnten. Trommelwirbel überlagerten den Klang des gestrichenen Cellos.


Schnalzlaute drangen ebenso ans Ohr der Zuhörer wie das Flirren des kurz angetippten großen Beckens. Tiefen wurden nachfolgend ausgelotet. Perkussives trug der Cellist bei, indem er mit dem Bogen auf die Saiten schlug. Sirenengesang war dem Cellisten obendrein zu verdanken. Eine Rassel wurde geschwungen. Plonk-Plonk der gezupften Saiten ließ ebenso aufhorchen wie Anklänge an ein Lamento. Irgendwie changierte die Musik zwischen Neuer Musik und Improvisation vermischt mit klassischen Attitüden. Bilder aus der griechischen Mythologie wie die Fahrt über den Totenfluss Styx drängten sich beim Zuhören auf. Auch ein Schlagwerksolo konnten die Anwesenden erleben. Fellklänge schoben sich mehr und mehr über das Beckengeschwirre. Dann gab es eine Pause. Oder war es nur eine Atempause, um die Improvisation fortzusetzen?

Sprechblasen drangen bildlich gesprochen aus den Saxofonen. Hörten wir da nicht ein Och-äh-och oder so Ähnliches? Zudem brachen die beiden Saxofonisten die Stimmen ihrer Instrumente, ließen sie sich überschlagen, ausufern und schwadronieren. Das war ab und an von Schnalzlauten durchbrochen. Und auch so etwas wie „Warte-warte“,  ins S-Rohr gesprochen, meinte man entziffern zu können. Beide Saxofonisten verstrickten sich in eine Debatte, durchaus mit Rechthaberei durchsetzt. Musikalische Argumente wurden ausgetauscht.


Und immer wieder wurde eine neue Sequenz auf die vorherige gesetzt. Zugleich schienen beide Bläser in unterschiedlichen Umlaufbahnen, schienen unterschiedliche konzentrische Kreise zu bespielen. Der Cellist beließ es nicht beim Bogenstrich, sondern zeigte auch, dass ein Cello, das gezupft wird, durchaus rockig klingen kann. Im Weiteren entwickelte sich das Spiel der vier Musiker in einer Spiralform. Das Bild einer Windhose schien das bestens zu beschreiben, was auf der Bühne geschah.


Malströme wurden gezeichnet. Auch ein Wetterleuchten und die Abbildung des rauschenden Laubs im Park und des mausgrauen Himmels schien sich in der Musik widerzuspiegeln, oder? Selten gab es einen Ruhemodus. Der generelle Duktus war Aufbruch und Umbruch. Wie der in einer Hochspannungsleitung sich fangende Wind klangen mehrere Passagen, die wir hörten. Auch Geläut, das im Off verschwand – dank an Nicolas Chkifi -, drang an unsere Ohren. Und schließlich meinte man auch fernöstliche Musik zu hören, ohne Bansuri und Wölbzither. Redundanzen wie bei Techno wurden gepflegt und auch ein Parforceritt musikalischer Art war Teil des Vortrags.


Line-up

Philippe Lemoine – sax tenor
(https://philippelemoine.org)
Audrey Lauro – sax alto
(https://silentwater.bandcamp.com/album/dark-ballads)
Emmanuel Cremer – violoncelle
Nicolas Chkifi – batterie





Spotlight 2: Matterhorn Well
May 25th, 14H-16H

 


Der Bandname beschreibt, so die Cellistin Imre de Cauter, die Höhen und Tiefen, den Klangraum, den es zu erfassen gilt. Bildhaft stehen dafür der Gipfel des Matterhorn und die Tiefen eines Brunnens. Das Konzert des Duos, bestehend aus dem Keyboarder Matthias Dewilde und der Cellistin Imre de Cauter, lebte vor allem durch die elektronischen Verfremdungen. Selten, ganz selten wurde auf den reinen Klang der Instrumente, Rhodes und Cello, Zugriff genommen. Schon nach den ersten Sequenzen musste der eine oder andere Zuhörer an die Legenden und Pioniere der elektronischen Musik denken, an Tangerine Dream, Can oder Kraftwerk. Jean Michel Jarre und auch Mike Oldfield fallen als Musiker gleichwohl in die Kategorie Legenden der elektronischen Musik, oder?


