Samo Salamon feat. Arild Andersen and Ra Kalam Bob Moses – Pure and Simple

Samo Salamon feat. Arild Andersen and Ra Kalam Bob Moses – Pure and Simple

S

Samo Records

Die ersten Kritiken sind überschwänglich. Anbei eine davon als Zitat: "The music is adventurous and travels paths far from the mainstream. In one light and airy piece, in the next heavy and distorted, under the rule of the three musicians, she explores unsuspected territories in sinuous diagonals, seeks goals to achieve, builds herself on the playing of each member of the trio." (CITIZEN JAZZ, France)

Samo Salamon greift auf dem vorliegenden Album überwiegend in die Saiten einer elektrischen Gitarre. Allerdings legt er die E-Gitarre für „You Take My Arm“ und „Pure and Simple Being“ zur Seite und lässt eine 12-saitige akustische Gitarre erklingen. Am Bass erleben wir Arild Andersen  und an Drums und Percussions Ra Kalam Bob Moses.

Aufgemacht wird das Album mit „Tell Yourself“  und am Ende werden musikalisch die Geister beschworen, wenn „Ghosts“ auf dem Programm steht. Bassschläge treffen zu Beginn von „Tell Yourself“ auf kurz gehaltenes Drumming. Im Weiteren verflüssigen sich die Basslinien. Dazu tritt als „Oberstimme“ ein kristallklarer Gitarrenklang, der in seinen Harmonien an die entsprechende Musik Westafrikas erinnert. Bass und Gitarre vereinen sich teilweise zu einer Zwiesprache, folgen einander in ihren Linien. Dabei erscheinen beide gleichberechtigt und der Bass voll und ganz in seiner Tieftönigkeit verwurzelt zu bleiben. Um ein Bild für das Miteinander von Bass und Gitarre zu wählen, könnte man von überlagernden Wellen sprechen. Sind da nicht auch Shakers mit ihm Spiel, wenn das Stück seinen Fortgang nimmt? Auch ein veritables Basssolo ist gegen Ende zu vernehmen. Als nächstes entführt uns das Trio in „Wolkenräume“, wenn wir „Rooms of Clouds“ erleben. Aus der Tiefe eines Klangraums heraus wird das Stück entwickelt. Zart sind die Gitarrenpassagen ausgeformt. Im Vordergrund agiert der Bass in all seiner tonalen Vollmundigkeit. Blechgeschwirr ist zu vernehmen und dazu teilweise verhallender Gitarrenklang, der hier und da ins Sphärische abgleitet. Dabei entsteht der Eindruck eines sich öffnenden Raums. An Farbmeere muss man beim Zuhören denken. Zugleich hat die Musik auch etwas Meditatives, ohne in New Age abzudriften.

Hard Rock oder nicht – das fragt sich der Zuhörer bei den ersten Takten von „The Golden Light of Evening“. Da scheint Samo Salamon bisweilen auf den Spuren von Alvin Lee und anderen Rockgitarristen zu wandeln. Auch an so manches Gitarrensolo von Jimi Hendricks fühlt man sich erinnert. Raue Linien werden durch den Gitarristen verfolgt, der seine Gitarre in den höchsten Tönen jaulen und wimmern lässt, zumindest ab und an. Das steht im Kontrast zu den weichen Saitenklängen, die der Bassist zur Abrundung des Stücks beisteuert. Hören wir da nicht zwischendrin auch eine Gitarre, die gestimmt wird, ehe sie sich in Klangeskapaden ergeht? Und ja dann beweist der Gitarrist, dass er ebenso flink auf den Saiten unterwegs sein kann wie Alvin Lee.

„Friday Nights in San Francisco“ ist gewiss ein legendäres Album und ein Hohelied auf die Vielfältigkeit des Gitarrenklangs. Das Trio um Samo Salamon steht dem Trio diMeola, de Lucia und McLaughlin gewiss in nichts nach, insbesondere wenn man „You Take My Arm“ hört. Arabesken gleich entwickeln sich die Klänge. Hören wir bei „Little Song“ nicht Musik Andalusiens, als Al-Andalus existierte? Verwandelt sich der Bass nicht hier und da in eine Oud oder Guembri? Man ist geneigt es anzunehmen. Irgendwie scheint die Musik einem trocken-warmen Wind zu gleichen, der über Öl- und Dattelpalmen Nordafrikas streicht. Auf der anderen Seite gibt es gerade in diesem Stück auch eine Nähe zu Griot und zum „westafrikanischen Bluesmann“ Ali Farka Touré, oder?

Am Schluss werden musikalisch die Geister beschwört: „Ghosts“. Stark rhythmisch durchzogen ist das Stück, das wie andere des Albums auch von der Verschmelzung von Bass und Gitarre lebt. Dabei sind die Klangfärbungen eher in Afrika als in Europa zu verorten, wie das oben schon angedeutet wurde.

© ferdinand dupuis-panther


Infos

Bandcamp
http://www.samosalamon.com

Line-up

Samo Salamon – electric guitar (1,2,3,5,6,7,9) and acoustic 12-string guitar (4,8)
Arild Andersen – double bass
Ra Kalam Bob Moses – drums and percussion

Tracklisting

1. Tell Yourself 08:00
2. Rooms of Clouds 04:02
3. The Golden Light of Evening 07:28
4. You Take My Arm 07:42
5. Something Unusual 03:16
6. The Moon Departing After a Night with Us 03:38
7. Little Song 07:30
8. Pure and Simple Being 07:32
9. Ghosts 06:28


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