Samuel Bonnet Trio feat. Joe Magnarelli – Slow

Samuel Bonnet Trio feat. Joe Magnarelli – Slow

S

Self released

„An active presence on the Montreal Jazz scene since his arrival from Paris in 2009, guitarist Samuel Bonnet has always bridged multiple musical universes. … After a pandemic-enforced hiatus, Bonnet chose to examine the way his relationship w ith time had been disrupted. He … discovered that for him, slowness is the key to happiness.With the help of his sensitive, like-minded trio mates Jonathan-Guillaume Boudreau and Simon Bergeron. … Bonnet’s ninth album as a leader explores the essential themes of childhood, family, nature, creativity, love, and the simple joy of the present moment. For this new album, Bonnet invited a longtime friend and collaborator to join the party: Joe Magnarelli. “Mags” – as the veteran American jazz trumpeter is know -. … His sound is built from a deep study of players like Charlie Parker and Kenny Dorham, but still remains distinctly his own.“ Mit diesen Zeilen stimmt uns das One-Sheet-Paper auf das Album „Slow“ ein.

Assoziationen mit Slow City und Slow Food gehen mit dem Albumtitel einher. Schon bei den ersten Takten von „Nylon Swing“ ist nicht nur Bop, sondern auch Swing gegenwärtig. Ja, Saitenschwingen können wir hören. Sowohl der Gitarrist als auch der Bassist lassen die Saiten flirren und schwirren, begleitet von einem umsichtigen Drummer. Ein Hörgenuss schlechthin ist sowohl zu Beginn als auch zur Hälfte des Stücks der Trompetenklang. Und hier und da schwingt auch von den Harmonien her ein „So What“ mit, oder? Bei dem Trompetenspiel von „Mags“ meint man, Charlie Parker und andere Granden des Jazz seien gegenwärtig. Das gilt auch für „Liberation“. Auch in diesem Stück fällt Samuel Bonnet eher die Rolle des Begleiters zu. Dominant ist der Bläser, neben dem sich der Schlagzeuger mit Besenspiel in Szene setzt. Und dann, ja dann nimmt Samuel Bonnet auch Bezug auf thematische Linien und auf den Trompeter. Raum gibt es zudem für den Bassisten, der wiederum seine Spielidee realisiert. Teilweise meint man, man höre eine Bariton-Gitarre, ehe der Fokus auf „Mags“ liegt. In „Complices“ scheint die klassische Ausbildung von Samuel Bonnet durch. Im Verlauf des Stücks mag der eine oder andere an Etüden bzw. generell an Barockmusik denken. Von Zurückhaltung des Bassisten ist nichts zu merken. Jonathan-Guillaume Boudreau reißt die Saiten an, nicht überhastet, sondern Schritt für Schritt. „Slow“ ist das Motto, dem sich der Gitarrist obendrein verschrieben hat. Klangbögen setzt Bonnet an Klangbögen, mal nicht vom Trompeter in eine Nebenrolle gedrängt.

„Daryl’s Blues“ kommt mit Flamenco-Anmutungen daher, dank an den Gitarristen. Zugleich gibt es aber auch Momente in Richtung Rhythm’n Blues. Dass es dafür keiner E-Gitarre und E-Basses bedarf, unterstreicht das Trio um Samuel Bonnet nachdrücklich. Ein akustischer Ohrenschmaus ist das „lebendige Spiel“ des Bassisten sowie die Verquickung der Stimmen beider Saiteninstrumente.

Nachfolgend hören wir das Stück „Momentum“. Schon verwunderlich, dass Bonnet uns keine Komposition „Slow“ präsentiert, also das Kontemplative in den Mittelpunkt rückt. Kontemplatives wohnt „Momentum“ nicht inne. Statt dessen ist in dem Stück musikalisch eine Fortsetzung von „Daryl’s Blues“ zu sehen. Viel Raum bleibt für die Entfaltung, für die Improvisationen von Samuel Bonnet. Jonathan-Guillaume Boudreau am Bass folgt Bonnet auf Schritt und Tritt, entwickelt eigene Tonläufe wie in seinem Solo. Da entwickeln sich die Läufe aus den tonalen Tiefen. Teilweise werden die Saiten aufgeschlagen und nicht gezupft.