Gleich bei den ersten Passagen der sphärisch ausgerichteten Musik drängte sich der Eindruck auf, dass man eigentlich in einer unterirdischen Kalksteinhöhle den Klängen lauschte, die sich im porösen Karst verflüchtigten. Klangrausch aus dem Off wurde wahrnehmbar, ebenso die Tiefen des Cellos im Vergleich zu den Färbungen des Rhodes. 

Röhrende Motorengeräusche – so ein Bild – tauchten kurz auf. Klangkaskaden, die zum Teil wie auf einem Vibrafon erzeugt klangen, wehten von der Bühne zu den Zuhörern herüber. Kristallines wurde zu Gehör gebracht. Feinflorige Klangteppiche breitete das Duo vor uns aus. Manchmal meinte man, Kometen des Klangs würden auf uns niederregnen. Diskantes traf auf lang gezogene Tiefklänge. Oszillationen des Klangs nahmen uns mit auf die musikalische Reise, bei durchaus frostigem Wetter. New Wave und auch New Age waren bei der Musik des Duos sehr fern. Nur selten gab es Tiefenentspanntes zu genießen.


Was vor Jahren bei Aufnahmen aus dem unterirdischen Wasserreservoirs von Köln noch analog geschah und dabei die Akustik des Raums ausreizte – Titel der Vinyl ist „Vor der Flut – Hommage an einen Wasserspeicher“ -, lebte nun im Citadelpark dank des umfänglichen elektronischen Zauberkästleins. Durchmischt war die Musik des Duos auch von schrägen Vogelstimmen. Man konnte dabei an eine Horde Kakadus oder Halsbandsittiche denken, vielleicht auch an Silbermöwen. Gezeitenwechsel schienen auch auf dem Programmzettel von Matterhorn Well zu stehen.

Ruhephasen wurden eingeschoben, bei denen man an das Bild eines Teiches denken konnte, dessen Oberfläche sich dank eines auffrischenden Windes kräuselt. Zugleich gab es auch Sequenzen, die bestens geeignet waren, eine Szenerie im dichten Nebel zu „illuminieren“. Wer schon mal im Botanischen Garten auf der Insel Brissago (Ascona) war, der kann dort einen künstlichen Nebel im Bambuswald erleben. Dazu passte dann auf weite Strecken als dramatische Untermalung die sphärische Musik von de Cauter/ Dewilde.


Ausklingendes Glockengeläut vermischte sich mit dem Klang der Nagelschuhe von Stepptänzern auf den Bühnenbrettern. Doch getanzt wurde zur vorgetragenen Musik nicht. Je länger das Konzert dauerte, desto eher hatte man den Eindruck von Wiederholungen der Klangbilder. Man wartete hier und da auf eine Klangexplosion, auf einen Ausbruch, auf das Hinsteuern zu einem Höhepunkt. Auch Brüche in der Musik wären denkbar gewesen, auch der gelegentliche Verzicht auf die elektronischen Verfremdungen. Aber nein, das Duo blieb sich bis zur letzten Klangnote treu. Es war durchaus ein geschlossenes System, dem man folgen konnte. Aber der Berichterstatter hätte sich bisweilen die eine oder andere musikalische „Überraschung“ gewünscht.


Line-up

Imre De Cauter - Cello & FX
(https://www.myrddinmusic.com/myrddin-imre-de-cauter/)
Matthias Dewilde - Fender Rhodes & FX





Spotlight 3 Peter Jacquemyn Quartet
May 25th, 18H-20H


Ebenso geschlossen wie Matterhorn Well war das „offene“ Konzept des Quartetts um den Bassisten Peter Jacquemyn. Strukturiertes Chaos oder chaotische Struktur – was begegnete uns da? Turbulenzen, Saltos, Flic-Flac musikalischer Art erfasste uns, die wir zuhörten. Da gab es keinen Stillstand, keine Atempause. Da schien die Musik einem Höllenritt zu gleichen, zumindest aber einem Parforceritt über Stock und Stein.


