ATS Records präsentiert

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Various

ATS Records



Maja Jaku / Edi Köhldorfer

 




Maja Jaku – Soul Searching


Hiermit liegt das vierte Album der österreichischen Sängerin Maja Jaku vor. Das Album wäre allerdings ohne den Jazz-Posaunisten Dave Scott und den Trompeter Jim Rotondi nicht denkbar, da der eine drei Kompositionen beisteuerte und der andere neben den Arrangements zwei Kompositionen.

Soul und West Coast Sound mit viel Groove bestimmen die Färbungen von „Soul Searching“. Dabei muss hervorgehoben werden, dass die Instrumentalisten nicht Staffage sind, sondern essentiell für den Klangkörper. Das Vokale hat hier nicht die Dominanz wie in vielen anderen Alben, die aktuell auf dem Markt sind. Beispielhaft für die Bedeutung der Instrumentalisten steht gleich der Eröffnungstrack „Rise and Shine“ mit einem sehr sensibel gesetzten Trompetensolo, auf das ein Saxofonsolo folgt, sprich auf dem Album gibt es Raum für die Entfaltung der Instrumentalisten. Hervorzuheben ist auch das gemeinsame Gebläse von Saxofonist und Trompeter in der Vokalbegleitung. Übrigens, liegt da nicht auch ein sachter Salsa-Rhythmus in der Luft?

Dass Maja Jaku durchaus mit einem leicht dunkel gefärbten Timbre in Erscheinung tritt, erleben wir bei „Be Real“. Auch in diesem Stück setzt der Trompeter zu einem bewegten, „wolkigen“ Trompetensolo an. Eingeräumt werden muss, dass das Vokale mit lyrischen Textzeilen bei „God Bless the Child“ aufgrund des Charakters als Gospel eine Kernrolle spielt. Die Instrumentalisten sind essentielle Begleiter, vor allem der Trompeter Jim Rotondi steuert für die Vokalistin feinst gedämpfte Trompetenklänge bei. In „The Jody Grind“ zeigt die Sängerin  ihre Ader für ausladende Scat Vocals, auf die dann Rotondi mit einem Solo „antwortet“, begleitet von der Rhythmusgruppe. Und auch Thomas Kugi erhebt die Stimme seines Holzbläsers. Alles fließt und ist groovy, oder? Außerdem lässt sich der Pianist Sasa Mutic zu einigen Tastenkaskaden hinreißen. Den Abschluss des Albums bildet „Like Euridice“, ein Track, der eher im Balladenhaften und Singer/Songwriter anzusiedeln ist. Weich gezeichnet ist die Stimme der Vokalistin insbesondere bei diesem Stück. Perlend angelegt ist das Solo des Pianisten, einem mäandrierenden Klangbach gleichend und zarte Klanggouachen zum Stück beisteuernd.

© ferdinand dupuis-panther




Info

www.ats-records.com
https://www.facebook.com/majajakumusic

Tracklisting

01. Rise and Shine (7:20)
02. Be Real (6:20)
03. Power to the People (4:38)
04. My Blues (7:58)
05. I Love You So (4:03)
06. God Bless the Child (8:01)
07. The Jody Grind (4:37)
08. Like Euridice (4:18)

Lineup:

Maja Jaku voc
Sasa Mutic piano
Dusan Simovic bass
Joris Dudli drums
Jim Rotondi trumpet
Thomas Kugi saxophon




