Saxofour - The Rhythm of the World

Saxofour - The Rhythm of the World

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ATS Records

„Seit 35 Jahren feiert Saxofour jedes einzelne der mittlerweile ca. 800 gespielten Konzerte mit Behutsamkeit und vollster Freude. 15 Tonträger sind erschienen, die Programmthemen sind vielfältig: „Our Favourite Filmsongs“, das Mozartprogramm „Die Zaubertröte“, „Music for all Occasions“, „Cinco“ mit Mario Joao, „Gimme Some of That“ mit Don Alias, Eigenes mit „Horns Astray“ und „Vocalizind Reeds“, 4 Weihnachtsprogramme + eine Adventkalender DVD, „25 Years of Joy and Fun“, „Saxo4 oparettet den Jazz“ und „Celebrating the Joy of Life“ zum 30er. Wir sind vom Ende unserer Möglichkeiten mit Sicherheit noch ungefähr genau 243 kg Notenpapier oder 27 Klangwolken weit entfernt, eher gewinnt jede und jeder von euch im Lotto, als dass uns nichts mehr einfällt.“ So lautet eine Kurzfassung über den Werdegang der Band „Vier Saxofone“ aka Saxofour. Nun legt die Band „die aktuellen Rhythmen der Welt“ vor. Hören wir mal rein.

Musik mit Pep, Soul und Groove, eine Melange von vier Saxofonen und wie in „Irish Draught for Gerold's Day“ die Melange von einem Flötisten plus Saxofonisten, die sich dem Reel und Brassklängen verschrieben haben – das macht die jüngste Veröffentlichung der Saxofour aus. Los geht es mit „Chorea mog i e ah!“. Bereits nach den ersten Klängen ist der Jazz Rock präsent, auch mit dem Klang eines Baritonsaxofons. Dieses lässt schnell die Abwesenheit eines Kontrabasses vergessen. Vereint hört man die Saxofone unterschiedlicher Lagen. Aus diesem Potpourri der Saxofone löst sich hin und wieder einer der Alt- und Tenorsaxofonisten, derweil der Baritonsaxofonist für die Bassgründung des Stücks sorgt. Übrigens, die vier Saxofonisten sind in ihrem Klangtheater sehr rhythmisch unterwegs. Sonores und Röhrendes gehen eine Harmonie ein. „CA“ hat teilweise die Anmutung, Folklore des Balkans diene als Grundlage für Phrasierungen und Paraphrasierungen. Ein besonderer musikalischer Leckerbissen sind die schnellen Läufe des Sopransaxofonisten unterstützt vom Baritonsaxofonisten, der untergründig agiert. Oder ist es einer der Altsaxofonisten, der sich zu melodischen Himmelstürmen hinreißen lässt? Quirlig agieren die vier Saxofonisten ohne Frage. Klanglage über Klanglage wird entwickelt, temporeich obendrein.

„But Don't Forget!“ mutet wie Filmmusik an, ob nun gerade für eine Arbeit von Chabrol oder für Film Noir lassen wir mal offen. Zwischendrin klingen Passagen auch wie ein Gassenhauer oder Musik einer Zirkuskapelle. Doch wenn die Klänge der Saxofone sich voll entfalten, überdreht wirken, dann, ja dann ist der Jazz der 1940er und späterer Jahre gegenwärtig. Wie auch zuvor wird das Quartett aufgebrochen, erleben wir Solistisches oder ein Duo zwischen Tenor- und Baritonsaxofon. Letzteres hören wir in dem Stück auch solistisch, aufgekratzt und röhrend-kehlig.
„The Everyday Blues“ ruft dem Zuhörer zu, aufzustehen und den Körper in Schwung zu bringen. Ob man zudem Anlehnungen an Chicago oder Blood, Sweat & Tears heraushört, ist eine Frage der Betrachtung bzw. des Hörens. Blues ist ohne Frage vorhanden, sehr aufgeweckt und ohne die Schwere, die dem Blues sonst innewohnt.

Nach „Tax Free Should be all the Music“ unternehmen wir musikalisch eine Reise nach Seoul: „Seoul Travel“. Solistischer Saxofonklang steht am Beginn der Reise. Sopran- oder Altsaxofon – das ist dabei die Frage. Vom Charakter her meint man, sich auch in der Welt der Couplets, in der Welt von Weill vielleicht, zu bewegen oder? Nach „Sechs Achtel in Ehren“ widmet sich das Ensemble einem berühmten Komponisten Österreichs. Nein, nicht Mozart, Haydn oder Strauß, sondern Anton Bruckner. Dabei nehmen die vier Musiker Bezug auf die „Simphonie No. 6: IV. Finale. Bewegt, doch nicht zu schnell“, wenn sie „Bridges to Bruckner 6 IV“ anstimmen. Getragen ist der Duktus, in dem Saxofour Bruckner die Ehre erweist. Zu hören ist dabei der Klarinettist der Band. Übrigens, bezeichnete Bruckner die genannte Symphonie als seine keckste. Um die Paraphrasierungen des Bruckner-Werks wirklich einschätzen zu können, müsste man das Original kennen, oder? So bleibt der Höreindruck eines eher getragenen Stücks mit gewisser Melancholie.

„ Juwelen für Lupin“ und „Afririscher“ sind auch auf dem Album zu hören. Letzterer Titel hat etwas von der Blasmusik einer Dorfkapelle. Schließlich kumuliert das vereinte Gebläse von vier Saxofonisten in dem Stück „Des Lebm is a Zwiefocha“. Na, da ist doch nun endlich auch das Humpda-Humpda, das man von Blasmusik aus Österreich erwartet. Das es im Verlauf des Stücks auch konterkariert wird, sei zum Schluss angefügt.

© ferdinand dupuis-panther 2026




https://ats-records.de/

Lineup:
Florian Bramböck ts, bs
Klaus Dickbauer cl, as, bs
Christian Maurer ss, ts
Wolfgang Puschnig as, flute

Tracks
01. Chorea mog i e ah!
02. C.A.
03. But Don't Forget!
04. The Everyday Blues
05. Irish Draught for Gerold's Day
06. Simple, Yet Nothing Behind It
07. Balladanghino
08. Tax Free Should be all the Music
09. Seoul Travel
10. Sechs Achtel in Ehren
11. Bridges to Bruckner 6 IV
12. Dreams of Trembling Trumps
13. Juwelen für Lupin
14. Afririscher
15. Des Lebm is a Zwiefocha


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