Kurz angebunden war das Schlagwerk, das sich nachhaltig bemerkbar machte. Bogenstriche im Kurzmodus waren wahrnehmbar. Musikalische Wogenbrecher und Klippengischt überrollten die Zuhörer. Und das alles gab es ohne vorherige Ankündigung. Aus dem Moment heraus entwickelten sich die Sequenzen, auch die Fingerschläge auf die Basssaiten und das eruptive Gebläse von John Dikeman. Irgendwie schienen auch Hardrock und Rhythm ’n Blues präsent zu sein, lauschte man Mauro Pawlowski. Dieser riss das eine oder andere Mal seine Gitarre in die Höhe, schwenkte sie auch mal waagerecht, ließ sie wimmern und jaulen. Dabei schienen im Geiste Alvin Lee und Gary Moore gegenwärtig zu sein. Gelegentlich musste der Berichterstatter beim Zuhören auch an den norwegischen Gitarristen Terje Rypdal denken. Das war zumeist fern von gängigen Jazzgitarrenmustern und eher im Bereich von Rock und gelegentlich auch Punk anzusiedeln. Mit einer gewissen lässigen Hartnäckigkeit ließ Eric Thielemans seine Schlagstöcke auf die Felle niedergehen. Er begleitete in einigen Passagen sehr dezent die stufigen Basslinien. Das Saxofon klang über weite Strecken aufgemischt und aufgebürstet.


Teilweise schien der Begriff des Krakeelens angemessen für das zu sein, was John Dikeman seinem Holzbläser abverlangte. Schlagbudenzauber mit Härte ergänzte dies. Bilder von aufgewühlter See drängten sich beim weiteren Zuhören auf. Ebenso musste man an die Monsterwellen von Nazaré denken. Urgewalt war in der Musik zu spüren. Da gab es kein Halten, kein Verschnaufen, kein Nachsinnen, sondern es ging  voran und voran. Es tobte gleichsam eine musikalische Windhose im Citadelpark. Dramatik pur war angesagt.


Der Klang von brechendem Kristallglas oder von der Auflösung eines Eisgangs könnte zudem das beschreiben, was das Quartett präsentierte. Saitenüberschläge von Bass und E-Gitarre breiteten sich aus. Zwischen Zeigefinger und Daumen wurden die Bass-Seiten eingespannt und nach unten gezogen. Hochgezogene Saiten schnellten zurück und schnarrten.  John Dikeman nahm sich lauthals das eine oder andere Mal das Wort, wurde so zum klanglichen Wortführer.

Selten waren Phasen der Findung. Antizipation folgte auf Antizipation, sich aufeinander blind verlassend. Ausgewiesene Ruhepole waren nicht Teil des Konzepts.  Im Duo ließen E-Gitarrist und Bassist einen ratternden Zug über ausgefahrene Schwellen und Gleise fahren, so ein mögliches Bild zu Fragmenten der Musik. Auch an Verfolgungsfahrten unter Hochbahngleisen musste man denken, zumindest wer „French Connection“ gesehen hat.


Wildheit, Ungezügeltes, Grenzenloses – das alles bündelte sich in der improvisierten Musik des Quartetts. Waren es nicht additive Fragmente, die zur Improvisation gehörten? Aus diesen wurde Kontinuität gewoben. Stets wurde dabei auf einen Höhepunkt abgezielt. Lautstark war gewiss das Motto, folgte man dem Vortrag.


Obertongesang – dank an den Bassisten – konnten wir zudem lauschen. Dabei in den Tonlagen durchaus changierend. Gutturales überwog, gleichsam aus der Tiefe des menschlichen Schlundes kommend. Derweil überkreuzten sich die Hände des Bassisten auf dem Hals des Basses. Quakte da nicht mal kurz ein Ochsenfrosch, als Peter Jacquemyn sang? Und was war das mit dem wahrnehmbaren „Hahnenschrei“? Auftrumpfend erlebten wir durchwegs John Dikeman. Das Saxofon schien in seinen Händen außer Rand und Band zu sein. Das war gewiss mehr als nur marktschreierische Attitüde, oder?

Schließlich meinte man gar, das Quartett hätte sich die Verfremdung einer Hymne, einer nationalen Hymne, vorgenommen. Gedanken an Woodstock und die Paraphrasierung der amerikanischen Nationalhymne wurden ab und an wach. Doch daran knüpfte das Quartett nur sehr lose an. Hendrix ist eben Hendrix und das Peter Jacquemyn Quartett das Peter Jacquemyn Quarttet, nicht wahr!


