Gondwana Records presents

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Various

Gondwana Records

Matthew Halsall / Chip Wickham

 




Matthew Halsall - The Temple Within


2020 war das Jahr, in dem ein neues Album nach fünfjähriger Pause das Licht der Welt erblickte. „Salute to the Sun“ war gleichzeitig auch die Geburtsstunde für die kompositorischen Ideen, die nun auf der aktuellen Mini-CD namens „The Temple within“ zu hören sind. Halsall mit seinen handverlesenen Mitmusikern schafft eine Melange aus British Jazz, Prog Music und Elektronika, so lesen wir es anlässlich des Erscheinens des Albums. Ein O-Tone von Halsall dazu: “I felt really excited by the connection that we were building, both together as a band, but also with the local community. People of all ages and types come to our monthly sessions and the energy of being able to write and rehearse and then perform new music each month is really uplifting. And this music is a perfect case in point. To me it really feels like a perfect pocket of music, a perfect moment. We thought about expanding it to an album, but in the end it just feels right as it is, and we wanted to share that energy of that moment with our wider community, not just people at our shows, but our fans and listeners around the world.” Zu hören sind nachstehende Musiker: Matthew Halsall (trumpet and electronics), Matt Cliffe (flute &saxophone), Maddie Herbert (harp), Liviu Gheorghe (piano), Gavin Barras (bass), Alan Taylor (drums) und Jack McCarthy (percussion).

Bereits von Beginn des Albums an hat man den Eindruck, die Musiker würden uns auf eine musikalische Fernreise mitnehmen, den Vorderen Orient durchqueren, die Gassen von Cordoba durchstreifen, Ali Baba und Sindbad begegnen, hohe Sanddünen am Rande der Sahara besteigen, in Oasen unter Dattelpalmen Rast machen. Und zudem breitet sich eine Landschaft vor dem Hörer aus, die unverstellt ist. Weite bis zum Horizont drückt sich nicht nur in den Solos von Halsall aus. Sobald man Harfenklang vernimmt, meint man, man werden vom Mistral und im nächsten Moment vom Scirocco umweht. Dank der starken Rhythmisierungen und der Percussions meint man gar, man treffe auf Musiker aus Marokko, für deren Musik die Rahmentrommel essentiell ist. So jedenfalls sind zusammengefasst, die Eindrücke des Eröffnungsstücks „The Temple Within“. Windschnittige Segler durchflügen das Meer – das drängt sich als Vorstellung auf, wenn wir dem Flötisten Matt Cliffe in „Earth Fire“ folgen. Ein gewisse Funknote und Soul ist zu verspüren, wenn der Pianist  Liviu Gheorghe in die Tasten greift. Doch nachhaltig bleibt der „klangliche warme Sprühregen“ im Gedächtnis, den der Flötist verbreitet. Dabei ist die Unbeschwertheit des Sommers im Fokus. Das azurblaue Meer, glasklar und mit kabbeligen Wellen, der goldgelbe Strand und die weißen Segel von Seglern und die bunten der Kitesurfer hat man beim Hören ohne Frage vor Augen. Das hat alles wenig von Sommer in der Stadt, sondern entführt uns teilweise auch zu exotischen Inselwelten. Und das setzt sich auch im Stück „The Eleventh Hour“ fort. Schließlich wird das Minialbum mit „A Japanese Garden in Ethiopia“ abgerundet. Und auch bei diesem Stück drängt sich „Es war einmal …“, der Beginn jeden Märchens auf, oder?

© ferdinand dupuis-panther

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Chip Wickham - Cloud 10


Der Saxofonist und Flötist Chip Wickham lebt zeitweilig in Spanien, Großbritannien und auch im Nahen Osten. Bekannt gemacht haben ihn seine Soloalben, die durchaus  Bezüge zu dem spirituell beeinflussten Jazz von Roland Kirk, Yusef Lateef und Sahih Shihab haben. Der ursprünglich aus Brighton stammende Wickham studierte in Manchester und arbeitete mit Bands wie The Pharcyde, The New Mastersounds und Nightmares On Wax zusammen. Zudem war er auch Teil von  Matthew Halsalls Gondwana Orchestra. Zu hören ist Wickham zudem auf Halsalls Debütalbum von 2008 namens „Sending My Love“. Mit „Cloud 10“  debütiert Wickham nunmehr bei Gondwana Records.

