Sandro Savino Quintet - Italians do it better

Sandro Savino Quintet -  Italians do it better

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Das Sandro Savino Quintett ist ein Projekt, das aus der Vision des in Matera lebenden Pianisten Alessandro (Sandro) Savino entstanden ist, die Melodien italienischer Lieder auf eine ganz eigene Weise zu interpretieren. Unter der Leitung des Pianisten besteht die Band aus Fabrizio Gaudino an der Trompete und dem Flügelhorn, Gianfranco Menzella am Tenorsaxophon, Giampaolo Laurentaci am Kontrabass und Fabio Accardi am Schlagzeug.

Der Albumtitel „Italians do it better” ist als spielerische und ironische Provokation gedacht. Das Album  umfasst sieben Titel: Fünf davon sind berühmte italienische Lieder, so „Azzurro“ und „Canzone di Marinella“, die als Suiten  interpretiert werden, wobei sich die Originalthemen mit neuen Abschnitten vermischen, die speziell von Savino komponiert wurden; die beiden übrigen sind Originalkompositionen des italienischen Pianisten.

„Marinella“ gliedert sich in drei Teile. Wir erleben zunächst eine Einführung durch den Bassisten. Im Weiteren erhebt dann u. a. der Bandleader Sandro Savino seine Stimme. Im Wechsel mit dem Saxofonisten stimmt er dann im Wechselspiel das Thema an.  Nein, einen Gassenhauer erleben wir nicht. Dazu ist die musikalische Interpretation zu differenziert und im Jazz gegründet. Das gilt auch für die Klavierpassagen, die an unser Ohr dringen und als Paraphrasierungen dessen aufzufassen sind, was die beiden Bläser zuvor vorgetragen haben. Ein wenig an Schlager und Popmusik erinnert das, was wir hören, auch wenn der Jazzkontext in der Interpretation durch Savino und seine Mitmusiker unzweifelhaft vorhanden ist. Mitsummen lassen sich einige Sequenzen der Liedes, das von Fabrizio de André bekannt gemacht worden ist. Ein besonderer klanglicher Leckerbissen ist ohne Frage das eine oder andere Flügelhornintermezzo, das wir erleben. Dazu ergießt sich gelegentlich auch ein unablässiges Beckenrauschen auf uns Hörer.

„Azzurro“, ursprünglich gesungen und vorgetragen von Paolo Conte, ist ein weiterer bekannter italienischer Schlager.  Bereits in der Einführung hört man das bekannte Thema, schließlich war dieser Schlager, durchaus ein sogenannter Ohrwurm zum Mitträllern, jenseits der Toskana und Rom bekannt. Fabrizio Gaudino nimmt uns mit seinem sehr belebten Spiel auf der Trompete ebenso mit wie der Saxofonist Gianfranco Menzella. Schließlich zelebriert der Bandleader des Quintetts das kaskadierende Tastenspiel, das nahtlos ins Thema überleitet. Dieses wird teilweise im Tutti angestimmt. Dann wird auch dem Letzten klar, welch ein Ohrwurm aus Italien zu hören ist! Übrigens, das nachfolgende „Povere me“ nimmt die Harmoniestränge und Melodielinien von „Azzurro“ in abgewandelter Form auf.

1961 entstand „Senza Fine“. Nun liegt dazu eine Bearbeitung von Alessandro Savino vor. Wie in anderen Klassikern des italienischen Schlagers verzichtet das Quintett auch hier auf Gesang. So hören wir nicht die nachstehende Lyrik: „Senza fine Tu trascini la nostra vita / Senza un attimo di respiro / Per sognare / Per potere ricordare / Quel che abbiamo già vissuto …“. Dafür können wir aber die differenzierten Klangwelten der Bläser des Quintetts und die rhythmisierende Klavierbegleitung genießen. Dabei wird auch deutlich, dass die Musik der ausgewählten Songs so gar nichts von Schmalz und Kitsch hat. Wüsste man es nicht besser, könnte man die Stücke auch für Post-Bop und Modern Jazz 2.0 halten. Sehr hörenswert sind im Übrigen in „Senza fine“ die Sequenzen, die der Tenorsaxofonist spielt. Das ist frisch und aufgeweckt, so gar nicht altbacken und schon gar nicht als Cover zu begreifen. Und auch das Flügelhornspiel ist ein wahrer Ohrenschmaus. Oder hören wir da doch Fabrizio Gaudino  als Trompeter?

Und dann heißt es auf dem Album außerdem „L’italiano“. Zu diesem Song gehören unter anderem die nachstehenden Zeilen: „Buon giorno Italia, gli spaghetti al dente / E un partigiano come presidente / Con l‘autoradio sempre nella mano destra / E un canarino sopra la finestra  …“. Das vermittelt ein Italienbild, das sicherlich auch von Klischees geprägt ist, so von Spaghetti al dente“ als typisch italienisch. Das Klangbild ist eine Mischung aus italienischer Folklore und Latin Fever.  Und die Melodie ist einmal mehr so gestrickt, das der Zuhörer leicht einstimmen kann, auch wenn er den Text nicht beherrscht.

Saviano ist für eine sensible Liederauswahl und gekonnte Bearbeitung im Jazzkontext zu danken. Er hat  aus gutem Grund auch auf „Avanti populo“ und ähnliches Liedgut verzichtet, das unter den rebellierenden deutschen Studenten der 1968er Jahre und später besonders populär war. Es geht ja auf dem Album nicht ums Verjazzen von Arbeiterliedern – und das ist gut so.

© ferdinand dupuis-panther 2026


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Musiker
Fabrizio Gaudino flugelhorn, trumpet (2)
Gianfranco Menzella tenor sax
Alessandro (Sandro) Savino piano
Giampaolo Laurentaci double bass
Fabio Accardi drums

Tracks
1. Marinella:
La chiave di Marinella - Alessandro Savino 1:03
La canzone di Marinella - Fabrizio De André 1:54
Impro Marinella - Alessandro Savino 4:39
2. Cantando ai re di Roma:
Intro azzurro - Alessandro Savino 0:11
Azzurro - Paolo Conte 1:57
Impro azzurro - Alessandro Savino 3:01
3. Povero me - Alessandro Savino 4:41
4. Infinito
Intro senza fine - Alessandro Savino 0:20
Senza fine - Gino Paoli 2:22
Impro senza fine - Alessandro Savino 3:03
5. E la chiamano estate - Bruno Martino 3:59
6. Buongiorno Italia:
Intro l’italiano - Alessandro Savino 1:12
L’italiano - Salvatore Cutugno 2.23
Impro l’italiano - Alessandro Savino 2:24
7. Aion - Alessandro Savino 4:20


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