Line-up

John Dikeman – tenor saxophone
(https://de.wikipedia.org/wiki/John_Dikeman)
Mauro Pawlowski – guitar
(https://mauropawlowski.be)
Peter Jacquemyn – double bass
(https://www.jacquemyn.com)
Eric Thielemans – drums





Spotlight 4: Aegle
May 26th, 15H-16H


Obgleich eine der Bedeutungen des Bandnamens sich auf die Tochter des Sonnengottes Helios bezieht, wollte die Sonne beim Auftritt von Aegle am Genter Himmel nicht durchgehend scheinen. Auch wenn dies die Sängerin und Bandleaderin Alexandra Gadzina das eine oder andere Mal beschwor. Zur Band gehörten der deutschsprachige Pianist Leonard Steigerwald, in Aachen und in Ostbelgien aufgewachsen und nun in Brüssel lebend, der aus Bergamo stammende und nun ebenfalls in Brüssel lebende Schlagzeuger Umberto Odone sowie der Bassgitarrist Yannick Heselle, der ursprünglich aus der „Wollstadt“ Verviers stammt. Alle Musiker hatten sich beim Studium am Konservatorium in Brüssel kennen gelernt.


Mit zwei Ausnahmen standen Kompositionen der Sängerin, deren Eltern Musiker sind und aus Polen stammen, auf dem Programm. Der musikalische Bogen spann sich von „Untravelled“, über „Ravens“ und „Arabesk“ zu „Midwinter“. Außerdem standen auf dem Konzertprogramm ein Standard, nämlich „There will never be another you“, und eine Komposition des polnischen Arztes, Pianisten und Komponisten Krzysztof Komeda, der unter anderem für Filme wie „Messer im Wasser“ und „Rosemary’s Baby“ die Filmmusiken schuf. Aus letzterem Film hörten wir einen Song, der ebenso wie andere vom lyrischen Impetus bestimmt wurde. Angeregt von einem Gedicht des wohl bekanntesten belgischen Schriftstellers des 20. Jahrhunderts Hugo Claus schrieb die Vokalistin „Arabesk“ und unterstrich dabei ihre Vorliebe für Poesie.

Insgesamt gab es dadurch, dass das Textliche, sprich der Gesang, stets im Mittelpunkt stand, wenig Raum für die übrigen Musiker sich intensiv zu Wort zu melden und dem Expressivem, das für den Jazz so entscheidend ist, nachzugehen. Das Songhafte überwog, und dies bildete gleichsam das Gerüst, in dem sich alles auf der Bühne abspielte. Gewiss ab und an entfaltete sich vor allem der Pianist, der bildlich gesprochen Wasserspiele und Kaskaden vor unseren Augen herbeizauberte. Der Drummer agierte zumeist sehr zurückgenommen, zeigte sich eher introvertiert, verzichtete gar auf ein Schlagwerksolo. Nur hin und wieder war auch die Bassgitarre solistisch zu vernehmen und überzeugte dann mit der eher weichen, fließenden Klangfärbung.


„Days are travelling but I walk slow“ – das drang unter anderem an die Ohren der Anwesenden, als das Konzert begann und die Nicht-Reise (Song „Untravelled“)  besungen wurde. Derweil vernahmen wir welligen Tastenklang. Zugleich meinte man tonale Strudel und Rinnsale zu erleben. Mit Bedacht ließ der Schlagzeuger die Schläge auf die Felle von Snare und Tom niedergehen. Die Becken wurden nur angetippt und schwangen ein wenig hin und her.

Wie auch im ersten Stück näherte sich Alexandra Gadzina auch in „Ravens“ dem inhaltlichen Konzept von Singer/Songwriter. Auch wenn sie sich in die Höhen des Soprans aufschwang, so richtig mit Volumen schien das nicht zu sein. Eher in den mittleren Stimmlagen lag ihre Stärke. Beim gelegentlichen Scat Vocal verwischte sich dieser Eindruck. Doch zunächst ging es mal um Raben, warum auch immer. Das blieb im Dunkel, da in den Zwischenansagen wenig bis gar nicht auf die Entstehung der Stücke eingegangen wurde. Augenscheinlich sollten die Songs für sich sprechen.