Dabei kredenzt uns der britische Musiker lyrische, zeitlose, soulige und spirituell beeinflusste Musik und zudem ein wenig Hardbop. Und auch das „Orchestrale“ kommt in den vorliegenden Aufnahmen nicht zu kurz.  Dies ist stets durchsetzt von eher seltenen Klangverwebungen, die der Harfenistin und dem Vibrafonisten des Ensembles zu verdanken sind. Hier und da hat man übrigens den Eindruck, dass der Pianist in Brubeck’schem Fahrwasser unterwegs ist.

Neben Wickham sind folgende Musiker am Album beteiligt: der Pianist Phil Wilkinson,  der Vibrafonist Ton Risco, der Bassist Sneaky und der Drummer Jon Scott sowie die Harfenistin Amanda Whiting, der Percussionist Jack McCarthy und der Trompeter und Flügelhornist Eoin Grace. Aufgenommen wurde das Album innerhalb einer Woche in Spanien. Die Musiker verbrachten dabei gemeinsame Zeit in Wickhams Haus nahe Madrid: “It was a beautiful week of pure music and joy, I think you can hear it in the recording and that’s the inspiration for the title: Cloud 10 is a place of a great happiness, way out beyond Cloud 9!”

Mit „Cloud 10“, einem Ort unbegrenzten Glücks, macht das Album auf. Tief und lange schwingt der Tieftöner verbunden mit den Kaskaden, die der Pianist auf seinem Tastenmöbel erklingen lässt. Rinnend sind die Sequenzen, die der Vibrafonist beisteuert. Doch im Fokus steht Chip Wickham mit seinem weichgezeichneten Holzbläserklang. Beinahe wie Beschwörungsformeln und wie ein Mantra mutet an, was wir hören. Dabei sind Redundanzen der Rhythmusgruppe Teil der klanglichen Inszenierungen, um uns auf Wolke 7 zu entführen. Und so ist es dann nicht mehr weit zu „Stratospheric“, sind wir doch mit „Cloud 10“ bereits jenseits von Wolke 7, oder? Ein absoluter Hörgenuss ist das Solo des Vibrafonisten, der die Tonsilben dahingleiten lässt, so als würden wir uns geschmeidig durch ein Wildwasser bewegen. Mit einem Hauch Latin Jazz haben wir es bei „Lower East Side“ zu tun. Man lausche dabei insbesondere Wickhams „frohlockenden Flötenpassagen“ neben den distinkten Linien des Basses.

Congas und Harfenklang sind für das Stück „Winter“ charakteristisch, mal abgesehen vom schmeichelnden Klang der Flöte und der „klanglichen Samtglasur“ des Flügelhorns. „Take 5“ oder was – das fragt man sich anfänglich bei „Tubby Chaser“, da es eine ähnliche rollende Rhythmuslinie zu vernehmen gibt. Diese zieht sich durch das gesamte Stück, das als Hommage an den Saxofonisten und Komponisten sowie Vibrafonisten Tubby Hayes gedacht ist.  Die Klangfärbung des Stücks wird nachhaltig durch den Flötisten bestimmt, dessen „klangliche, pastellfarbene Kreidezeichnungen“ wir erleben. Jon Scott ist mit einem wundervollen Drummingsolo zu erleben und Trompeter und Saxofonist paaren sich klanglich im Laufe des Stücks. Ob man das Flötensolo, wie in den Liner Notes geschehen, so beschreiben kann, dass es gleichsam dem Spielwitz Roland Kirks gleichkommt, mag mal dahingestellt bleiben. 

Getragen und von einer gewissen Schwere gekennzeichnet – das ist „Dark Eyes“. Voller Energie ist hingegen „The Hit“. Neben dem Pianisten sind es die feurigen Solos des Vibrafonisten und des Saxofonisten, von denen der Hörer mitgerissen wird.  Hört man Chip Wickham spielen, meint man dieser fange die steten Aufwinde ein, in denen ein Paraglider sich zuhause fühlt.

Drummer und Bassist sind es, die „Before I Go“ eröffnen. Hört man ihnen zu, dann meint man, im nächsten Moment würde Eric Burdon zu singen beginnen oder Eric Clapton uns in die Welt von The Cream entführen. Nichts dergleichen geschieht. Statt dessen umgarnt uns der Saxofonist mit seinen sonoren Klangskizzierungen, perlen die Tonsilben kristallin, sobald der Vibrafonist seine Schlägel auf die Klangstäbe setzt. Wie kleine Kaskaden mutet das an, was an unsere Ohren dringt. Und das Schlusswort gehört allein Chip Wickham: „‘Before I Go’ is my desire to make everything I do count so that by the time I’m done there will be something to remember me by.“

© ferdinand dupuis-panther




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