Sun-Mi Hong Quintet – Third Page Resonance

Sun-Mi Hong Quintet – Third Page Resonance

S

Edition Records

Weiblich, aus Südkorea stammend, in Amsterdam lebend, ausgezeichnet mit dem Edison Award und der SENA Dutch Jazz Competition – das ist die Schlagzeugerin Sun-Mi Hong. Zu ihrem jüngsten Album mit ihrem Quintett lesen wir: „With her latest album and collaboration with Edition Records, Sun-Mi fulfills a lifelong dream of expressing herself through drumming and composition. Her music is a powerful conduit for a wide range of emotions, delivering heartfelt performances that can cry, shout, and embrace.“

Ein Drumming, das sich anhört, als würden Riesenmikados übereinander fallen, ein gezupfter Bass, der Saitenklang mit trockenem Nachhall hören lässt – das ist der Beginn von „Care Less“. Danach ist es am Trompeter Alistair Payne und am Pianisten Chaerin Im das Klangfeld zu füllen. Herausgestellt wird im Verlauf des Stücks der Bassist, der gleichsam in Zwischenspielen zu vernehmen ist. Gleiches gilt für die Tastenkaskaden und die klanglichen Flic-Flacs des Trompeters. Im Laufe des Stücks drängt sich das Bild auf, dass eine Collage aus Bruchsteinen des Klangs gebildet wird. Zugleich muss man konstatieren, dass die Musiker des Quintetts auch irgendwie auf unterschiedlichen Umlaufbahnen unterwegs sind. Gelegentlich gibt es allerdings Überschneidungen, werden Weichen gestellt, um das ganze Ensemble hörbar zu machen. Solistisches der Bandleaderin und Drummerin ist nur ein kurzer Beitrag. Fliehende Tastentöne sind Teil des Arrangements, ebenso dass der Saxofonist gemeinsam mit dem Trompeter für Klangfülle sorgt.

Genauso lang wie das Eröffnungsstück ist „Blind“. Mit einem gesetzten Piano-Intro macht das Stück auf. Sakral mutet dieses Intro an. Das Getragene des Beginns setzt sich fort, wenn alle Musiker zu hören sind. Scharf-ätzend klingt es jedoch, wenn die Drummerin ihre Sticks am Rand der Becken entlang zieht. Beinahe kakophon äußern sich die Bläser. Schwirrende Becken füllen im Weiteren den Klangraum, den auch der Pianist mit seinen Setzungen bereichert. Fragmentarisch erscheint, was wir hören. Nur hier und da gibt es einen Klangfluss. Vielfach erlebt man eher klangliche Kontroversen. Und dann gibt es in der Mitte des Stücks einen Bruch, wenn sich der Saxofonist und der Pianist in ihren Klangäußerungen vereinen sowie das Schlagwerk verstummt ist. Nicolò Ricci gleitet mit seinem Holzbläser selten ins Bariton, ansonsten lässt er sein röhrendes Tenorsaxofon erklingen oder vereint sich im Duett mit dem Trompeter. Dieser erklimmt die möglichen Klanghöhen in allerlei Phrasierungen.

Der Pianist lässt seine Finger zu Beginn von „Letter with No Words“ über die Basstasten seines Instruments gleiten. Nach und nach sind dann auch diskante Klangpunktierungen mit im Spiel. Es überwiegt jedoch die Basslst. Dazu scheint die Drummerin mit Besen über Felle zu streichen. Ein Rauschen und Zischen ist auszumachen. Kommentierend erscheint der Bassist, der zu den Bassklängen des Pianisten paraphrasierend agiert. Dank der Bläser hellen sich dann die Klangfärbungen auf, verharrt das Stück nicht ausschließlich in Anthrazit und Umbra. Strahlend Gelb ist auszumachen, der Trompeter seine Stimme über die seiner Mitmusiker stellt. Allerdings bleibt der Eindruck der Schwere, der Last, die die Schultern beugt, erhalten, folgen wir dem Stück bis zum Ende.