Die Rhythmusgruppe schien über weite Strecken Beigabe. Es gab Ausnahmen, ja. So hörten wir Fragiles – dank an Leonard Steigerwald. Auch perlendes Tastenspiel erlebten wir als Intermezzo, dabei die Balance zwischen Basshand und Diskant auslotend. Konzentrische Kreise waren es, die man aus dem musikalischen Beitrag des Pianisten obendrein heraushören zu können meinte. Und stets schwangen dabei die Fragen mit: „Was ist ein guter Jazz-Song?“ und „Welche Ingredienzien braucht es dafür?“

Wer das Gedicht von Hugo Claus kannte, der konnte auch der Poesie von Alexandra Gadzina mit Leichtigkeit folgen. Jedem anderen fiel wohl eher auf, dass bei „Arabesk“ die Klaviersequenzen teilweise nach ausschwingendem Glockengeläut klangen. Steigerwald schien auch einen Sinn für dramatische Wasserspiele zu haben, folgte man seinem Tastenspiel. Kaskaden des Klangs mit geringen Fallhöhen strömten hernieder. Kehrwasser bahnte sich seinen Weg. So könnte man bildhaft das beschreiben, was zu hören war. Während des Zuhörens tauchte bei dem einen oder anderen die Vorstellung romantischer Idyllen in der bildenden Kunst auf, wurde an die blaue Blume als Symbol der Romantik gedacht, oder?


Klassische Anlehnungen erlebten wir bei dem Song „Venus“, soweit es die Klavierpassagen betraf. Ein wenig Ragtime nahm man in der Eröffnung von „“There will never be another you“. Das ist übrigens ein Song, den Chet Baker ebenso in seinem Repertoire hatte wie Frank Sinatra. In diesem Stück zeigte sich, dass die Vokalistin auch in Scat Vocals zuhause ist. Sehr fein gestaltet waren die Phrasierungen des Pianisten, die der Bassgitarrist teilweise übernahm und gekonnt ziselierte.

Obgleich jeder Anwesende froh war, dass die frostigen Temperaturen der vergangenen Tage vorüber waren, wurden wir von Aegle in den „Mitwinter“ entführt. Erkennbar war ein deutlicher Flow, in den auch der Bassgitarrist integriert war, der sich in Höhenlagen begab, die  Kontrabassisten selten erklimmen. Tänzerisch und tänzelnd war das, was der Pianist den weißen und schwarzen Tasten entlockte. In diesem Stück wurde leider auch deutlich, dass es bei Lautstärkenänderungen Aussteuerungsprobleme gab, und die Vokalistin kaum mit ihren Bandkollegen mithalten konnte, vor allem auch deshalb weil Umberto Odone dann mal mit Verve sein Schlagzeug bearbeitete und dabei auch der Basstrommel viel Gewicht einräumte.


Übrigens, mit „Spectrum“ setzte die Band dann den Schlussakkord des Konzerts. Eine Zugabe gab es nicht, trotz des herzlichen Applaus. Fazit: Den Anwesenden hat die lyrische Ausformung des Quartetts wohl gefallen.


Line-up

Alexandra Gadzina - zang, composities
(https://vi.be/platform/alexandragadzina)
Leonard Steigerwald - piano
Yannick Heselle - basgitaar
Umberto Odone - drums





Spotlight 5: Eternal Triangle
May 26th, 18H30-20H


Auf der Bühne stand mit dem nunmehr 83-jährigen Trevor Watts ein Urgestein des europäischen Jazz. Ihm zur Seiten stand Veryan Weston, der seinem Rhodes auch ohne aufwändiges Effektequipment Elektronisches entzauberte und zudem sich in manchen Passagen als Mann des Fusion Jazz erwies. Schließlich war da noch der in Hastings lebende Jamie Harris an Congas und Darbuka. Der aus York gebürtige Trevor West und auch Veryan Weston leben wie Harris seit Jahren im Süden Englands. Übrigens, eine Ode an Hastings gab es gleich zu Beginn zu hören: „Hastings Hustle“.

Das Trio spielte an diesem Abend ausschließlich Kompositionen von Trevor Watts, der sich ob der vom Wind verwehten Notenblätter entschuldigte und meinte, dass er als Urheber nun alle Stücke im Kopf haben müsse, aber … . Zu hören waren Trevor Watts’  Kompositionen wie “Mid“, „Jara“, Jamon“, aber auch „Ghana Friends“, eine Hommage an Musiker aus Ghana, mit denen Trevor Watts zusammengespielt hat. Einer dieser Musiker namens Nana Sibo ist unlängst verstorben und so war das Stück gleichsam während des Konzerts als ein Requiem gedacht, ohne in tiefe Trauer und Wehmut zu zerfließen. Mit „Infrastructure“ schloss das Konzert. Auf ein Encore verzichtete das Trio. Unterdessen war es im Citadelpark auch merklich kühler geworden. Übrigens, Trevor Watts wechselte je nach Stück zwischen Alt- und Sopransaxofon. Jamie Harris trommelte vorwiegend auf Congas, aber stellte auch eine dann zur Seite, wenn er seine Handflächen auf die Darbuka schlagen lassen wollte.