Bei „Laetitia“ eröffnen die beiden Saiteninstrumente das Stück, ehe dann der Trompeter mit samtenem Gebläse einen weiteren musikalischen Farbpixel hinzufügt. Folgt man Samuel Bonnet in seinem Spiel, dann scheint er klassische Gitarrenmusik in modernem Gewand umzusetzen. Zum Schluss hören wir mit „Asturias part 1 und part 2“ klassische Kompositionen von Isaac Albéniz. In diesen Stücken zeigt Samuel Bonnet seine ganze Brillanz im Saitenspiel und seine Vorliebe für klassische Gitarrenmusik. Und zum Schluss, im zweiten Teil von „Asturias“ ist dann auch Bop und Swing Teil des Arrangements.

© Ferdinand Dupuis-Panther 2026


Musicians
Joe Magnarelli - Trumpet, Flugelhorn (1, 2, 6, 8)
Samuel Bonnet - Guitar
Jonathan-Guillaume Boudreau - Double Bass
Simon Bergeron – Drums

Track Listing
1. Nylon Swing 4:43
2. Liberation 4:49
3. Complices 5:52
4. Daryl’s Blues 5:16
5. Momentum 6:14
6. Laetitia 4:52
7. Asturias - part 1 (Isaac Albéniz) 3:47
8. Asturias - part 2 (Isaac Albéniz) 4:27
All music by Samuel Bonnet except where otherwise noted


In case you LIKE us, please click here:



Foto © Leentje Arnouts
"WAGON JAZZ"
cycle d’interviews réalisées
par Georges Tonla Briquet




our partners:

Clemens Communications



Luchthavenvervoer zonder stress


Hotel-Brasserie
Markt 2 -
8820 TORHOUT


Silvère Mansis
(10.9.1944 - 22.4.2018)
foto © Dirck Brysse


Rik Bevernage
(19.4.1954 - 6.3.2018)
foto © Stefe Jiroflée


Philippe Schoonbrood
(24.5.1957-30.5.2020)
foto © Dominique Houcmant


Claude Loxhay
(18.2.1947 – 2.11.2023)
foto © Marie Gilon


Pedro Soler
(8.6.1938 – 3.8.2024)
foto © Jacky Lepage


Sheila Jordan
(18.11.1928 – 11.8.2025)
foto © Jacky Lepage


Raúl Barboza
(22.5.1938 - 27.8.2025)
foto © Jacky Lepage



Special thanks to our photographers:

Petra Beckers
Ron Beenen
Annie Boedt
Klaas Boelen
Henning Bolte

Serge Braem
Cedric Craps
Luca A. d'Agostino
Christian Deblanc
Philippe De Cleen
Paul De Cloedt
Cindy De Kuyper

Koen Deleu
Ferdinand Dupuis-Panther
Palma Fiacco
Anne Fishburn
Federico Garcia
Jeroen Goddemaer
Robert Hansenne
Serge Heimlich
Dominique Houcmant
Stefe Jiroflée
Herman Klaassen
Philippe Klein

Jos L. Knaepen
Tom Leentjes
Hugo Lefèvre

Jacky Lepage
Olivier Lestoquoit
Eric Malfait
Simas Martinonis
Nina Contini Melis
Anne Panther
France Paquay
Francesca Patella
Quentin Perot
Jean-Jacques Pussiau
Arnold Reyngoudt
Jean Schoubs
Willy Schuyten

Frank Tafuri
Jean-Pierre Tillaert
Tom Vanbesien
Jef Vandebroek
Jean-Marie Vandelannoitte
Geert Vandepoele
Guy Van de Poel
Cees van de Ven
Donata van de Ven
Maurits van Hout
Harry van Kesteren
Geert Vanoverschelde
Roger Vantilt
Patrick Van Vlerken
Marie-Anne Ver Eecke
Karine Vergauwen
Frank Verlinden

Jan Vernieuwe
Anders Vranken
Didier Wagner


and to our writers:

Mischa Andriessen
Robin Arends
Marleen Arnouts
Werner Barth
José Bedeur
Henning Bolte
Paul Braem
Erik Carrette
Danny De Bock
Denis Desassis
Jean-Pierre Devresse
Pierre Dulieu
Ferdinand Dupuis-Panther
Federico Garcia
Paul Godderis
Stephen Godsall
Jean-Pierre Goffin
Claudy Jalet
Chris Joris
Bernard Lefèvre
Mathilde Löffler
Claude Loxhay
Ieva Pakalniškytė
Anne Panther
Etienne Payen
Quentin Perot
Jacques Prouvost
Jempi Samyn
Renato Sclaunich
Yves « JB » Tassin
Herman te Loo
Eric Therer
Georges Tonla Briquet
Henri Vandenberghe
Jean-Jacques Vandenbroucke
Peter Van De Vijvere
Iwein Van Malderen
Jan Van Stichel
Olivier Verhelst