Sonelius Smith and Adam Kahan Announce - We'll Let You Know When We Find Out
S
577 Records
Zur Einführung ein O-Ton von Adam Kahan: „This record is the crystallization of a friendship and musical partnership that started when Sonelius and I first met in 2012, when I was making my documentary on Rahsaan Roland Kirk – The Case of the Three Sided Dream. Sonelius appears only briefly in the film, and that’s mainly because of his ethereal approach to conversation, answering questions, and life, really. He doesn’t so much answer a question, rather, his responses usually generate more questions and are almost always an invitation into further exploration of the unknown. He’s never one to respond with an easy answer or soundbite. And documentary film so often demands the easy, bite-sized answer. While he appears only briefly in the film, this was the seed of what has become a very deep friendship, profound musical collaboration, and spiritual journey into what we don’t already know. …“.
Wayne Shorter, Sidney Bechet, Beethoven und Thelonious Monk sind ebenso Teil des Repertoires wie Stücke des Pianisten Sonelius Smith und des Bassisten Adam Kahan. Zu den „Ohrwürmern“ des Jazz gehört gewiss „Over the Rainbow“ (comp Harold Arlen). Der Song entstand 1939 für den Film „The Wizard of Oz“ und wurde ursprünglich von Judy Garland vorgetragen. Cliff Richard und Bing Crosby, Jerry Lee Lewis und Ray Charles hatten diesen Song auch im Programm und nun eben Smith/Kahan. Getragen ist die Ballade, die Smith und Kahan vortragen. Dabei liegt der Fokus auf dem Pianisten, der sich eine längere Einführung gönnt, ehe dann das Thema erstmals erscheint. Der Vortrag erscheint im vorgetragenen Arrangement ein wenig wie Bar-Jazz. Auch der Bassist steht für kurze Momente im Vordergrund, ansonsten ist es jedoch Sonelius Smith der den Song variantenreich erschließt.
Doch nun zum Beginn der Einspielung: „Ahmad“, eine Hommage an den Pianisten Ahmad Jamal. In dem Stück gibt es vielfach Swing und lyrische Klanglinien zu erleben, die der Pianist uns präsentiert. Ja, die Rhythmusgruppe ist selbstverständlich auch zu hören, aber Sonelius Smith lässt mit seinem Tastenspiel aufhorchen, teilweise perlend-kaskadierend, teilweise mit energievollen Akzenten. Nach dem Eröffnungsstück wird dann das American Songbook aufgeblättert: Erst hören wir „Fall“ von Wayne Shorter und danach „Petite Fleur“ (comp Sidney Bechet). Nun ja, das sanft gespielte Saxofon eines Sidney Bechet fehlt schon. Sanfte Tastenkaskaden sind statt dessen zu hören und werden mit gestrichenen Basspassagen konfrontiert. Auf die „kleine Blume“ folgt ein weiterer Jazzklassiker, nämlich „Summertime“ von George Gershwin, einer der wohl bekanntesten Songs aus der Oper „Porgy & Bess“. Rodney Chapman am Tenorsaxofon, Michael Irwin an der Trompete sowie Gene R. Coleman an der Flöte tragen das Thema plus Variationen vor. Durch diese instrumentale Erweiterung des Duos Smith/Kahan bekommt der live eingespielte Song eine ganz eigene Note. Besonders hervorzuheben ist m.E. das Solo des Trompeters, auf den dann Smith seinerseits das Thema paraphrasiert. Dazu hört man das dunkle Bass-Zupfen Kahans.
Mit „ Skippy, No Bread“ zeigt sich dann Adam Kahan als Komponist. Sehr dynamisch und ein wenig tänzerisch mutet der Song an. Da fließt das mitreißende Tastenspiel von Smith dahin, zeigt auch Anmutungen von Blues. Ein „Hinhörer“ ist das Solo von Kahan am Bass, der gleichsam am Tieftöner ein Tänzchen wagt. Der eine oder andere mag beim Hören des Songs an die Zeiten denken, als Jazz die Popmusik der Zeit war. „I was born in Mississippi, But I’m from Jamaica“, komponiert von Sonelius Smith, weist Züge von Calypso auf. Ebenso wie bei „Summertime“ wird das klassische Jazztrio bei der Einspielung von „Friday the 13th“ (comp Thelonious Monk) um die Stimmen von Saxofon, Trompete und Flöte erweitert, eine Abwechslung innerhalb des Vortrags auf dem vorliegenden Album. Mit „Moonlight Over Brooklyn“, arrangiert von Smith, endet ein Album, das sich dem American Songbook und seinen Granden widmet. Nun, das muss man halt mögen, oder?
© f. dupuis-panther 2026
Musicians
Sonelius Smith – piano
Adam Kahan – bass
Hiroyuki “Matsu” Matsuura – drums
on Summertime and Friday the 13th
Rodney Chapman – tenor saxophone
Michael Irwin – trumpet
Gene R. Coleman – flute
on Big Orange Sheep
Clay Herndon - drums
Tracklist
1. Ahmad (4:48) written by Sonelius Smith
2. Fall (3:14) written by Wayne Shorter
3. Petite Fleur (4:42) written by Sidney Bechet
4. Summertime (7:25) written by George Gershwin (arr. Rodney Chapman)
5. Skippy, No Bread (5:03) written by Adam Kahan
6. Over the Rainbow (4:27) written by Harold Arlen
7. I was born in Mississippi, But I’m from Jamaica (3:30) written by Sonelius Smith
8. Friday the 13th (3:26) written by Thelonious Monk
9. Big Orange Sheep (2:36) written by Sonelius Smith and Adam Kahan
10. Moonlight Over Brooklyn (2:03) written by Beethoven (arr. Smith)
