Dass es kein Drumset gab, wurde nicht vermisst. Übrigens, Congas verbindet der eine oder andere wohl mit lateinamerikanischen Rhythmen, vielleicht auch mit Afrobeat. Ab und an hatte man beim Zuhören auch den Eindruck, dass beides eine Rolle spielte. Veryan Weston verstand es auch die Rolle eines Bassisten abzudecken, bediente außerdem Fusion und Elektronika. Trevor Weston ließ sein Altsaxofon ohne Überzeichnungen erklingen, als „Hastings Hustle“ zu hören war. Zwischen Funk und Latin Grooves schien sich das Stück zu bewegen. Dieser Eindruck drängte sich wohl auch wegen des Duktus auf, den Jamie Harris an den Congas pflegte. Potentiell Tanzbares erlebten wir. Doch keiner tanzte.

Hörten wir hier Son und da Salsa? Gab es auch Artverwandtes zu Carlos Santana zu erleben oder waren dies nur kurze Versatzstücke, die in freie Formen übergingen? Das Thema ging in Paraphrasierungen über. Stets war das Melodiöse präsent. Sphärisches war zu erleben, dank an den Rhodestastenspieler. Über einige Passagen hinweg gab Veryan Weston eine Art zweite Stimme zu Trevor Watts Spielflächen. Nach und nach verzweigte sich die Komposition, wurde zu einem Wollknäuel, dessen Hauptfaden zu suchen war. Das Sonore des Altsaxofons wurde mehr und mehr nach vorne gebracht, das Tempo forciert, der Höhepunkt gesucht. Immer freier gestalteten Saxofonist und Pianist ihr jeweiliges Spiel. Grenzen wurden überschritten. Doch der ausufernde Fluss wurde dann wieder im Bild gesprochen in sein Bett gedrängt, sprich das Thema in den Fokus gerückt.


Was hörten wir denn eigentlich bei „Mid“? Ja, wir konnten auf der schiefen Bühne das ebenso schief stehende Rhodes ausmachen. Doch vom Klang her meinten wir, es handele sich auch um ein Wurlitzer-Piano, oder? Sehr distinkt war das, was Trevor Watts auf dem Sopransaxofon darbot. Erstmals kamen bei diesem Stück auch die kleinen Becken zum Einsatz und schwirrten miteinander um die Wette. Hm, spielte da nicht auch Gamelan bei diesem Stück eine Rolle? Glasklar und durchscheinend wie ein Bergkristall waren die Saxofon-Sequenzen, einschließlich zahlreicher Triller.  Der Eindruck drängte sich auf, dass hin und wieder Balkanova verfremdet wurde und man meinte, man höre nicht ein Saxofon, sondern eine verfremdete Zurna.


Beim Stück „Jara“ bewegten sich der Saxofonist und der Pianist in ihren jeweiligen Sequenzen in einer Art Achterschleifen. Wahrzunehmen war ein sehr dezidiertes Wechselspiel zwischen den beiden Musikern. Auch Zweistimmigkeit, wenn auch nicht im klassischen Sinne, spielte eine Rolle. Das Kraftvolle eines Holzbläsers kam auch nicht zu kurz. Trevor Watts schien trotz seines fortgeschrittenen Alters die Puste nicht auszugehen. Technisch brilliant war sein Vortrag. Da konnte sich manch junger Saxofonist noch eine Scheibe abschneiden. Das Perkussive war ohne nachhaltigen Nachhall und lebte von den schnell hin- und herfliegenden Handflächen oder den tickelnden Fingerkuppen, mit denen Jamie Harris die Congas traktierte. Wildwüchse gab es im Weiteren auch. Man fragte sich manchmal, wo denn die Reise hingehe. Zum nächsten Höhepunkt und dann in ruhiges Fahrwasser, wie man es unschwer verfolgen konnte.