„As We Are“ heißt es außerdem auf dem Album. Und auch bei diesem Stück wird man sich des Eindrucks nicht erwehren können, dass wir mit der Schwere des Alltags konfrontiert werden. Man hat das Bild eines Leichenzugs vor Augen oder auch den Zug der Arbeiter, die aus dem Steinbruch nach Hause zurückkehren. Beides Themen, mit denen sich die Impressionisten in eindrucksvollen Gemälden befassten. Doch bei all dem stellt sich die Frage nach dem „Wer-wir-sind“, so wie es der Titel nahelegt.  Die Abrundung des Albums gelingt durch den Track „Home“.

© Ferdinand Dupuis-Panther


Info
Edition Records
BANDCAMP

Musicians
Sun-Mi Hong Drums
Alistair Payne Trumpet
Chaerin Im Piano
Nicolò Ricci Tenor Saxophone
Alessandro Fongaro Double Bass

Track Listing
1. Care Less 9.29
2. Blind 9.41
3. 0191 5.46
4. Screams Like Vapours (Improv) 2.28
5. Letter with No Words 6.35
6. As We Are 6.50
7. Home 5.16


In case you LIKE us, please click here:




Foto © Leentje Arnouts
"WAGON JAZZ"
cycle d’interviews réalisées
par Georges Tonla Briquet




our partners:

Clemens Communications





Hotel-Brasserie
Markt 2 -
8820 TORHOUT

 


Silvère Mansis
(10.9.1944 - 22.4.2018)
foto © Dirck Brysse


Rik Bevernage
(19.4.1954 - 6.3.2018)
foto © Stefe Jiroflée


Philippe Schoonbrood
(24.5.1957-30.5.2020)
foto © Dominique Houcmant


Claude Loxhay
(18/02/1947 – 02/11/2023)
foto © Marie Gilon


Special thanks to our photographers:

Petra Beckers
Ron Beenen
Annie Boedt
Klaas Boelen
Henning Bolte

Serge Braem
Cedric Craps
Christian Deblanc
Philippe De Cleen
Paul De Cloedt
Cindy De Kuyper

Koen Deleu
Ferdinand Dupuis-Panther
Anne Fishburn
Federico Garcia
Robert Hansenne
Serge Heimlich
Dominique Houcmant
Stefe Jiroflée
Herman Klaassen
Philippe Klein

Jos L. Knaepen
Tom Leentjes
Hugo Lefèvre

Jacky Lepage
Olivier Lestoquoit
Eric Malfait
Simas Martinonis
Nina Contini Melis
Anne Panther
Jean-Jacques Pussiau
Arnold Reyngoudt
Jean Schoubs
Willy Schuyten

Frank Tafuri
Jean-Pierre Tillaert
Tom Vanbesien
Jef Vandebroek
Geert Vandepoele
Guy Van de Poel
Cees van de Ven
Donata van de Ven
Harry van Kesteren
Geert Vanoverschelde
Roger Vantilt
Patrick Van Vlerken
Marie-Anne Ver Eecke
Karine Vergauwen
Frank Verlinden

Jan Vernieuwe
Anders Vranken
Didier Wagner


and to our writers:

Mischa Andriessen
Robin Arends
Marleen Arnouts
Werner Barth
José Bedeur
Henning Bolte
Erik Carrette
Danny De Bock
Denis Desassis
Pierre Dulieu
Ferdinand Dupuis-Panther
Federico Garcia
Paul Godderis
Stephen Godsall
Jean-Pierre Goffin
Claudy Jalet
Bernard Lefèvre
Mathilde Löffler
Claude Loxhay
Ieva Pakalniškytė
Anne Panther
Etienne Payen
Jacques Prouvost
Yves « JB » Tassin
Herman te Loo
Eric Therer
Georges Tonla Briquet
Henri Vandenberghe
Iwein Van Malderen
Jan Van Stichel
Olivier Verhelst