Secret Garden - Secret Garden

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S

A.MA Records

„Das Repertoire des Albums umfasst Eigenkompositionen von Enrico Bracco und Francesco Poeti, die sich in ihrem melodischen Flair und ihrer Ausdruckskraft wunderbar miteinander verbinden. Ihre Kompositionen zeichnen sich durch einen besonderen Fokus auf unkonventionelle harmonische und rhythmische Experimente aus, gepaart mit der unverwechselbaren Eingängigkeit ihrer Songs. Ihre Musik schöpft Inspiration aus verschiedenen stilistischen Strömungen, die vom Jazz-Flair der New Yorker Szene über die eher erhabenen Stimmungen europäischer Einflüsse bis hin zum Songbook der großen Tradition reichen, mit besonderem Bezug auf die „coolen“ Stimmungen von Tristano. Es ist kein Zufall, dass sie sich entschieden haben, – zusätzlich zum Standard „How Deep Is the Ocean“ von Irving Berlin – auch Tracks aufgenommen haben, die auf der melodischen und harmonischen Inspiration von Liedern wie „Stella by Starlight“ und „All the Things You Are“ basieren. Eine Bereicherung für das Album ist die Mitwirkung des us-amerikanischen Saxofonisten Matt Renzi, eines Musikers mit einem äußerst persönlichen Stil, … .“ So liest sich die Charakterisierung des Albums, die aus Sicht des Labels geschrieben wurde!

Mit dem Standard von 1932 „How deep is the ocean“ setzt die Band musikalisch ein Statement. Die eigenen Komposition sind in dem Fahrwasser von Irvings Welthit gehalten. Das Ensemble lebt vor allem von dem sonoren, teils weichgezeichneten Saxofonspiel von Matt Renzi. Doch nun zu Details. Aufmacher des Albums ist „Finestrelle“: Getragene Gitarrenklänge und ein swingendes Schlagzeug charakterisieren den Song. Die thematischen Linien von Enrico Bracco nimmt im Folgenden der Saxofonist auf. Dessen Tenorsaxofon klingt streckenweise wie ein Altsaxofon, das der menschlichen Stimme nachgebildet zu sein scheint. Lyrisch ist das Spiel des Gitarristen und Saxofonisten. Leicht dunkles Timbre, aber auch verspielte Linien mischen sich mit dem sanften Saitenklang. Raum bleibt für das sehr zurückhaltende E-Bass-Spiel. Das Melodische hat Priorität. Verzichtet wird auf klangliche Schnörkel. Gradlinig und mit hohem Wiedererkennungswert ist das, was wir hören.

Wer beim folgenden „Stellar Variation“ auch an „Stella by Starlight“ denkt, denkt in die richtige Richtung. In diesem Stück findet die feine Abstimmung zwischen dem Gitarristen und dem Saxofonisten ihre Fortsetzung. Matt Renzi lässt die Sterne funkeln, so könnte man bildhaft formulieren. Doch eher besingt er die Milchstraße, oder? Begleitet wird er von Enrico Bracco. Beckenrausch und Fellschwingen vernehmen wir zudem. Aber sehr intensiv sind die an der Tradition der Jazzgitarre orientierten Sequenzen. Gelegentlich werden diese von einem leicht röhrenden Holzbläser „kommentiert“. Ein Ohrenschmaus ist wahrlich das Solo von Bracco, der dabei Metheny und Scofield vergessen lässt, obgleich man hier durchaus eine Klangverbindung zu beiden Genannten sehen kann.

Schnurrender Saxofonklang, lyrisch und auch ein wenig romantisch angehaucht, so kommt Irving Berlins „Schlager“ von 1932 daher. Der Fokus liegt im Kern auf dem Saxofonisten, begleitet von dezentem, in Szene gesetztem Schlagwerk. Auch ohne die Lyrik „How can I tell you / What is in my heart? / How can I measure / Each and every part? / …“ wird durch die Art der Musik deutlich, dass wir ein Liebeslied zu Gehör gebracht bekommen. Doch die Instrumentalversion im Gegensatz zum Beispiel zu der mit der Vokalistin Billie Holiday lebt auch durch den solistischen Auftritt des Gitarristen, der dem Stück ein weniger lyrisch-romantisches Gewand verpasst.

An das Bild vom tiefen Ozean schließen „Blue“ und „Surf“ an, so könnte man es formulieren. Das zuerst genannte Stück eröffnet uns den Blick dank des Saxofonspiels, das nur wenig von Dramatik hat, sondern eher dem unverstellten Blick über die Landschaft gewidmet ist. Man kann sich durchaus leichten Wellengang beim Spiel des Saxofonisten vorstellen. Gleiches gilt für das dezidierte Gitarrenspiel.

Nach „Flow“ hören wir „All Intervals You Are“. Beim Lesen des Titels fällt gewiss dem einen oder anderen der Track „All The Things You Are“ (1939) ein. Nein, das bedeutet nun keineswegs, dass die Band im Stil der 1930er und 1940er Jahre, vor allem des Swing, verharrt. Statt dessen frönen die Musiker durchaus dem Nach-Bebop, also einer modernen Interpretation des klassischen Bebop, ganz im Sinne von Parker, Gillespie, Roach und anderen, aber mit ein wenig Frischzellenkur. Zum Finale des hörenswerten Albums heißt es „Durante“.

© ferdinand dupuis-panther, 2026


http://www.amaedizioni.it/

Musicians
Enrico Bracco – Guitar
Francesco Poeti . Electric Bass
Armando Sciommeri - Drums
Matt Renzi - Tenor Saxophone

Tracks
Finestrelle
Stellar Variation
How deep Is The Ocean
Blue
Surf
Flow
All Intervals You Are
Durante
Track #1 - #5 – 8 composed by Francesco Poeti
Tracks #2 - #4 - #5 - #6 composed by Enrico Bracco ©&A.MA Edizioni – 2026
Track #3 by Irving Berlin


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