Friends & Neighbors vol. 1-3
Various
WeJazz
"Friends & Neighbours is a new initiative by We Jazz. We select music from artists and labels we love and, with their approval, share these discoveries in the form of a free monthly digital compilation with all We Jazz Bandcamp monthly subscribers." Und weiter lesen wir in der Pressemitteilung von We Jazz Folgendes: "Friends & Neighbours serves multiple purposes," says We Jazz artistic director Matti Nives. "We're surrounded by great music from all over the world, so it's very natural to share it with our dear followers who are always curious for new sounds, and to give something extra to the people that trust us enough to subscribe to everything we put out on Bandcamp. At the same time, we are happy if we can open any doors for these artists and labels by creating new connections with new listeners, journalists and the music community art large. As Ornette Coleman & co put it: 'Friends and neighbours, that’s where it’s at!"
Bei Uusi Aika vereinen sich Klanganmutungen von Sitar und sanfte Altsaxofonpassagen sowie lautmalerischem, teilweise folkloristisch ausgeformten Gesang. Das Ensemble besteht aus OTTO ESKELINEN (alto sax, shakuhachi, alto clarinet, piano (A2), vocals), JOHANNES SARJASTO (piano, synth, accordion, vocals), TAPANI VARIS (double bass, vocals), AMANDA BLOMQVIST (drums, percussion, vocals) sowie ANTERO MENTU (zither (B3)). Mit Blick auf dieses Line-up wird dann ersichtlich, dass der Sitarklang einer Zither zu verdanken ist, oder?
Weiter geht es mit dem Henriette Eilertsen Trio und „Fly Ikaros“. Die Klangfärbung des Stücks wird ohne Frage durch die beinahe zerbrechlich klingende Flöte bestimmt. Nachhaltig sind auch die Bassstrukturen, die im Hintergrund zu hören sind. Gemeinsam mit der Flötistin Henriette Eilertsen erleben wir Joel Ring am Cello und Øystein Aarnes Vik am Schlagzeug.
Perkussiv geht es bei Lau Nau zu. Dabei hat man den Eindruck, man lausche dem Wind, der mit dünnen Klangstäben spielt. Zudem erleben wir subtile Klanglandschaften, die elektronisch erzeugt werden. Oder ist da ein digitaler Synth im Spiel? Hinter Lau Nau verbirgt sich im Übrigen die Klangspezialistin und - designerin Laura Naukkarinen!
In der Zusammenstellung „Friends & Neighbours“ finden sich obendrein Aufnahmen von Felix Alexander Lybeck, der Band Nadaswaram (Jazzaggression), die mit orientalisch-nordafrikanischen Klangbildern zum Hinhören einlädt, sowie Linnea Talp mit Ambient und Sphärenmusik in dem Titel „She Came Out of the White Fog“.
Den wenigsten dürften die zuvor genannten Musiker und Bands bekannt sein, ganz abgesehen von Alan Braufman mit dem teilweise liedhaften, später ungestümen Song „Angels“ (Valley Of Search). Hier hört man ein raues, aufgekratztes und rotziges Saxofon zu dem Weichklang eines Vibrafons, so der Höreindruck. Fysiikka & Kemiamit „Luontokokemuksia“ (Ultraääni) und Pietu Arvola, der mit „Kummallinen ilmestys“ (Puro Recordings) vorgestellt wird, sind weitere „musikalische Schnipsel“ auf dem Album. Mark Harwood präsentiert mit „The Course of a Year“ ein Klangbild, das an das Niedergehen feiner Regentropfen und eines sommerlichen kurzen Plops von dicken Regentropfen denken lässt.
Petter Eldh am Bass, André Roligheten an den Saxofonen und Gard Nilssen am Schlagzeug formen Acoustic Unity. Dabei hören wir eine Band, die dem Bassist nicht etwa eine Nebenrolle zuweist, sondern ihn neben dem Saxofonisten in den Fokus der Aufmerksamkeit rückt. Durchaus eingängig ist das melodische Spiel, das wir genießen können. Von dem einstmaligen Quartett Hatka ist nunmehr nur noch ein Trio übrig geblieben: Alan Wilkinson (alto saxophone, bass clarinet, voice), Darin Gray (upright bass, preparations, electronics) und Janne Tuomi (drums, percussion). Und diese Drei verstehen es dem Bass neben dem Saxofon bzw. der Bassklarinette Spielräume zu erschließen. Dunkle Klangfärbungen sind zumindest im „Peace Piece“ auszumachen. Dabei fällt dem gestrichenen Bass eine besondere Rolle zu, unterstützt von der Bassklarinette.
Schließlich sind Kadi Vija und Phardah weitere Bands, die als Mosaiksteine zum Gesamtmosaik Jazz aus Finnland zusammengefügt werden. Fazit: Wer einmal die Komfortzone verlassen und in eher unbekannte Regionen des Jazz vorstoßen möchte, für den ist die vorgelegte Compilation ein Muss!
© f. Dupuis-Panther 2026
Info
http://wejazz.fi
Bands/Tracks/Labels
Uusi Aika: Sammaltukka (Puro Recordings)
Henriette Eilertsen Trio: Fly Ikaros (Motvind)
Lau Nau: Kosmospyörät (Akti Recordings)
Felix Alexander Lybeck: släpat allting hem (This Is Not a Dog)
Jyväskylä 1970 Workshop Band: Nadaswaram (Jazzaggression)
Linnea Talp: She Came Out of the White Fog (thanatosis)
Alan Braufman: Angels (Valley Of Search)
Fysiikka & Kemia: Luontokokemuksia (Ultraääni)
Pietu Arvola: Kummallinen ilmestys (Puro Recordings)
Mark Harwood: The Course of a Year (Akti Records)
Gard Nilssen Acoustic Unity: Acoustic Unity (Live) (Action Jazz)
Hatka: Peace Piece (Mustik Motel Music)
Kadi Vija: Hands (Mustik Motel Music)
Phardah: Village of Skulls (Ultraääni / Dream Wobble)