Edi Köhldorfer - The Riddance


Im O-Ton des österreichischen Gitarristen Edi Köhldorfer lesen wir: „Der Titel soll eine Befreiung auf zwei Ebenen beschreiben. Zum einen das des „Loswerden“ einer kreativen Idee, die ich schon seit sehr langer Zeit mit mir herumtrage und zum anderen dieses Virus, der diesen Planeten seit 2020 in Geiselhaft hielt. Da die Musik auf diesem Album sehr „orchestral“ ist und es kaum möglich ist alle Künstler:innen zur selben Zeit im Studio zu versammeln, war das Pandemie-Jahr 2021 der ideale Zeitpunkt, die Realisierung in Angriff zu nehmen. Rund um den Globus waren Musiker:innen ohnehin gezwungen vermehrt in ihren Home-Studios zu arbeiten. Ich hatte in meiner Karriere die große Gnade mit wunderbaren Musiker:innen aus der ganzen Welt, auf der ganzen Welt zu spielen. Ich habe klassische Gitarre und Jazz studiert, mich aber auch über Jahre und Jahrzehnte mit indischer und afrikanischer Musik beschäftigt. All diese Inspirationen fließen in die Kompositionen und Arrangements von „The Riddance“ ein. Für die authentische Umsetzung habe ich 26 Musiker:innen auf 4 Kontinenten gebeten, Teil dieser Produktion zu sein.“

Aufgemacht wird das Album mit dem Stück „Her&I“, eine Verneigung vor der indischen Kultur. Besonders auffällig ist der Konnakol-Part, eine Art Vokal-Perkussion. Daran sind unter anderem Kaveri Sageder und Philipp Sageder beteiligt. Ansonsten vermischen sich Bläserklänge, indischer Gesang und Gitarrenlinien zu einer Einheit. Teilweise erleben wir ein Gewebe von E-Piano und E-Gitarre mit Weichzeichnungen. Doch auch rockige Elemente sind in diesem Stück vorhanden, vor allem wenn Köhldorfer solistisch aufspielt.  Angeregt durch das Buch „African Chess“ von Hans von Loesch entstand  „Baobab“, dt. „Affenbrotbaum“. In afrikanischen Erzählungen ist dieser Baum oftmals ein Sinnbild des Garten Eden und ein Versammlungsort. Bei dem durchaus als Song konzipierten  Stück scheint die Musik Südafrikas mit der von Westafrika zu verschmelzen, ohne gleich Griot oder „Pata Pata“ zu kopieren. Insgesamt strömt der Song auch ein wenig Karibik aus, meint man lange weiße Stände und im Wind wippende Palmenwedel zu sehen, derweil alte Fischerboote  auf dem Meer unterwegs sind. So ist das bei Fusion, von der Melange verschiedener Stile lebend. Sehr fein ist das Spiel von Köhldorfer auf der akustischen Gitarre.

Komponiert wurde „Old Souls“ für die beiden musikalischen Weggefährten František Uhlíř und Jaromír Helešic.  Nein, „Friday Nights in San Francisco“ steht nicht auf dem Programm, obgleich die Gitarrensequenzen von Köhldorfer stellenweise an diese als legendär anzusehende Einspielung erinnern, wäre da nicht der beigemischte Klang der Hammond-Orgel, an der Raphael Wressnig die Tasten und Register bedient, um ein Hohelied auf den Blues zu singen. Dazu schwingt sich der Gitarrist zu einem taumelnden Klangflug auf, derweil der Organist einen flauschigen Klangteppich aufrollt. Ein Hochgenuss ist im Verlauf des Tracks obendrein das Solo, das uns Raphael Wressnig uns darbietet.

Tief verneigen sich die Musiker bei „Goodbye Armando“ vor Chick Corea, der während der Produktion an dem vorliegenden Album verstarb. Nach dem Erhalt der Todesnachricht wurde Köhldorfer angeregt in der Nacht das vorliegende Stück zu komponieren. Wer Coreas Kompositionen  sehr gut kennt, wird hier und da musikalische Zitate entdecken. Vernehmen wir da nicht gleichsam ein Klagelied anstimmend die Erhu, eine zweisaitige Röhrenspießlaute aus China, gespielt von Chiao-hua Chang? Im Weiteren scheinen sich die Linien und Harmonien in einem klassischen Kontext zu bewegen. Zugleich scheint als „Gegenströmung“ das Piano-Spiel von Uli Datler konzipiert zu sein. Auch ein gewisser Swing ist bei dem Stück auszumachen. Hier und da meint man gar, Carlos Santana scheine im Geist bei den Gitarrenpassagen anwesend zu sein, oder?