„Gezeitenklänge“ beschreibt vielleicht, was „Jamon“ ausmachte, einschließlich der kristallinen Tastenspiele auf dem Rhodes. Handflächen wischten dazu über die Congas, kreisend. Nur selten röhrte das Saxofon oder geriet in Brüche stimmlicher Art. Sphärisches wurde auch zelebriert. Lag da nicht auch Ska in der Luft, als das Stück seinen Fortgang fand? Auch die Rhythmen Afrikas fanden passagenweise Eingang in das Stück. Dabei meinte man, auch Abdullah Ibrahim sei nicht auf dem „African Market Place“, sondern im Citadelpark zugegen. Irrungen? Wirrungen?


Bei „Convergence“ kam dann die Darbuka voll zur Geltung, ein Schlagzeug, das eher einen trockenen Klang hat. Jamie Harris ließ während des Stück mit ungeheuerlicher Geschwindigkeit seine Fingerkuppen und Handflächen auf die Felle von Congas und Darbuka niedergehen. Das war teilweise durchaus atemberaubend und ließ die Rhythmen Westafrikas das eine oder andere Mal aufblitzen. Mit Weillscher Tönung war Trevor Watts auf seinem Sopransaxofon unterwegs, so der Eindruck des Berichterstatters. Und dann entführte uns das Trio auch in den Vorderen Orient, zu den Derwischen und die Musik der Nachtclubs mit und ohne Bauchtanz.


Verzahnungen ergaben sich zwischen dem Saxofon und dem Rhodes. Schließlich noch ein abschließendes Wort zu „Ghana Friends“: Feurig war das, was an die Ohren der Anwesenden drang. Man musste durchaus an Fela Kuti und Mano Dibango denken, an kongolesischen Rumba und an Limbo. Umnebelt wurden wir von einem Bläserrausch, den Trevor Watts entfachte – und das nicht nur bei diesem Stück. Es war bis zum Konzertende großes Kino, bei dem wir dabei sein durften. Zugleich war zu konstatieren, dass Funk, Fusion, Free Jazz, Folklore nicht tot sind, sondern sehr lebendig und sich in einer würzig gebrauten Melange wiederfinden ließen – dank an Eternal Triangle!


Line-up

Trevor Watts - Saxophones
(https://en.m.wikipedia.org/wiki/Trevor_Watts)
Veryan Weston - piano/keyboard
(https://en.m.wikipedia.org/wiki/Veryan_Weston)
Jamie Harris - Congas/percussion





Sportlight 6: Evigs
May 27th, 12H-14H


Eine junge Band aus Brüssel war zu erleben, die ganz im Stil eines Clubkonzerts zwei Sets mit Pause spielten. Für einen Festivalauftritt war das eher befremdlich. Zu hören waren nachstehend genannte Musiker, die zurzeit an einem Debütalbum arbeiten, wie mir der Drummer und „Bandleader“ im Gespräch verriet:  der Altsaxofonist Maxime Dereux, der E-Gitarrist Thomas Sagne, der Pianist Kuan (Jerry) Ù , der E-Bassist Sebastien Hugue und der Drummer Rob Swennen.

Und was verbirgt sich hinter dem Bandnamen Evigs? Mit einem gewissen Augenzwinkern meinte Rob Swennen: „Eating vegan is good for the society“. Maxime Dereux hingegen kommentierte: „Vomiting is good for the stomach“, wenn der Berichterstatter ihn richtig verstanden hat. Nun ja, lassen wir also die Bedeutung der Bandnamens mal offen. Bisweilen entstehen ja solche Namen aus einer Laune, auch einer üppigen Bierlaune heraus.


