Sheen Trio – Transitory
S
Unit Records
Als einleitende Bemerkung zur Band diese Zeilen, die einer Veröffentlichung von Unit Records entnommen wurden: „Together with Ula Martyn-Ellis on guitar and Philipp Buck on drums, Shabnam Parvaresh creates adventurous compositions that tell vivid stories – from shaky internet connections in the 1990s to childhood memories and the struggle for freedom in Iran. ….The name Sheen Trio refers to the sixteenth letter of the Persian alphabet – the letter “Sheen” that also begins the name of the bandleader.“
Ungestüm und ein bisschen wie ein klanglicher Wirbelwind wird das Stück „Transitory“ eröffnet. Harte Beats vernehmen wir ebenso wie die Weichzeichnungen der Klarinette. Sehr dominant ist das Spiel der Gitarristin, die uns in Sphären von Rock Music zwischen Jeff Beck, Jimmy Page, Pink Floyd und Alan Parsons entführt. Übergänge werden deutlich, auch wenn nach der Gitarristin die Klarinettistin lautstark im Fokus steht, kreischend, heulend, aufbrausend, flirrend, wimmernd. Derweil entwickeln sich die Rocklinien weiter, dank an Ula Martyn-Ellis (Electric Guitar) und Philipp Buck (Drums). Bis zum letzten Ton allerdings vernehmen wir Klangtosen, ohne und mit Übergang. Sehr lyrisch ausgerichtet ist „Cocoon“. Da entwickeln alle drei Musiker ein feines Klanggespinst, mutet das, was die Klarinettistin klanglich entwickelt, kammermusikalisch an. Klangliche Weichzeichnungen werden manifestiert, derweil die Gitarristin kurzes Saitengezupfe als distinkte Äußerung zum Stück beiträgt. Danach allerdings entwickelt Ula Martyn-Ellis weiche Linien und Shabnam Parvaresh lässt hier und da in ihrem Spiel an Klezmer denken. Wehklagend vernehmen wir die Klarinettistin ebenso wie aufgebracht.
Besteigen wir nun den „Night Express“, der ist allerdings weniger ein nächtlicher TGV als ein IC, der sich über alte Schienenstränge quält. Das muss man angesichts des Gehörten annehmen. Im Weiteren zeichnet die Klarinettistin auch ein Bild der vorbeiziehenden Landschaft in der Dunkelheit mit hier und da aufblitzenden Lichtern. Zugleich muss man aber auch an einen Nachthimmel denken, über den Sternschnuppen ziehen, oder? Weiter geht es mit den Geschichten des Wandels: „Maroggia“ heißt der nachfolgende Titel. Geheimnisvoll muten die ersten Klänge an, die uns die Gitarristin präsentiert, wohl aus dem Off. Getragenes trägt die Klarinettistin zum Stück bei. Das klingt dann einem Lamento sehr ähnlich. Auch eine gewisse nordische Schwere, wie wir sie aus den Kompositionen von Grieg und Sibelius her kennen, sind dem Stück eigen. Erkunden wir eine gebirgige Landschaft im Heißluftballon oder doch nicht? Oder handelt sich bei Maroggia um eine Landschaft im Tessin, unweit des Luganer Sees?
Mit rockigem Drive und einem Hauch Hard Rock geht es in „Soy Lake City“ ab. Headbanging ist durchaus Teil der Inszenierung, oder? Stark rhythmisiert ist das Stück und darin ist auch die Klarinettistin ein Teil. Nach „Tangled in a Dream“ lauschen wir „Sorna's Revival“ und feinen Saitenklängen, die von den Basstiefen der Bassklarinette überlagert und kontrastiert werden. Nachfolgend hebt die Klarinettistin mit fragil erscheinenden Klängen an. Es hat zudem den Anschein, als lauschten wir einer traurigen, teilweise schwermütigen Ballade. Doch das Album heißt nicht ohne Grund „Übergang“. Auch in diesem Stück gibt es diesen Übergang in andere Subgenres, von Sphären-Rock bis Deep Purple reloaded, oder? Jedenfalls das ist Rockelement, das das Trio auch pflegt, gepaart mit Konzertantem und Lyrischem. Zum Schluss erleben wir als Hörer: „Unexpected Rock“. Es ist ein sehr kurzes Stück und gleicht einer Rockmelange mit allen Ingredienzien, die Rock ausmachen, von rotzig, punkig bis … .
© f. dupuis-panther
Musicians
Shabnam Parvaresh – Bass Clarinet, Clarinet, FX
Ula Martyn-Ellis – Electric Guitar
Philipp Buck – Drums
Tracks
1. Transitory 04:06
2. Cocoon 05:31
3. Night Express 03:24
4. Maroggia 06:10
5. Soy Lake City 02:04
6. Tangled in a Dream 04:47
7. Sorna's Revival 05:39
8. Unexpected Rock 01:52
