Ganz aktuell mit der Pandemie befasste sich Köhldorfer bei „ Suite de Covid“. Da gibt es musikalischen Funkenflug zu erleben. Da röhrt und rockt es ganz dramatisch. Ist nicht auch ein wenig Blood, Sweat & Tears zu hören? Ein besonderer Ohrenschmaus ist das Trompetensolo von Simon Plötzeneder. Dabei hat man wie bei den jaulenden Gitarrenpassagen, die folgen, den Eindruck, man wolle die Pandemie auf Nimmerwiedersehen vertreiben Elegisch ausgeformt ist das Schlussstück des Albums namens „Vanishing“. Im Sinne von verschwinden ist das zu verstehen und hat einen sehr persönlichen Bezug zu Edi Köhldorfer. Dessen Mutter ist an Alzheimer erkrankt und entschwindet in Zeitlupe, wie der Gitarrist in seinen  Liner-Notes schreibt. Über einem teilweise bedrohlich anmutenden Klanghintergrund vernimmt man seine fein ziselierten Gitarrenlinien. Auch ein „Unisono von Klangsirenen“ kann man stellenweise ausmachen. Zugleich hat man den Eindruck, man lausche einem traurigen Abschiedssong aus der Feder eines Singer/Songwriter.

© ferdinand dupuis-panther


Info

www.edikoehldorfer.com

Line-up und Tracklisting

1. Her&I
Mythili Anantharaman - voc, Kaveri Sageder - konnakol,
Philipp Sageder -voc, konnakol, Dominik Fuss tr, Florian
Fuss - sax, Uli Datler - e-piano, Stefan Först - e-bass,
Bernhard Schimpelsberger - perc, konnakol, Lukas Böck
- drums, E. K. - e- & a git, synth

2. Baobab
Philipp Sageder -voc, Dominik Fuss tr, Florian Fuss - sax,
Georg Schrattenholzer - tromb, Uli Datler -piano, Stefan
Först - e-bass, Lukas Böck - drums, E. K. - classical & egit, additional perc

3. Old Souls
Raphael Wressnig - hammond organ, Martin Heinzle - double bass,
Christian Stolz - drums, E. K. - e-git

4. Les Cissokos
Mamadou Diabaté - balafon, Horst-Michael Schaffer - tr, Johannes Dickbauer - violin, viola,
Vera Dickbauer - cello, Uli Datler - piano, Stefan Först - e-bass,
Lukas Böck - drums, E. K. - e-git, additional perc

5. Midwest
Juan Garcia-Herreros - e-bass, Werner Zettinig - drum programming,
E. K. - e-git, acoustic 6 & 12string git, mandolin

6. Goodbye Armando
Chiao-hua Chang - erhu, Valerie Köhldorfer - flute, Uli Datler - piano, Martin Heinzle - double bass,
Bernhard Schimpelsberger - perc, E. K. - e- & classical git

7. Suite de Covid
Simon Plötzeneder - tr, Uli Datler - piano, Ivar Roban Krzic - double bass,
Herbert Pirker - drums, E. K. e-git, e-bass

8. Anthem for those we left behind
Uli Datler - piano, Martin Heinzle - double bass, Lukas König - drums, Christian Stolz - snare,
Werner Zettinig - drum programming, E. K. - classical git

9. Aeternum
Philipp Sageder - rap, Fabian Rucker - sax, Uli Datler - piano, Martin Heinzle - double bass,
Christian Stolz - drums, Werner Zettinig - additional drum programming, E. K. - e-git

10. Vanishing
Dominik Fuss tr, Werner Zettinig - sound programming, E. K. - classical git, e-bass, e-piano


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