Sizzling Inn – Street Sights

Sizzling Inn – Street Sights

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Hout Records

Die Schweizer Basslegende Banz Oester, der in Genf beheimatete Drummer Noé Tavelli und der 1992 geborene, zwischen Genf und Berlin pendelnde Gitarrist Théo Duboule (u.a. OGGY & the Phonics, the BIG TUSK, Théo Duboule 4tet, Sizzling Inn, In Motion, Mr. Wizzel) gründeten 2019 die Band Sizzling Inn. Für ihr Debütalbum gibt es musikalische Fixpunkte, die mit Namen wie Bill Frisell, Ornette Coleman und John Coltrane verbunden sind. Entstanden ist das vorliegende Album in Zeiten der Pandemie und zeigt eine reiche Palette von Klangfärbungen und atmosphärischen Verwebungen.

Eher flächig angelegt sind die Tracks, denen wir lauschen. Sie gleichen dabei der abstrakten Farbmalerei eines in Rotnuancen schwelgenden Rupprecht Geigers oder den Farbquadraten von Josef Albers, sprich es gibt Verschachtelungen, Tiefblicke und Nahaufnahmen – und das gilt auch für die Musik von Sizzling Inn. Die Klangfärbungen werden dabei weitgehend vom Gitarristen bestimmt. Die beiden anderen Mitglieder des Trios agieren eher hintergründig, lassen Wirbelrausch aufkommen und tieftönige Schummerungen hören. Gelegentlich hat die Musik durchaus etwas beschwingtes, jenseits von klassischem Swing. Kaskadierendes dringt obendrein an unser Ohr, wenn Théo Duboule in die Saiten greift.

Aufmacher des Albums ist „Thinking of Them“: Wie ein warmer Föhn umgarnt uns das, was wir hören. Kurz sind die Intermezzos von Schlagwerk und Bass. Die melodisch ausgeformten Flächen bestimmt der Gitarrist, der hier und da Konturlinien um Farbflächen zieht. Klangliche Wellentäler werden ausgefüllt. Sachte Klangwogen laufen aus und vergehen. Linien beginnen, brechen auf, werden auf einem anderen Niveau erneut aufgegriffen. An faserige Cirruswolken muss man ab und an denken, folgt man Théo Duboules Saitenspiel. Raum ist zudem für das Solo des Bassisten Banz Oester, der ebenso umtriebig und in Kaskaden agiert wie der Gitarrist. Im Hintergrund liegt im Übrigen ein Taktaktak in der Luft, dank an den Drummer Noé Tavelli.

Nachfolgend hören wir „Skepticism“. Ein Hauch von Funk ist dabei zu erleben. Es groovt nicht unerheblich. Und auch in diesem Track ist es am Gitarristen, uns von Tonsilbe zu Tonsilbe zu begleiten. Gibt es vielleicht Anleihen bei John Scofield? Klangliche Kurvenverläufe sind bei dem zweiten Track des Debütalbums nachvollziehbar. „Kanongleiches“ dringt ans Ohr des Zuhörers. Teilweise ist auch ein wenig R&B mit im Spiel, oder? Doch das sind verschwindende Momenteindrücke. Nach „Skepsis“ folgt dann „Heldentum“ - „Heroism“ heißt der nächste Track. Und was machen die drei Musiker daraus? Wohl eher einen Abgesang als ein Hohelied.

Ab und an muss man wohl bei „Golden Earrings“ auch an Philip Catherines Art des Gitarrenspiels und dessen diverse Kompositionen denken. Da hören wir dann fließende Formen, können aufsteigende Wellenlinien dechiffrieren, die übereinander gelegt werden. Zudem ist dieses Stück durchaus up-tempo gestaltet und mit viel Beckenvibrationen durchsetzt. Ist dieses Stück nicht viel songhafter ausdifferenziert als andere auf dem Album?  „Personal Prism“ ist in Teilen scheinbar elektronisch strukturiert und erinnert hier und da ein bisschen an Ambient Music. Aufgemacht wird der Track vom Schlagzeuger, ehe dann aus dem Off ein linearer Klangteppich eingeblendet wird und sich darüber der Gitarrist mit seinem Saitenspiel ausbreitet. Teilweise gleitet dieses Spiel wie ein Kitesurfer im wilden Wind dahin, nimmt Fahrt auf und auch wieder heraus. Mit „Back at it“ wird der musikalische Vorhang des Debütalbums geschlossen. Hoffentlich darf man mehr erwarten.

© fdp 2022





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