„Wolg“ lautete die erste Komposition, die mit einer Piano-Einführung aufmachte. Ein samtenes Altsaxofon überlagerte die tänzelnden Schritte auf den weißen und schwarzen Tasten. Redundanzen erlebten wir beim Spiel von Kuan (Jerry) Ù außerdem. Bisweilen hatte man den Eindruck, von orchestralem Klang, wenn der Altsaxofonist seine Stimme erhob. Snare, Hi-Hat und Basstrommel waren die Elemente des Schlagwerksets, die Rob Swennen zum Leben erweckte. Folgte man den Linien, die Maxime Dereux zeichnete, so schien man in die 1960er Jahre versetzt zu werden, also in eine Zeit der Nachwehen des Bebop und des Moden Jazz. Obgleich im Weiteren der Fokus auf der Altstimme des Saxofons lag, geriet die Tiefgründigkeit des E-Bassisten im Hintergrund dadurch nicht aus dem Blick. Gradliniges wechselte mit Sprungschritten. Der Gitarrist Thomas Sagne war in seinem Solo der schönen Melodie auf der Spur, verzichte auf eine jaulende und wimmernde Gitarre, ließ auch die elektronische Verfremdung außen vor. Da gab es keine dramatische Inszenierung, sondern eher einen steten Klangwind, der uns umwehte. Aufbrausendes Gebläse folgte, dank an den Saxofonisten. Und dann ging es zum Thema zurück und zu den Klavierpassagen, die auch den Anfang des Stücks beherrscht hatten.


Nachfolgend lauschten wir einer Komposition des Pianisten namens „After Karmeliet“. Handelt es sich da um die Vorliebe des Pianisten gerade für dieses belgische Spezialbier? Und wie viele davon wurden vor der Niederschrift der Komposition genossen? Lassen wir diese Fragen mal beiseite. Diskante Wasserspiele – so ein Bild – trafen auf den vom Gitarristen ausgelegten satten Klangteppich. Sehr fragil schienen die Tonfolgen nachfolgend zu sein und erinnerten dabei hier und da an den Klang einer Glasorgel. Bassist und Saxofonist griffen ins Klanggeschehen ein und erweiterten dies durch verdichtete Klangschraffuren. Sie schienen eine abstrakte Gouache vor unseren Augen zu malen.


Verschoben sich die Gitarrenlinien im Folgenden nicht in Richtung auf die Instrumental-Rock-Musik, die The Ventures einst Welterfolg einbrachte? Eher einen episch-ruhigen Duktus vernahmen wir bei dem nächsten Stück namens „Keep Trying“ (comp Maxime Dereux). Aquarellfluss der schwarzen und weißen Tasten drang ans Ohr der Anwesenden. Feine Klangfontänen ergossen sich zudem auf uns. Weich gezeichnet schien das Saxofon in den Händen von Maxime Dereux.  Dem Melodiösen verschrieb sich Sebastien Hugue an seinem E-Bass. Paraphrasierend war er unterwegs und bezog sich in seinen Linien auf den Saxofonisten.


Hörte man den Titel „Plof“, der nachfolgend auf dem Programm stand, assoziierte man den Titel wohl mit Explosivem und mit Verpuffung. Doch entgegen dieser Annahme, war das Stück sehr lyrisch strukturiert, hatte nichts von feurigen Eruptionen. Hier und da schien Balladenhaftes durch, oder? Im Fortgang des Stücks meinte man, es sei Musik zur sogenannten blauen Stunde, die da erklinge.  Round Midnight schien angesagt und näher als High Noon, oder? Post-Bop wurde zelebriert. Das Stück ließ die Band dann in „The night has a 1000 eyes“ übergehen. Bei letzterem Stück meinte man, ein Medley zu erleben, in dem auch der Swing eine Rolle spielte. Dabei war aber nicht vom Swing eines Benny Goodman die Rede, sondern eher von dem Swing, der auch dem Bebop innewohnt.


In zweiten Teil des Mittagskonzerts im Citadelpark waren nicht allein „Hay Tog“, „Vague“ und „Zout“, sondern auch als Finale „J“ zu hören. Im Duktus, den man als angelehnt an Bebop beschreiben konnte, blieb die Band bei dem eingeschlagenen Weg. Selten waren freie Klangturbulenzen zu vernehmen oder griff der Pianist gar mal in die Saiten des Flügelkorpus, um verfremdete Klänge zu erzeugen. Ansätze von Loops präsentierte der Gitarrist hier und da. Und beim vorletzten Stück genannt „Bovenste broek“ schien auch ein Lullaby eingefangen worden zu sein. Zumindest gab es Bezüge zu den Harmonien klassischer Kinderlieder im Jazz.


Line-up

Maxime Dereux - Alto saxophone
(https://www.1030.be/fr/content/evigs)
Thomas Sagne – Guitar
(https://soundcloud.com/evigs)
Kuan (Jerry) Ù - Piano
Sebastien Hugue - Bass
Rob Swennen - Drums


© Fotos und Text Ferdinand Dupuis-Panther
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