Wave Infinity Junction Live

Wave Infinity Junction Live

W

Monosoak Records

Jazz live aus Neuseeland, Jazz, der überwiegend weiblich ist – das ist die Kurzformel für die vorliegende Veröffentlichung. Eine E-Gitarre, aber kein E-Bass, ein Piano, aber kein Keyboards oder Wurlitzer, zwei Saxofonstimmen und Vokales – das ist das Instrumentarium, mit dem Jenna Aspeling, Wren Probett und die anderen Musikerinnen ihre Musik gestalten.

Am Beginn des Albums steht der Titel „Skogkatt“. Hinter Skogkatt verbirgt sich der Name für die norwegische Waldkatze. Für ein Ensemble, dass in Neuseeland beheimatet ist, hätte man vielleicht Kiwi oder Kea erwartet, oder? Nun ja, warum auch immer ein Hohelied auf die Wildkatze angestimmt wird, müssten wir die Bandmitglieder fragen. So aber spitzen wir halt unsere Ohren und lassen die Komposition auf uns wirken:  Nachhaltig ist der Klang des Pianos. Dabei erinnert das Spiel streckenweise an eine Art von Glockenspiel. Dieses vermischt sich mit Lautmalerisch-Vokalem. Dies steht gleichberechtigt neben dem Spiel der Instrumentalistinnen, von denen eine der Saxofonistinnen, wohl die Altsaxofonistin, stimmgewaltig hervortritt. Gefolgt wird sie von der Tenorsaxofonistin. Man fokussiere sich beim Hören auf das Saxofonsolo. Leicht röhrend ist das Timbre, das an unser Ohr dringt. Umgeben ist die Saxofonistin von intensivem Schlagwerkspiel und von Klaviersequenzen. Man meint, die Saxofonistin sei dabei so etwas wie ein Leuchtfeuer inmitten des Werks, das wir hören. Was bereits beim Eröffnungstitel unterstrichen wird, ist die Tatsache, dass das Ensemble kein geschlossenes, sondern ein offenes System mit Raum für Solos und Duos ist. Und auch die Gitarristin Kat Tomacruz bekommt Entfaltungsraum für Klangfeldgestaltungen zwischen Sopranklang und Bariton. Ob man angesichts des Ansatzes von Kat Tomacruz  an Granden wie Abercrombie oder Scofield denkt, ist jedem selbst überlassen „Alone Together“ knüpft nicht allein aufgrund der Lyrik und des Gesangs an Vokal-Jazz an, wie wir ihn kennen. Ein Hauch von Musical-Atmosphäre verbreitet sich, obgleich die Saxofonpassage, die wir hören, eher an Modern und Cool Jazz denken lässt. Umtriebig agiert die Saxofonistin, die wir hören. In ihrer Begleitung bewegen sich Schlagzeuger und Gitarristin sowie Pianistin. Zwischenapplaus ist zu hören, bevor die Sängerin Wynefred Wang uns mit besten Scat Vocals mitreisst. Das ist voller Verve und Dynamik. Wow!

Im Anschluss daran heißt es „Moment“. Es ist übrigens ein „Augenblick“ der nicht Sekunden, sondern Minuten dauert und mit Klaviersequenzen im Diskant aufmacht, ehe dann die Vokalistin im Fokus steht. Erneut präsentiert sie Scat Vocals auch in hohen Sopran- und Altlagen, überaus stimmsicher und auf den Punkt gesetzt. Teilweise meint man, man höre eine Flamenco-Sängerin. Da spielt uns dann wohl unsere Fantasie einen Streich. Ein Wohlklang ist das Solo der Pianistin Crystal Choi. Sie präsentiert uns eine Klangverknüpfung, die den Diskant nicht ausnimmt. „Abgelöst“ wird die Pianistin durch die Gitarristin, die kaskadierende Saitenklänge hören lässt. Anerkennender, herzliche Beifall ist am Ende des Stücks zu hören.

Nachfolgend hat das neuseeländische Septett den Track „Seaweed Gin“ eingespielt: Zu Beginn schnarrt der Bass in vollen Zügen, vernimmt man das filigrane Tastenspiel der Pianistin. Und dann wird die Klangfärbung durch die Stimme der Vokalistin bestimmt, die lautmalerisch unterwegs. Imitiert sie dabei einen Holzbläser? Agil ist die Altsaxofonistin im Folgenden zu vernehmen. Dabei geht es musikalisch über Stock und Stein, immer voran. Tut die Saxofonistin so, als würde die jemanden vorstellen, der sich an „Algen-Gin“ berauscht hat? Kat Tomacruz versteht es, wie in den anderen Stücken, eine eigene Sprache ihres Saiteninstruments zu entwickeln. Das hat dann auch durchaus etwas von Rock-Gitarren-Riffs, oder? Im Duo erleben wir im Übrigen die Pianistin und die Bassistin Wren Probett. Dabei sind sie im klassischen Fahrwasser einer Jazz-Rhythmusgruppe unterwegs, wenn der Schlagzeuger Maximillian Crook, übrigens der einzige Mann im Kontext weiblicher Jazzerinnen, auch noch mit im Boot sitzt.

Und am Ende heißt es „When It Rains“: Getragen ist der Vortrag der Saxofonistin, die wir in der Einführung des Stücks hören. Es klingt ein wenig nach Lament, nach Klagelied, nach Schwere. Auch im weiteren Verlauf ändert sich dies nicht wesentlich, bis auf ein Zwischenspiel, das an Frühlingsaufbruch denken lässt. Der Hörer ist außerdem geneigt, an einen schneereichen nordischen Winter zu denken, der das Leben fast zum Erliegen bringt.

© ferdinand dupuis-panther 2026


BANDCAMP

Musicians
Alto Saxophone - Jenna Aspeling
Double Bass - Wren Probett
Drums - Maximillian Crook
Electric Guitar - Kat Tomacruz
Piano - Crystal Choi
Tenor Saxophone - Minju Kim
Vocals - Wynefred Wang

Tracks
1. Skogkatt 08:17
2. Alone Together 05:22
3. Moment 08:29
4. Seaweed Gin 09:09
5. Waltz #2 07:18
6. When It Rains 13:01


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