Saxofour - Celebrating the Joy of Life

Saxofour - Celebrating the Joy of Life

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ATS Records

Über das aktuelle Album schreiben die Musiker u. a.: „Schon zu unserem 25 Jahre Jubiläum leisteten wir uns als Saxquartett den Luxus, mit bass/drums eine Erweiterung unserer Kernkompetenzen als Saxensemble auszuleben. Nach „25 years of joy and fun“ ist „Saxofour celebrating the Joy of Life!“ einfach eines der folgenden Kapitel einer langen Musikerfreundschaft in der die Qualität, das Ensemble auf eine höhere Ebene als das eigene Ego zu stellen, wahrlich ausgelebt wird. Jeder hat sein Schatzkistchen geöffnet und wieder neue Kompositionen rausgezaubert, jeder in seiner unverwechselbaren Art und Weise, so wie wir es schon 29 Jahre lang machen im Sinne des Sonnenscheines des Abwechslungsreichtumes.“

Der Bassist Robert Riegler und der Drummer Wolfi Rainer teilen sich das Vergnügen des gemeinsamen Musizierens mit dem Tenor- und Baritonsaxofonisten Florian Bramböck, dem Klarinettisten und Altsaxofonisten Klaus Dickbauer, dem Sopransaxofonisten und Tenorsaxofonisten Christian Maurer sowie dem Flötisten und Altsaxofonisten Wolfgang Puschnig.

„The Joy of Being United“ steht am Beginn des Albums, „Yeah, Yeah, Yeah“ am Ende. Des weiteren sind „Ajaja“, „Hoamweh“ und „Sometimes the World Sings In Us“ zu hören. Außerdem werden dem Hörer „Rhumbaxion“ sowie „Walking Strong“ präsentiert. Beethoven verantwortete die „Ode an die Freude“, die vereinten Bläser von Saxofour „The Joy of Being United“ , ein Stück, das auch ein überaus mitreißendes, schnurrendes und sonores Tenorsaxofon beinhaltet. Bisweilen meint man, das Saxofon auch ein wenig schnattern zu hören. Im Chorus der Bläser entdeckt man ausgelassene Freude, die alle Sorgen beiseite schiebt. „Oba Hiazat“ beginnt mit wenigen Takten, die der Schlagwerker vorgibt, ehe dann ein vollmundiges Baritonsaxofon die Klangfärbung bestimmt. Dieser Holzbläser legt gelegentlich den Habitus einer Tuba an den Tag, scheint eher in eine bedächtige Geste zu verfallen. Für dunkle Klangfarben sorgt der Bassist des Ensembles, der auf die feinen Flötentöne trifft, die Wolfgang Puschnig geschuldet sind. Anschließend vernimmt man einen röhrenden, guttural gestimmten Holzbläser, der lineare Strukturen zeichnet, während im Hintergrund die Erdung des Basses ausdifferenziert wird. Durchaus in den Fußstapfen von Hard Bop und Brass Band ist „Uiuiui“ anzusiedeln. Dabei bewegen sich die melodischen Linien in einem Auf und einem Ab, gibt es Wiederholungsschleifen, die gespielt werden. Hier und da denkt man beim Hören unter Umständen an Kinderabzählverse, die eine instrumentale Form gefunden haben. Zudem sei noch erwähnt, dass es nicht nur bei diesem Stück Verbindungsstränge zu den Bläsersätzen von Blood, Sweat & Tears gibt, oder? Dabei wird die Gesamtheit des Ensembles stets aufgebrochen, nicht nur für Solos, für rotierende Solos wie bei „Uiuiui“, sondern auch in fragmentierte Auftritte der Musiker in Dreier- oder Zweiergruppierungen. So gelingt Saxofour eine überaus dynamische Inszenierung der Musik, die auch in wechselnden Tempi vorgetragen wird. Bei „Uiuiui“ scheint zum Schluss auch ein wenig Bänkelgesang und Moritat durch, oder? Hinzuweisen ist auch auf das Schlagwerksolo, begleitet von tropfenden Basslinien, also stellt sich die Frage nach Duett und Nicht-Duett!

Fulminant ist in „Ajaja“ die „Liga der Saxofone“ am Werk, auch der Baritonsaxofonist mit seinem kehligen und dunkel gefärbten Bläser. Gelegentlich hat man den Eindruck, es gäbe so eine Abart von Dux und Comes in diesem Stück. Assoziationen an Chicago blitzen auch auf. Ist da nicht auch ein Rhodes bzw. ein Synth zu vernehmen? So scheint auch Jazz Rock sehr präsent. In den Rhythmen und den Harmonien werden die Hören obendrein in die Welt von Osibisa sowie Fela Kuti und damit in die Musik Westafrikas versetzt, jedenfalls für einige Momente und skizzierte Passagen.

Eher lyrisch und an eine Ballade angelehnt scheint „Hoamweh“. Da scheint auch die Musik auf den bekannten Broadway-Musicals der späten 40er und 50er Jahre durch. Melodramatischer Mehltau wird durch die Musik gegenwärtig, oder? Nein Jaco ist nicht am Bass zu erleben, aber der Geist von Pastorius liegt über der Musik. Leicht nervös und aufgebracht äußern sich die verschiedenen Saxofonstimmen im steten Wechselspiel, dabei offensichtlich paraphrasierend.

Eher an Pop-Musik erinnert in seinen Harmonien „Sometimes the World Sings In Us“. Doch spätestens beim ersten (Bariton)saxofon-Solo (?) wird dieser Eindruck durchbrochen. Happy Music ist ein Stichwort, das durchaus mit Berechtigung angesichts der beschwingten Melodie des Stücks fällt. Mit „Rhumbaxion“ blitzt Latin Fever auf, sieht man Formations-Tänzer über das Parkett schweben. Feurig ist diese Rhumba-Adaptation nicht, eher getragen und von Fado-Melancholie durchzogen. Man muss außerdem an das Tragische eines finnischen Tangos denken und nicht an spärlich bekleidete Tänzerinnen, die zur Musik die Hüften erotisch schwingen. Nachfolgend ein Wort zu „Walking Strong“: Wie ein Feuerwerk ist dieses Stück angelegt, getragen von den vereinten Saxofonen, die sich zum Tutti einfinden, durchaus mit einem weichen und wenig auftrumpfenden Duktus daherkommend. Aus diesem Tutti lösen sich wie in anderen Stücken einzelne Bläserstimmen, mal mehr und mal weniger exaltiert. Welche Bewandtnis es mit „15er Steyrers Erdäpfelsetzer Grooves“auf sich hat, erfahren wir im Verlauf der weiteren  musikalischen Inszenierung durch Saxofour. Nicht nur Grooves erleben wir, sondern durchaus Funk vom Feinsten, diesmal auch mit Klarinettenklängen und nicht mit Rhodes, wie sonst auch üblich.  Am Ende fragt man sich bei dem Stück „Yeah, Yeah, Yeah“, ob hiermit den vier Pilzköpfen aus Liverpool gehuldigt wird oder nicht. Hort man sich das Stück an, wird man diese Frage schnell mit Nein beantworten. Eher hat man die Vorstellung Saxofour verwebe Soul mit Funk – und das war den Beatles ganz und gar fern.

© ferdinand dupuis-panther


Infos

www.ats-records.com
www.toene.at/saxo4

Tracklisting

01. The Joy of Being United (3:34)
02. Oba Hiazat! (3:58)
03. Uiuiui (7:42)
04. Out Of Somewhere (4:38)
05. Ajaja (4:46)
06. Hoamweh (5:28)
07. Sometimes the World Sings In Us (3:01)
08. Rhumbaxion (5:08)
09. Walking Strong (3:16)
10. Holy-But Not For Me (5:49)
11. Margin (5:07)
12. Brzlbrmpft (5:12)
13. 15er Steyrers Erdäpfelsetzer Grooves (8:57)
14. Yeah, Yeah, Yeah (3:16)


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